Alt­stadt­schüt­zen wol­len Mus­li­me auf­neh­men

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON CHRIS­TI­AN LIN­GEN

Die St. Vi­tus-Lau­ren­ti­us Bru­der­schaft Stadt­mit­te öff­net sich für Mit­glie­der an­de­ren Glau­bens. Ein Mann aus Gha­na bat schon um Auf­nah­me. Mög­lich macht das ein Be­schluss der Bun­des­ver­tre­tung.

Im März be­schloss die Bun­des­ver­tre­ter­ver­samm­lung der His­to­ri­schen Deut­schen Schüt­zen­bru­der­schaf­ten, dass auch An­ders­gläu­bi­ge, be­son­ders Mus­li­me, so­wie Ho­mo­se­xu­el­le Mit­glie­der in Schüt­zen­bru­der­schaf­ten wer­den dür­fen. Die Alt­stadt­schüt­zen der St. Vi­tus-Lau­ren­ti­us Bru­der­schaft Stadt­mit­te set­zen den Be­schluss nun um. „Wir möch­ten ger­ne Mus­li­me bei uns auf­neh­men. Der Be­schluss macht uns das end­lich mög­lich“, ver­kün­de­te Prä­si­dent Eber­hard Boeckers wäh­rend des Eh­ren­emp­fangs im Pfarr­heim an der Ab­tei­stra­ße. „Ein jun­ger Mann aus Gha­na hat sich be­reits ei­nen Auf­nah­me­an­trag ab­ge­holt“, er­gänz­te Wil­li Kem­pers, Kö­nig der Bru­der­schaft.

Dass aus­ge­rech­net die Schüt­zen aus Stadt­mit­te die­sen Weg ge­hen, ist nicht selbst­ver­ständ­lich. Noch vor ei­nem Jahr be­stand die Bru­der­schaft aus nur noch sie­ben Mit­glie­dern und stand vor dem Aus. In­zwi­schen hat sich die Mit­glie­der­zahl ver­drei­facht, wor­auf man in der Bru­der­schaft stolz ist. Der Be­schluss des Bun­des­ver­bands ist ei­ne zu­sätz­li­che Mög­lich­keit, neue Mit­glie­der zu ge­win­nen. Re­li­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit und se­xu­el­le Ori­en­tie­rung sol­len laut Schüt­zen­bund kein Hin­de­rungs­grund mehr für Mit­glied­schaf­ten sein, so­fern sich die Be­wer­ber zu den Zie­len und Wer­ten der Bru­der­schaf­ten be­ken­nen.

Nö­tig wur­de der Be­schluss durch ei­nen Fall in Werl. Dort woll­te 2014 Mit­hat Ge­dik Schüt­zen­kö­nig wer­den und ge­wann den Vo­gel­schuss. Weil er kein Christ ist, ver­lang­te der Bund der His­to­ri­schen Schüt­zen sei­ne Ab­dan­kung. Die For­de­rung stieß bun­des­weit auf Em­pö­rung und rief so­gar die An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le des Bun­des auf den Plan. Man ei­nig­te sich, dass Ge­dik Kö­nig blei­ben, aber nicht auf Be­zirks­ebe­ne an­tre­ten durf­te.

Dass Nicht-Chris­ten in Bru­der­schaf­ten ein­tre­ten und Schüt­zen­kö­nig wer­den dür­fen, über­lässt der Schüt­zen­bund seit März die­ses Jah­res den Bru­der­schaf­ten. Glei­ches gilt für Ho­mo­se­xu­el­le. Noch 2012 be­schloss der Dach­ver­band, dass ein Kö­nigs­paar aus Mann und Frau be­ste­hen müs­se. Künf­tig dür­fen sich ho­mo­se­xu­el­le Kö­ni­ge von ih­rem Part­ner be­glei­ten las­sen.

FO­TO: DET­LEF ILGNER

Der Bus­bahn­hof Hil­dera­ther Stra­ße ge­hört zu den we­ni­gen Bus­hal­te­stel­len in der Stadt, die be­reits bar­rie­re­frei sind.

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