So be­freit man sich aus ei­nem Au­to, das auf dem Dach liegt

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON MA­RI­ON LISKEN-PRUSS

Fast 40 Ak­teu­re bo­ten rund um den Rhe­ydter Markt­platz vie­le In­for­ma­tio­nen zum The­ma Si­cher­heit im Stra­ßen­ver­kehr.

Wie be­freit man sich aus ei­nem Au­to, das nach ei­nem Un­fall auf dem Dach lan­det? Wel­che Rol­le spielt das Han­dy als Un­fall­ur­sa­che? Und wie cool ist es, ein­mal auf ei­nem Po­li­zei­mo­tor­rad zu sit­zen? Um Ver­kehrs­si­cher­heit, aber auch um Ak­tio­nen und Un­ter­hal­tung ging es beim Ver­kehrs­si­cher­heits­tag, den die Po­li­zei Mön­chen­glad­bach und die Ver­kehrs­wacht ges­tern in Rhe­ydt un­ter dem Mot­to „Mön­chen­glad­bach un­fall­frei – sei da­bei“or­ga­ni­siert ha­ben. Rund 40 Ak­teu­re nah­men an dem Ver­kehrs­si­cher­heits­tag teil, dar­un­ter die Not­fall­seel­sor­ge, meh­re­re Ver­kehrs­wach­ten, die Feu­er­wehr und das THW. Erst um die Mit­tags­zeit füll­ten sich die Stra­ßen und da­mit auch die In­fo-Stän­de. Die Be­su­cher konn­ten un­ter­schied­li­che Si­mu­la­to­ren aus­pro­bie­ren – so wie den Über­schlagsi­mu­la­tor. Was zu tun ist, wenn das Au­to nach ei­nem Un­fall auf dem Dach lan­det, er­klär­te Chris­ti­an Dep­pe von der Ver­kehrs­wacht Gü­ters­loh: Sich sel­ber ab­stüt­zen, Gurt lö­sen, vor­wärts raus­krie­chen. Noch ei­nen Tipp hat­te er pa­rat: „Es macht nichts, wenn der Wa­gen­him­mel beim Aus­stei­gen dre­ckig wird. Das Au­to ist so­wie­so hin.“Doch so ein­fach sei das gar nicht, be­fan­den Britt Hein­ze und ih­re Toch­ter Sa­lia, die den Si­mu­la­tor aus­pro­biert ha­ben: „Das war un­heim­lich. Das gan­ze Kör­per­ge­fühl ge­rät durch­ein­an­der. Es war schwie­rig, die Bei­ne zu ko­or­di­nie­ren“, so ih­re Er­fah­rung.

10.013 Ver­kehrs­un­fäl­le mit 1.102 Ver­letz­ten und fünf ge­tö­te­ten Men­schen lau­tet die Bi­lanz des Jah­res 2016 für Mön­chen­glad­bach. Das sei zu viel, be­ton­te Po­li­zei­prä­si­dent Ma­this Wies­sel­mann, der ge­mein­sam mit Ober­bür­ger­meis­ter Hans Wil­helm Rei­ners die Schirm­herr­schaft der Ver­an­stal­tung über­nom­men hat­te. „Un­fäl­le gel­ten häu­fig als Schick­sals­schlä­ge“, sag­te Wies­sel­mann. Doch das möch­te er so nicht ste­hen­las­sen: „Un­fäl­le pas­sie­ren nicht, sie wer­den ver­ur­sacht. Hin­ter je­dem Un­fall steht ein Fehl­ver­hal­ten.“Ak­tiv möch­te der Po­li­zei­prä­si­dent ge­gen die Ur­sa­chen von Ver­kehrs­un­fäl­len vor­ge­hen. „Da steht an ers­ter Stel­le die über­höh­te Ge­schwin­dig­keit. An zwei­ter Stel­le folgt in­zwi­schen die Ablen- kung am Steu­er, und zwar haupt­säch­lich durch das Han­dy. Al­ko­hol und Dro­gen wur­den da­durch auf Platz drei ver­wie­sen“, er­läu­ter­te er. Wie schnell man am Steu­er un­auf­merk­sam wird, konn­te Birgit Hol­ten im Ablen­kungs­si­mu­la­tor er­fah­ren. Den Mo­ped­fah­rer, der in dem Film auf die Stra­ße ein­biegt, sieht sie noch. Doch als er sei­nen Ruck­sack ver­liert, dreht sie ge­ra­de am Ra­dio. Die Fol­ge: Der Ruck­sack fliegt in die Front­schei­be, die zer­split­tert, und die Fahrt ist zu En­de. „Man über­schätzt sich beim Au­to­fah­ren“, so das Fa­zit von Birgit Hol­ten. „Hin­ter je­dem Un­fall steht per­sön­li­ches Leid. Wir em­pö­ren uns über Ge­walt­de­lik­te, doch schwe­re Ver­let­zun­gen sind ge­nau­so schlimm“, sagt der Po­li­zei­prä­si­dent.

RP-FO­TOS (2): ISA­BEL­LA RAUPOLD

An der ers­ten Sta­ti­on des Wett­kamp­fes muss­ten die Feu­er­wehr­leu­te in vol­ler Aus­rüs­tung B-Schläu­che über 80 Me­ter zie­hen.

FO­TO: DET­LEF ILGNER

Im Über­schlagsi­mu­la­tor konn­ten Be­su­cher tes­ten wie man sich nach ei­nem Un­fall kopf­über aus ei­nem Au­to be­freit.

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