Feu­er­wehr­leu­te am Li­mit

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON CHRIS­TI­AN LIN­GEN

Beim Wett­be­werb „Toughest Fi­re­figh­ter Ali­ve“such­ten rund 250 Brand­be­kämp­fer aus neun Län­dern den här­tes­ten Feu­er­wehr­mann der Welt. An vier Sta­tio­nen wur­den sie bis an die Gren­zen ih­rer kör­per­li­chen Be­last­bar­keit ge­trie­ben.

Sie sind die Stärks­ten ih­rer Zunft. Schweiß, der in Bä­chen vom Kopf rinnt, am Bo­den lie­gen­de Kör­per, die vor Er­schöp­fung nach Luft rin­gen, und Mo­men­te, in de­nen ei­ne Ohn­macht droht, ma­chen ih­nen nichts aus. Die rund 250 Brand­be­kämp­fer aus neun Na­tio­nen, die nach Rhe­ydt ge­kom­men wa­ren, such­ten in der Ein­zel­wer­tung und im Staf­fel­wett­be­werb die här­tes­ten Feu­er­wehr­leu­te der Welt. Am En­de ging der Sieg wie­der ein­mal an die fa­vo­ri­sier­ten Tsche­chen. Petr Mo­les schaff­te die vier Sta­tio­nen, die den Teil­neh­mern al­les ab­ver­lang­ten, in 5,54 Mi­nu­ten. Den Staf­fel­wett­be­werb ge­wann das Team Tsche­chi­en vor Po­len und ei­nem Team aus Göt­tin­gen. Rund 6000 Zu­schau­er wa­ren an zwei Ta­gen ge­kom­men, um das Spek­ta­kel mit­zu­er­le­ben.

„Der Toughest Fi­re­figh­ter Ali­ve (TFA) fin­det jetzt zum 19. Mal statt. Das ist auch im­mer die Eu­ro­pa­meis­ter­schaft der Feu­er­weh­ren“, sagt Clau­dia Con­soir-Tau­be. Ihr ver­stor­be­ner Ehe­mann Ar­min Tau­be hat­te den Wett­be­werb einst er­fun­den. Sei­ne Frau und die Mönchengladbacher Feu­er­wehr set­zen ihn fort. Durch den Mönchengladbacher Wett­be­werb ist ein welt­wei­ter Sport ent­stan­den. Zwar schnit­ten die Mönchengladbacher Ka­me­ra­den nicht ge­ra­de gut ab, Flo­ri­an Schrö­der lan­de­te als bes­ter Mönchengladbacher auf Platz 51, doch stolz ist man trotz­dem. 17 der 21 Mönchengladbacher Feu­er­wehr­sport­ler sind näm­lich An­wär­ter, die ge­ra­de ih­ren Lehr­gang ab­sol­vie­ren. Den knall­har­ten Sport be­trei­ben sie ganz ne­ben­bei. Weil Flo­ri­an Schrö- der ei­ner von ih­nen ist, war der 51. Platz für den ers­ten Start oh­ne groß­ar­ti­ges Trai­ning dann doch nicht so schlecht.

Vier Sta­tio­nen, die dem ech­ten Ein­satz­ge­sche­hen nach­emp­fun­den wa­ren, trie­ben die Star­ter bis an die Gren­ze ih­rer kör­per­li­chen Be­last­bar­keit. Ne­ben Kraft muss­ten die Feu­er­wehr­sport­ler Wil­lens­stär­ke be­wei­sen. Nur so kann der Par­cours be­wäl­tigt wer­den. Los ging es mit dem Zie­hen zwei­er B-Schläu­che über ei­ne Stre­cke von 80 Me­tern. Da­nach muss­ten zwei wei­te­re Schläu­che auf­ge­rollt und in Kis­ten ver­packt wer­den. An der zwei­ten Sta­ti­on schlu­gen die Feu­er­wehr­leu­te zu­erst mit ei­nem Ham­mer auf ein Ge­wicht ein, tru­gen da­nach ei­ne 80 Ki­lo­gramm schwe­re Pup­pe über 140 Me­ter, krab­bel­ten an­schlie­ßend mit ei­nem Ka­nis­ter durch ein Be­ton­rohr und er­klom­men ei­ne Wand.

Das schaff­ten längst nicht al­le Star­ter. Da­für gab es Straf­punk­te. An der drit­ten Sta­ti­on muss­te zu­erst ei­ne Lei­ter auf­ge­baut wer­den. Da­nach galt es, zwei 15 Ki­lo­gramm schwe­re Ka­nis­ter zwei Stock­wer­ke hoch­zu­tra­gen, zwei Schläu­che an ei­ner Lei­ne hoch­zu­zie­hen und wie­der run­ter­zu­lau­fen. Den Ab­schluss bil­de­te die Kö­nigs­dis­zi­plin: In vol­ler Aus­rüs­tung 300 Trep­pen­stu­fen, ver­teilt auf 15 Stock­wer­ke, hin­auf sprin­ten. Da­nach ging bei den Feu­er­wehr­leu­ten erst ein­mal gar nichts mehr.

Im Rah­men­pro­gramm des TFA gab es ei­ne Aus­stel­lung mit his­to­ri­schen Feu­er­wehr-Fahr­zeu­gen, ein Fa­mi­li­en­fest mit Hüpf­burg und Grill, und ei­nen Kin­der-TFA. Dort konn­ten die klei­nen Be­su­cher spie­le­risch ähn­li­che Auf­ga­ben ab­sol­vie­ren wie die gro­ßen Flo­ria­ner. Da­für be­ka­men sie Ur­kun­den. In drei Jah­ren wird die Mönchengladbacher Feu­er­wehr bei der Mes­se In­ter­schutz in Han­no­ver die Welt­meis­ter­schaft im TFA aus­rich­ten.

An der zwei­ten Sta­ti­on wur­de ein Ge­wicht be­ar­bei­tet. Da­nach muss­te ei­ne 80 Ki­lo­gramm schwe­re Pup­pe 140 Me­ter weit ge­tra­gen wer­den.

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