So fei­er­ten die Schüt­zen am Wo­che­n­en­de

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON CHRIS­TI­AN LIN­GEN, EVA BACHES UND ELE­NA DA SIL­VA

Vier Bru­der­schaf­ten hat­ten ein­ge­la­den, Brauch­tum zu fei­ern. Die Hit­ze mach­te den Uni­form­trä­gern nichts aus.

GEISTENBECK Das Schüt­zen­fest in Geistenbeck hat­te noch gar nicht be­gon­nen, da gab es schon ge­nü­gend Grund, sich zu är­gern. Als die Mit­glie­der der St. Jo­sef Schüt­zen­bru­der­schaft die Stra­ßen des Stadt­teils schmück­ten, kam es zu ei­nem Dieb­stahl. Um die Fähn­chen, die über den Stra­ßen hän­gen, zu trans­por­tie­ren, fuh­ren die Schüt­zen sie per Hol­land-Fahr­rad durch die Stra­ßen. Als sie ge­ra­de auf Lei­tern stan­den, um die Wim­pel­ket­ten auf­zu­hän­gen, ver­schwand das Fahr­rad. Nun bit­ten die Schüt­zen, es zu­rück­zu­ge­ben. Denn mit dem Rad wer­den auch Tei­le der Mai­bäu­me trans­por­tiert. Den zwei­ten Är­ger gab es an der Kö­nigs­re­si­denz. Als am Mittwoch der Wind blies, kipp­te das Bau­werk um und wur­de stark be­schä­digt. „Wir muss­ten ei­ni­ges re­pa­rie­ren und die Re­si­denz ab­stüt­zen, da­mit sie nicht noch ein­mal um­kip­pen kann“, er­zähl­te Kö­nig Rolf Wa­te­ler, der von dem Mal­heur per Han­dy er­fuhr, als er ge­ra­de an der Kas­se ei­nes Ge­trän­ke­mark­tes stand.

Das ei­gent­li­che Schüt­zen­fest ver­lief dann aber rei­bungs­los. Die Geis­ten­be­cker wa­ren froh, nach re­gen­rei­chen Jah­ren zwar schwit­zend, aber Haupt­sa­che tro­cke­nen Fu­ßes fei­ern zu kön­nen. Be­son­ders freu­ten sich die Mit­glie­der der Bru­der­schaft über die Rück­kehr von Ge­ne­ral Hans-Jo­sef Es­ser, den man in Geistenbeck nur als „No­li“kennt. Er hat­te vor zwei Jah­ren ei­nen Un­fall und konn­te seit­dem nicht mehr mit­fei­ern. Ges­tern hielt er ei­ne be­we­gen­de An­spra­che wäh­rend des Gro­ßen Zap­fen­streichs und über­nahm das Kom­man­do über die Trup­pe. Zu der ge­hört auch Ste­phan Horn, der den Ho­hen Bru­der­schafts­or­den ver­lie­hen be­kam. Heinz Pöst­ges freu­te sich über das St. Se­bas­tia­nus Eh­ren­kreuz, und El­ke Be­leit er­hielt die Frau­en-Bro­sche in Gold. BROICH-PEEL Noch bis mor­gen fei­ert die St. Ro­chus Schüt­zen­bru­der­schaft ihr Schüt­zen­fest im Broi­cher Fest­zelt. Be­reits die ge­sam­te Wo­che über hat­ten die Mit­glie­der beim Schüt­zen­kö­nig Nor­bert Oh­len­forst ge­kränzt, be­vor das Fest am Sams- tag be­gin­nen konn­te. Der Sonn­tag­mor­gen be­gann mit der Schüt­zen­fest­mes­se. Die­ses Jahr stand sie un­ter dem Mot­to „Wir sind wie Feu­er und Was­ser“. Ei­ni­ge Mit­glie­der wur­den aus­ge­zeich­net: Jo­sef Ot­ten, Tho­mas Ger­hards, Fried­helm Wey­er, Ar­thur Fuß­dell, Wal­ter Camps, Klaus Eckers und Rolf Reyn­ders er­hiel­ten das Sil­ber­ne Ver­dienst­kreuz und Hel­muth Rüs­kens das Se­bas­tia­nu­seh­ren­kreuz. Die Mi­nis­ter sind Jan Oh­len­forst und Ma­ri­us Bal­tes, Lars Oh­len­forst ist der Kö­nigs­ad­ju­tant. An­schlie­ßend be­gann der Früh­schop­pen, be­vor am Nach­mit­tag die gro­ße Pa­ra­de ein­ge­läu­tet wur­de. „Un­ser Zug be­steht aus mehr als 400 Mit­glie­dern“, sag­te Her­bert Bihn, zwei­ter Bru­der­meis­ter. „Zum Schüt­zen­fest kom­men al­le zu­sam­men. Das ge­sam­te Dorf ist kir­mes­be­geis­tert, und die Stra­ßen wer­den schön ge­schmückt.“Bihn ist be­reits seit mehr als 40 Jah­ren Mit­glied der St. Ro­chus Schüt­zen­brü­der­schaft. Ei­ni­ge High­lights ste­hen noch be­vor. Heu­te be­ginnt um 10 Uhr die Hei­li­ge Mes­se in der Pfarr­kir­che mit an­schlie­ßen­der Klom­pen­pa­ra­de vor der Kir­che und dem Vo­gel­schuss im Fest­zelt. Mor­gen wer­den die Kranz­ge­mein­schaft und der Kö­nig um 17.15 Uhr am Fest­zelt ab­ge­holt, dar­auf folgt der Zap­fen­streich an der Kir­che. Be­en- det wird das Schüt­zen­fest um 20 Uhr mit dem den Fa­mi­li­en­ball und dem Kir­me­s­aus­klang. OHLER-OHLERFELD Schüt­zen­fest in Ohler: Das be­deu­tet, mit Nach­barn und Freun­den fried­lich zu­sam­men zu fei­ern. Ver­bun­den­heit mit dem Hei­mat­ort wird hier ganz groß ge­schrie­ben. „Wir sind 2012 her­ge­zo­gen. Ich fin­de das Schüt­zen­fest wich­tig für den Zu­sam­men­halt“, sagt Da­nie­la Es­ser. Vie­le säu­men dann auch schon am Mor­gen die Stra­ßen, um bei strah­len­dem Son­nen­schein mit den Schüt­zen zu fei­ern. Mit 13 Grup­pen der Schüt­zen­bru­der­schaft so­wie be­freun­de­ter Bru­der­schaf­ten zieht die Pa­ra­de durch den Ort. An­schlie­ßend geht es zum Früh­schop­pen ins Fest­zelt. Blas­mu­sik kün­digt das Ein­tref­fen des Kö­nigs­hau­ses 2017 – al­len vor­an des ak­tu­el­len Schüt­zen­kö­nigs Achim Dun­ker mit den Bru­der­meis­tern Hans-Theo Overs­berg und Bern­hard Cörst­ges – an. Achim Dun­ker wohnt in Köln, fühlt sich durch die Schüt­zen­bru­der­schaft Ohler noch ver­bun­den. Das kann auch der Mi­nis­ter des Jung­kö­nig­hau­ses, Max Ter­stap­pen, be­stä­ti­gen. Die Grü­nen Gre­na­die­re be­ste­hen seit 2010 und stel­len in die­sem Jahr mit Thors­ten Pelt­zer zum ers­ten Mal den Jung­kö­nig. „Als wir uns ge­grün­det ha­ben, sind vie­le weg­ge­zo­gen. Die Freund­schaft der Gre­na­die­re bo­ten im­mer An­lass, sich zu tref­fen“, er­klärt er. Für ei­nen ech­ten Gän­se­haut-Mo­ment sorg­te Heinz Mi­chels. Vor 60 Jah­ren war er Schüt­zen­kö­nig der St. Kon­rad Schüt­zen­bru­der­schaft Ohler-Ohlerfeld. Das Fest­zelt er­hebt sich und ju­belt ihm zu, als er von Prä­si­dent Achim Rei­er­mann nach vor­ne ge­be­ten wird. „Ich freue mich sehr, dass ihr an mich ge­dacht habt“, sagt er ge­rührt. STADT­MIT­TE Noch vor ei­nem Jahr war es um die St. Vi­tus-Lau­ren­ti­us Bru­der­schaft Stadt­mit­te schlecht be­stellt. Es gab nur noch sie­ben Mit­glie­der. In­zwi­schen sind es drei­mal so vie­le. Und die ha­ben ei­ni­ges ver­än­dert. Der neue Vor­stand ist zu­sam­men­ge­wach­sen, die Re­si­denz wur­de er­neu­ert und ein neu­es Pla­kat, das künf­tig bei Schüt­zen­fes­ten über dem Pfarr­heim hängt, wur­de ge­stal­tet. Mit Kö­nig Wil­li Kem­pers und sei­nen Bru­der­meis­tern Det­lev Ro­bens und Klaus Cörst­ges über­nah­men drei er­fah­re­ne Schüt­zen das Amt des Kö­nigs­ge­spanns. Weil die Bru­der­schaft so klein ist, er­fährt sie je­de Men­ge Un­ter­stüt­zung. Gleich sechs Gast­bru­der­schaf­ten wa­ren ge­kom­men, um die Alt­stadt­schüt­zen zu be­glei­ten. So brach­te man ei­nen Um­zug zu­stan­de, an dem rund 150 Schüt­zen teil­nah­men. Zwi­schen­durch mach­te man ei­nen Stop am Kran­ken­haus Ma­ria Hilf, wo die Ka­pel­len ein Ständ­chen spiel­ten, und be­such­te den Aus­schank der Hen­sen-Braue­rei an der Wald­hau­se­ner Stra­ße. Für die Zu­kunft ist die Bru­der­schaft wie­der auf ei­nem gu­ten Weg und möch­te wei­ter wach­sen.

RP-FO­TOS (3): ISA­BEL­LA RAUPOLD

Die Mu­sik­ka­pel­len ge­lei­ten die Ma­jes­tä­ten aus der Kö­nigs­re­si­denz in Broich-Peel.

RP-FO­TO: ILGNER

Die schwar­zen Husa­ren mar­schier­ten durch Ohler-Ohlerfeld.

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