Klick­tipps: To­co­tro­nic-Sän­ger malt jetzt Hun­de

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - ROCK UND POP - VON STE­FAN PETERMANN

In der Ru­brik „Klick­tipps“stel­len wir Links zu kos­ten­lo­sen MP3Down­loads, Kon­zer­ten, Vi­de­os und In­die-Rock­bands vor. In die­ser Wo­che weint Lars Ei­din­ger we­gen Ös­ter­reich.

Vie­le B-Sei­ten der Pet Shop Boys sind ori­gi­nel­ler als die A-Sei­ten der meis­ten Bands. Meint auch Dirk von Lowt­zow und co­vert des­halb de­ren un­ter­kühl­tes State­ment zur Ein­sam­keit „I Want A Dog“. Dar­in heißt es: „When I get back to my small flat I want to he­ar some­bo­dy bark.“Der To­co­tro­nic-Sän­ger re­du­ziert den dunk­len 80er-Hou­se­sound der Bri­ten auf drei me­lan­cho­li­sche Gi­tar­ren­ak­kor­de. Im Vi­deo zeich­net er da­zu Fix-und-Fo­xi-ähn­li­che Hun­de. Zu be­stau­nen auf Youtube.

Wer das chil­li­ge „Mo­by Dick“von Gurr hört und da­bei die Au­gen schließt, kann an vie­les den­ken: Som­mer, Strän­de, Sur­fen, psy­che­de­li­sche Farb­spie­le, Ri­ot-Grrrls, viel­leicht ei­ne Zei­t­rei­se in die gu­ten 70er. Aber ganz si­cher nicht ans Ber­lin der Ge­gen­wart. Doch kommt das sym­pa­thi­sche Duo mit dem Hang zu fluf­fi­gen Ga­ra­ge-Gi­tar­ren und un­wi­der­steh­li­chen Me­lo­di­en aus der Stadt oh­ne Zu­gang zum Meer. Macht ja nichts. Mit ih­rem ers­ten Al­bum „In My He­ad“, das auf Band- camp zur Ver­fü­gung steht, lässt es sich an schö­ne­re Or­te tag­träu­men.

Die ein­zi­ge re­le­van­te Fra­ge nach dem Schau­en von „Dia­mant“lau­tet: Sind Lars Ei­din­gers Trä­nen echt? Denn der Schau­spie­ler wird im Vi- deo des Edel­kitsch­kunst­pro­jekts Love Ho­tel Band am Um­hän­ge-Key­board sehr rühr­se­lig. In dem kör­per­be­to­nen­den Schmacht­fet­zen lieb­ko­sen Sei­den­ho­sen zärt­lich fal­sche Schnurr­bär­te zu der la­ven­del­far­be­nen Stim­me des ös­ter­rei­chi­schen Clou­d­rap-Phä­no­mens Yung Hurn. Wer das iro­nisch ver­steht, ver­steht es be­stimmt falsch. Youtube führt in die­se be­son­ders seich­ten Un­tie­fen des Dream­pops.

Ein­mal von Mu­sik das Herz bre­chen las­sen? Dann Pho­ebe Bridgers hö­ren. Al­lein mit Akus­tik­gi­tar­re und ein­dring­li­cher Stim­me bringt die Sin­ger/Song­wri­te­rin aus Los An­ge­les Wel­ten zum Ein­stür­zen. Im episch-poe­ti­schen „Smo­ke Si­gnals“ver­knüpft sie die To­de von Motörhead-Sän­ger Lem­my Kil­mis­ter und Da­vid Bo­wie mit dem En­de ei­ner Lie­be. Für „All Songs Con­side­red“hat sie den Song noch be­rüh­ren­der im Ho­tel­zim­mer vor­ge­tra­gen.

Die Links zu den Down­loads gibt es un­ter www.rp-on­line.de/herz­ra­sen und ngz-on­line.de/herz­ra­sen.

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