Hier hat die Stadt Vor­bild­cha­rak­ter

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - REISE&ERHOLUNG -

zwei Stock­wer­ken le­ben. Je­der Be­woh­ner hat ein Ein­zel­zim­mer mit ei­ge­ner Toi­let­te und Du­sche. Sie sind bar­rie­re­frei und roll­stuhl­ge­recht ein­ge­rich­tet. 53 Qua­drat­me­ter ste­hen je­dem Be­woh­ner zur Ver­fü­gung, 22 da­von sind der per­sön­li­che Rück­zugs­ort. Die Woh­ne­be­nen sind so kon­zi­piert, dass die Be­treu­er sie weit­läu­fig ein­se­hen kön­nen. Und es gibt meh­re­re Ge­mein­schafts­räu­me: an­ge­fan­gen von ei­ge­nen Wohn­grup­pen-Kü­chen und Ess­zim­mern bis hin zu ei­ner gro­ßen Ca­fe­te­ria im Erd­ge­schoss und ei­nem Fit­ness-Be­reich für Be­woh­ner und Mit­ar­bei­ter. „Dort kön­nen auch Ver­an­stal­tun­gen des Stadt­teils statt­fin­den“, sagt Hol­ding-Ge­schäfts­füh­rer Wall­ra­fen. Dass die Stadt­toch­ter So­zi­al-Hol­ding ih­ren Ver­wal­tungs­ap­pa­rat zur Au­gust-Mon­forts-Stra­ße ver­legt, sorgt für ei­ne spür­ba­re Kos­ten­er­spar­nis. Die Mie­te ent­fällt künf­tig, we­gen der Sy­ner­gie­ef­fek­te sind Dop­pel­be­set­zun­gen et­wa im Ver­wal­tungs­be­reich des Heims nicht mehr not­wen­dig. „Wir ver­rin­gern die jähr­li­chen Kos­ten um rund 200.000 Eu­ro“, ver­spricht Wall­ra­fen. Die Mit­ar­bei­ter be­kom­men Ein­zel­bü­ros, es gibt meh­re­re Ge­mein­schafts­räu­me, die auch von der Bil­dungs Gm­bH ge­nutzt wer­den. Nur die vier Mit­ar­bei­ter, die für die Heim­auf­nah­me zu­stän­dig sind, zie­hen ins Erd­ge­schoss, da­mit sie für po­ten­zi­el­le Be­woh­ner und de­ren An­ge­hö­ri­gen künf­tig bes­ser zu er­rei­chen sind. Wall­ra­fen: „Dort ha­ben wir auch ei­ne Mus­ter­woh­nung, so dass sich mög­li­che Heim­be­woh­ner an­schau­en kön­nen, wie sie bei uns le­ben wer­den.“

Wei­te­re Ide­en will der Hol­din­gGe­schäfts­füh­rer ent­wi­ckeln. Ei­ne da­von: Äl­te­re Men­schen sol­len sich im Al­ten­heim-Um­feld Elek­tro-Roll­stüh­le und auch Elek­tro-Fahr­rä­der lei­hen kön­nen.

Wenn Mön­chen­glad­bach in Ran­kings hin­ter­fragt wird, schnei­det die­se Stadt nicht im­mer gut ab. Das mag be­rech­tigt sein. Aber es gibt Be­rei­che, da be­kommt Mön­chen­glad­bach al­ler­bes­te No­ten – auch wenn sich das nicht im­mer gleich in Rang­lis­ten wi­der­spie­gelt. Die Se­nio­ren­be­treu­ung ge­hört da­zu. Es war der ehe­ma­li­ge So­zi­al­de­zer­nent Gün­ther Buhl­mann, der in den 1980er Jah­ren die­ses Netz knüpf­te. Heu­te ist Mön­chen­glad­bach bei der Hil­fe äl­te­rer Men­schen ein Vor­zei­ge­mo­dell. Und das ist nicht nur der So­zi­al-Hol­ding, son­dern auch an­de­ren Trä­gern der Al­ten­hil­fe und den ger­ia­tri­schen Ab­tei­lun­gen der Kran­ken­häu­ser zu ver­dan­ken. Wei­ter so!

die­ter.we­ber@rheinische-post.de

RP-FOTOS: DETLEF ILGNER

So­zi­al-Hol­ding-Ge­schäfts­füh­rer Hel­mut Wall­ra­fen (l.) zeigt Bau­ar­bei­ter Mar­jo Bro­j­ko­vic die Plä­ne für das neue Zen­trum: Der Kom­plex hin­ten und rechts ge­hört zum Al­ten­heim, in das graue Staf­fel­ge­schoss zieht die So­zi­al-Hol­ding. Links sind die Räu­me für Heim­auf­nah­me und Bil­dungs Gm­bH.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.