Erst spa­ren, dann lei­hen

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON MAXIMILIAN KRO­NE

Wer sich den Traum vom ei­ge­nen Au­to oder Haus er­fül­len möch­te, soll­te zu­nächst zu­min­dest ei­nen Teil des Gel­des an­spa­ren. Das loh­ne sich trotz Nied­rig­zin­sen auch für jun­ge Leu­te mit klei­nen Ein­kom­men.

Als jun­ger Mensch oh­ne ho­hes Ein­kom­men steht man häu­fig vor dem Di­lem­ma, sich gro­ße Träu­me nicht oh­ne Wei­te­res leis­ten zu kön­nen. Was al­so tun? Bes­ser spa­ren oder ei­nen Kre­dit auf­neh­men? Fi­nanz­ex­per­ten ge­ben ge­ne­rell den Tipp, dar­auf zu ach­ten, dass man sich sei­nen Wunsch grund­sätz­lich leis­ten kann. „Ob dann ein Kre­dit in Fra­ge kommt, hängt im­mer auch von der An­schaf­fung ab“, sagt Matthias Heit­zer von der Spar­kas­se in Mön­chen­glad­bach. „Es macht aber ge­ne­rell Sinn, et­was an­zu­spa­ren und ei­nen Teil des Ver­diens­tes, bei­spiels­wei­se aus ei­nem Ne­ben­job, zu­rück­zu­le­gen“, sagt er.

Mit Hil­fe von In­vest­ment­fonds las­sen sich auch in der heu­ti­gen Zeit in­ter­es­san­te Ren­di­ten er­zie­len und die Ri­si­ken beim Spa­ren in Un­ter­neh­mens­an­tei­le deut­lich ver­rin­gern. Ak­ti­en­fonds bei­spiels­wei­se in- ves­tie­ren in vie­le un­ter­schied­li­che Un­ter­neh­mens­wer­te. Des­halb sind Kurs­schwan­kun­gen ein­zel­ner Un­ter­neh­men für In­vest­ment­fonds­spa­rer in der Re­gel nicht ganz so ex­trem. Wer re­gel­mä­ßig mo­nat­lich den glei­chen Be­trag in In­vest­ment­fonds­an­tei­le spart, pro­fi­tiert zu­sätz­lich vom so­ge­nann­ten Cost-Aver­a­ge-Ef­fekt. Wenn ein Spa­rer ei­nen fes­ten Spar­be­trag ver­ein­bart hat, für den In­vest­ment­fonds­an­tei­le per Dau­er­auf­trag ge­kauft wer­den sol­len, dann er­hält er in schwa­chen Markt­pha­sen im Ver­hält­nis mehr Fonds­an­tei­le für sein Geld. In star­ken Bör­sen­zei­ten wer­den je­doch ent­spre­chend we­ni­ger An­tei­le ge­kauft.

Auf die­se Wei­se er­zielt der Fonds­spa­rer ei­nen güns­ti­ge­ren durch­schnitt­li­chen Kauf­preis. Auch für An­le­ger, die klei­ne­re Be­trä­ge spa­ren möch­ten, sind In­vest­ment­fonds in­ter­es­sant, da ab Be­trä­gen von 25 Eu­ro ein re­gel­mä­ßi­ger An­spar­plan mög­lich ist. Der An­le­ger kann aus ei­ner Viel­zahl von Fonds aus­wäh­len, um sein per­sön­li­ches An­la­ge­ziel zu er­rei­chen. Es kann un­ter an­de­rem in Ak­ti­en­fonds, Ren­ten­fonds oder Misch­fonds in­ves­tiert wer­den. Um im Di­ckicht die­ser Mög­lich­kei­ten den Über­blick zu be­hal­ten, ist es rat­sam, mit ei­nem Be­ra­ter zu spre­chen. Denn nicht al­le Fonds eig­nen sich für al­le An­le­ger, weil je­der Spa­rer in­di­vi­du­el­le An­la­ge­zie­le, An­la­ge- vor­stel­lun­gen oder An­la­ge­zeit­räu­me hat, in de­nen sein Geld für ihn ar­bei­ten kann.

„Für klei­ne­re Ein­kom­men ist aber auch das Prä­mi­en­spa­ren zu emp­feh­len, bei dem es im drit­ten Jahr ei­ne Prä­mie auf die Spar­leis­tung von ei­nem Pro­zent und bis zu zehn Pro­zent im zehn­ten Jahr gibt“, er­klärt Matthias Heit­zer. Wich­tig ist es, auf ein Ziel hin­zu­ar­bei­ten und ei­nen kla­ren Wunsch vor Au­gen zu ha­ben, den man sich er­fül­len will und auf den man mit ei­nem mo­nat­li­chen Be­trag hin spart.

Klar sei aber auch, dass das meist nicht reicht, um ein Haus oder ein Au­to zu kau­fen. In die­sen Fäl­len ma­che dann ein Kre­dit Sinn. „Im Grun­de kann je­der ei­nen Kre­dit er­hal­ten, der über ein ge­re­gel­tes Ein­kom­men ver­fügt – auch Aus­zu­bil­den­de“, sagt Heit­zer. Wich­tig sei aber die Be­ra­tung durch ei­nen Fach­mann. „Man soll­te ein an­ge­mes­se­nes Ziel ver­fol­gen, um sich fi­nan­zi­ell nicht zu ver­he­ben.“So wen­den sich auch vie­le Kun­den an die Spar­kas­se, um ei­nen Kre­dit für den Ur­laub, das Au­to oder ei­ne Woh­nungs­ein­rich­tung zu be­kom­men, was nicht mal eben so be­zahlt wer­den kön­ne. Laut Matthias Heit­zer gel­te aber auch da­bei: „Man kann deut­lich ein­fa­cher mit Er­spar­nis­sen in der Hin­ter­hand auf­tre­ten, als oh­ne.“ Mäu­se, Moos und mehr ist ei­ne Ko­ope­ra­ti­on von Rhei­ni­scher Post und der Spar­kas­se in Mön­chen­glad­bach.

AR­CHIV­FO­TO: LOTHAR HEIDTMANN

Ein Kind steckt am Welt­spar­tag 1965 ei­ne Mün­ze in ein Spar­schwein. Was da­mals galt, gilt auch heu­te noch: Spa­ren kann nie scha­den.

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