Kran­ker Po­li­zist darf nicht als Fuß­ball-Scout ar­bei­ten

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - SPORT -

DÜSSELDORF (dpa/RP) Ein krank­ge­schrie­be­ner Po­li­zist darf nicht als hoch be­zahl­ter Fuß­ball-Scout ar­bei­ten. Das hat das Ver­wal­tungs­ge­richt in Düsseldorf am Di­ens­tag ent­schie­den. Es scha­de dem An­se­hen der Po­li­zei und stif­te Un­frie­den, wenn ein dienst­un­fä­hi­ger Po­li­zist als Zu­schau­er auf dem Fuß­ball­platz mehr ver­die­ne als auf ei­ner Voll­zeit­stel­le als Ober­kom­mis­sar, sag­te Rich­ter Andreas Müller. Bei dem Po­li­zis­ten han­de­le es sich um den Vater ei­nes er­folg­rei­chen Bun­des­li­ga-Pro­fis und Na­tio­nal­spie­lers, sag­te der Rich­ter. Die „Bild“be­rich­te­te, es han­de­le sich bei dem Spie­ler um Max Mey­er von Schal­ke 04. Dort woll­te man das auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on nicht kom­men­tie­ren, weil der Ver­ein nicht in­vol­viert sei.

Der Be­am­te ha­be be­reits zwei Jah­re als Fuß­ball-Scout ge­ar­bei­tet – mit Ge­neh­mi­gung des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len. Da­bei ha­be er 4000 Eu­ro pro Mo­nat für ei­nen Ne­ben­job von – laut Ver­trag – acht St­un­den pro Wo­che er­hal­ten. Da­mals ar­bei­te­te er al­ler­dings noch in sei­nem Haupt­be­ruf als Po­li­zist. Als er trotz Di­enst­un­fä­hig­keit sei­nen Ne­ben­job als Scout fort­füh­ren woll­te, ver­sag­te ihm das Land die Ver­län­ge­rung der Ge­neh­mi­gung.

Da­ge­gen klag­te der Be­am­te und ver­lang­te zu­sätz­lich zur Ge­neh­mi­gung 24.000 Eu­ro Scha­den­er­satz für ent­gan­ge­ne Ein­künf­te. Er brau­che das Geld für den Un­ter­halt der Fa­mi­lie, zu der auch der schwer­be­hin­der­te Bru­der des Bun­des­li­ga-Pro­fis ge­hö­re. Au­ßer­dem nut­ze der be­reits frü­her ge­neh­mig­te Ne­ben­job der Ge­ne­sung, ar­gu­men­tier­te sein An­walt.

Der Rich­ter be­zwei­fel­te dies: Es stel­le sich die Fra­ge, ob das Scou­ting nicht be­reits der ei­gent­li­che Haupt­be­ruf des Klä­gers sei, denn dort ver­die­ne er in Teil­zeit mehr, als er als Po­li­zist in Voll­zeit ver­die­nen wür­de. „Po­li­zis­ten sol­len Po­li­zis­ten sein und kei­ne Scouts“, sag­te er.

Ob der Ne­ben­job für den Fa­mi­li­en­un­ter­halt not­wen­dig sei, sei frag­lich, wenn das Ein­kom­men des Soh­nes als Fuß­ball-Pro­fi auf 3,5 Mil­lio­nen Eu­ro im Jahr be­zif­fert wer­de. Das Ur­teil ist noch nicht rechts­kräf­tig.

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