Ein fau­ler Kom­pro­miss

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - WIRTSCHAFT -

Die Bör­sen re­agier­ten er­leich­tert: Geld­ge­ber und At­hen ha­ben sich auf neue Hil­fen ge­ei­nigt. Fi­nanz­mi­nis­ter Schäu­b­le sprach von ei­ner „ins­ge­samt ver­nünf­ti­gen Li­nie“. Ver­nünf­tig ist, dass die Eu­ro­pä­er ei­ne Plei­te des Lan­des ab­ge­wen­det ha­ben. In Zei­ten von Trump und Br­ex­it kann sich Eu­ro­pa ei­ne neue Zu­spit­zung der Eu­ro-Kri­se we­ni­ger denn je leis­ten. We­nig ver­nünf­tig sind aber die De­tails der Ei­ni­gung. Die zen­tra­le Fra­ge, ob man den Grie­chen ei­nen Teil ih­rer Schul­den er­lässt, wur­de ein­fach ver­tagt auf 2018. Der Wäh­rungs­fonds for­dert dies, weil er rea­lis­ti­scher­wei­se an­er­kennt, dass Hel­las aus ei­ge­ner Kraft von sei­nen Schul­den, die be­reits 180 Pro­zent der Jah­res­wirt­schafts­leis­tung aus­ma­chen, nicht her­un­ter­kommt. Und der IWF darf nur hel­fen, wenn es ei­ne wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ve gibt. Klar, ein Schul­den­schnitt schmerzt, zu­mal At­hen über Jahre be­tro­gen und Re­for­men ver­schleppt hat. Den­noch wird man um ihn nicht her­um­kom­men. Das weiß auch Schäu­b­le. Nur sa­gen will er es nicht – nicht vor der Bun­des­tags­wahl und nicht, um die Sa­che er­neut durch den Bun­des­tag brin­gen zu müs­sen. Ein fau­ler Kom­pro­miss.

Ant­je Hö­ning

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