WASSENBERG „Der FSC-Cup ist ein Voll­zeit-Job“

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - SPORT LOKAL -

Der Vor­sit­zen­de des FSC Mön­chen­glad­bach über sein Mäd­chen­fuß­ball-Tur­nier und den mög­li­chen Gast Li­ra Alu­shi.

Herr Wassenberg, Ihr Klub ver­an­stal­tet am Wo­che­n­en­de be­reits zum elf­ten Mal den FSC-Cup in Rhein­dah­len. Gibt es bei so viel Er­fah­rung noch Din­ge, die Sie in der Vor­be­rei­tung über­ra­schen kön­nen, oder über­wiegt die Rou­ti­ne? WASSENBERG Na­tür­lich ha­ben sich vie­le Din­ge ein­ge­spielt, schließ­lich ha­ben wir auch schon vor dem FSCCup ei­ni­ge Jahre lang ein gro­ßes Som­mer­tur­nier aus­ge­rich­tet. Aber es gibt auch im­mer die­sel­ben Pro­ble­me. Es wird vor al­lem schwie­ri­ger, ge­nü­gend frei­wil­li­ge Hel­fer zu fin­den. Wir ha­ben zwar cir­ca 120 Ak­ti­ve im Ver­ein, doch nur et­wa die Hälf­te der El­tern­schaft ist auch be­reit, sich zu en­ga­gie­ren. Der Rest ver­schwin­det in der An­ony­mi­tät. Wie schaf­fen Sie es, ein Tur­nier die­ser Grö­ßen­ord­nung mit 52 Mann­schaf­ten und ins­ge­samt über 500 Nach- wuchs-Spie­le­rin­nen Jahr für Jahr auf die Bei­ne zu stel­len? WASSENBERG In die­ser Hin­sicht ist der FSC-Cup glück­li­cher­wei­se ein Selbst­läu­fer, zu­mal wir in Wer­ner Neue ei­nen Tur­ni­er­or­ga­ni­sa­tor ha­ben, der von Be­ginn an über un­heim­lich vie­le Kon­tak­te ver­füg­te. Wir kön­nen stolz dar­auf sein, dass mehr als die Hälf­te der Ver­ei­ne zu den Stamm­gäs­ten zählt. Al­ler­dings er­schwert das na­tür­lich auch ein we­nig das Be­stre­ben, im­mer wie­der neue Klubs ein­zu­la­den, weil vie­le Teil­neh­mer­plät­ze im Grun­de schon ein Jahr vor dem Tur­nier be­legt sind. Was macht den Cup für Mäd­chen­teams aus ganz Deutsch­land so­wie aus den Nie­der­lan­den und Bel­gi­en so in­ter­es­sant? WASSENBERG Wir ha­ben al­lei­ne vier oder fünf Ver­ei­ne, die mit ih­rer ge­sam­ten Mäd­chen-Ab­tei­lung an­rei- sen, weil sie bei uns ei­nen schö­nen Sai­son-Aus­klang er­le­ben wol­len. Durch das ge­mein­sa­me Zel­ten auf der gro­ßen An­la­ge in Rhein­dah­len und die Mäd­chen-Dis­co bie­ten wir den Spie­le­rin­nen ei­ni­ges über den sport­li­chen Wett­kampf hin­aus. Gibt es bei der elf­ten Auf­la­ge Neu­hei­ten? WASSENBERG Wir wer­den erst­mals ein klei­nes U 10-Tur­nier in das Programm in­te­grie­ren. Wir als Aus­bil­dungs­ver­ein wol­len in den kom­men­den Jah­ren das Tur­nier in die­ser Al­ters­klas­se ver­grö­ßern und da­bei ger­ne mit Grund­schu­len ko- ope­rie­ren. Denn auch ein sol­ches Wo­che­n­en­de mit Zelt­la­ger weckt vi­el­leicht bei dem ei­nen oder an­de­ren Mäd­chen die Be­geis­te­rung für

den Fuß­ball. Ein ers­ter Hö­he­punkt ist beim FSC-Cup im­mer der Ein­marsch al­ler Mann­schaf­ten. Wer­den Sie bei der Er­öff­nung wie­der pro­mi­nen­te Un­ter­stüt­zung er­hal­ten? WASSENBERG Ja, Ober­bür­ger­meis­ter Hans Wil­helm Rei­ners hat sich eben­so an­ge­kün­digt wie ein Über­ra­schungs­gast aus der Lan­des­po­li­tik. Zu­dem ha­ben wir die Hoff­nung, dass un­se­re ehe­ma­li­ge Ju­gend­spie­le­rin Li­ra Alu­shi im Ver­lauf der bei­den Tur­nier­ta­ge ein­mal auf die An­la­ge kommt. Ha­ben Sie noch re­gel­mä­ßig Kon­takt zu Li­ra Alu­shi, die 2007, noch un­ter ih­rem Mäd­chen­na­men Ba­jra­maj, mit der deut­schen Na­tio­nal­mann­schaft Welt­meis­ter ge­wor­den ist? WASSENBERG Mit Li­ra selbst ist es schwie­ri­ger ge­wor­den, da sie über­wie­gend bei ih­rem Mann in Ham­burg lebt. Aber zur Fa­mi­lie Ba­jra­maj ist der Kon­takt nie ab­ge­bro­chen. In den sie­ben Jah­ren, in de­nen Li­ra bei mir trai­nier­te, war ich ja auch ei­ne Art zwei­ter Va­ter für sie. Stimmt es Sie weh­mü­tig, wenn Sie an je­ne Zeit zu­rück­den­ken, als Sie nicht nur Li­ra Ba­jra­maj, son­dern noch wei­te­re Top­ta­len­te aus­ge­bil­det ha­ben? WASSENBERG Nein, so den­ke ich nicht. Ich wür­de mich ein­fach freu­en, wenn Li­ra uns tat­säch­lich beim Tur­nier be­su­chen kom­men wür­de. Wor­auf freu­en Sie sich noch beim FSC-Cup? WASSENBERG Es ist im­mer schön, wenn die Gäs­te sich bei uns wohl­füh­len und im­mer wie­der ger­ne zu uns kom­men. Aber so ein Tur­nier er­for­dert meh­re­re Ta­ge lang den vol­len Ein­satz. Das ist im Grun­de dann ein Voll­zeit-Job. In­so­fern bin ich froh, dass wir da­nach ei­ne län­ge­re Pau­se ein­le­gen, da die Sai­son für al­le Mann­schaf­ten – bis auf die U 17, die der­zeit noch die Nie­der­rhein­li­gaQua­li­fi­ka­ti­on spielt – ge­lau­fen ist. Die Som­mer­pau­se ha­ben wir uns dann aber auch ver­dient. THOMAS GRULKE FÜHR­TE DAS GESPRÄCH

FO­TO: PRIVAT

Wolf­gang Wassenberg

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