Die Zu­kunft nach der Koh­le

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON GUNDHILD TILLMANNS

Mit 83.700 Eu­ro soll sich Jü­chen an ei­nem Zweck­ver­band be­tei­li­gen.

JÜ­CHEN Für das Jahr 2037 ist der Aus­stieg aus der Braun­koh­le­för­de­rung aus dem Ta­ge­bau in Garz­wei­ler be­schlos­sen. Ein­zel­ne Blö­cke der Koh­le­kraft­wer­ke in Frim­mers­dorf, Nie­der­au­ßem und Neu­rath sol­len be­reits zwi­schen Ok­to­ber 2017 und 2019 still­ge­legt wer­den. Die Ge­mein­de Jü­chen ist in­ten­siv ein­ge­bun­den in die Gestal­tung der Ta­ge­bau­fol­ge­land­schaf­ten. Des­halb gibt es in der nächs­ten Sit­zung des Pla­nungs­aus­schus­ses auch ei­nen ak­tu­el­len Sach­stands­be­richt zum Stand der Re­kul­ti­vie­rung im Ta­ge­bau­ge­biet durch ei­nen Ver­tre­ter von RWE Po­wer. Vor al­lem aber be­fasst sich der Fach­aus­schuss mit der Fi­nan­zie­rung und der per­so­nel­len Zu­sam­men­set­zung des „Zweck­ver­ban­des Ta­ge­bau­fol­ge­land­schaf­ten Garz­wei­ler“, den die Kom­mu­nen Jü­chen, Mön­chen­glad­bach, Er­kelenz und Titz ge­mein­sam grün­den wol­len.

Der Zweck­ver­band soll den be­tei­lig­ten Kom­mu­nen jähr­lich ins­ge­samt et­wa 625.000 Eu­ro kos­ten, wo­von RWE Po­wer ei­ne jähr­li­che Be­tei­li­gung in Hö­he von 200.000 Eu­ro zu­ge­sagt ha­be, wie die Ge­mein­de­ver­wal­tung be­rich­tet. Die Ver­bands­um­la­ge ori­en­tie­re sich an dem Nut­zen, den die Ver­bands­mit­glie­der aus der Über­tra­gung von Auf­ga­ben auf den Zweck­ver­band zö­gen, heißt es in der Vor­la­ge zum Pla­nungs­aus- schuss. Da­bei wird ein So­ckel­be­trag von 7500 Eu­ro zu­grun­de­ge­legt, um den je­wei­li­gen Nut­zen dann aus den Fak­to­ren Ein­woh­ner­zahl, Ge­mein­de­flä­che und Flä­cheninan­spruch­nah­me durch den Ta­ge­bau zu be­rech­nen. Jü­chen steht ge­mäß sei­ner Ein­woh­ner­zahl und der Ge­mein­de­flä­che je­weils auf Rang drei von vier. Bei der Flä­cheninan­spruch­nah­me durch den Ta­ge­bau folgt Jü­chen der Stadt Er­kelenz mit 3880 Hekt­ar auf Rang zwei mit 2700 Hekt­ar. Von der Ver­bands­um­la­ge muss Jü­chen rund 19 Pro­zent er­brin­gen, das sind jähr­lich rund 83.700 Eu­ro, die ab 2018 in den Ge­mein­de­haus­halt auf­ge­nom­men wer­den sol­len.

Die ins­ge­samt 625.000 Eu­ro jähr­lich für den Zweck­ver­band schlüs- seln sich in rund 124.000 Eu­ro für die Ge­schäfts­füh­rung auf, die in Er­kelenz ih­ren Bü­ro­sitz ha­ben soll. Da­zu soll es ei­ne As­sis­tenz ge­ben (rund 100.000 Eu­ro) und das Se­kre­ta­ri­at (72.940 Eu­ro). Rau­mie­ten und Sach­kos­ten sind in die­sen Sum­men ent­hal­ten. Au­ßer­dem wer­den 150.000 Eu­ro für die Wei­ter­ent­wick­lung der Pla­nun­gen für die Ta­ge­bau­fol­ge­land­schaf­ten an­ge­setzt so­wie 175.000 Eu­ro für die Um­set­zung des so­ge­nann­ten Dreh­bu­ches. Das war, wie be­rich­tet, aus den Work­shops der vier Kom­mu­nen her­vor­ge­gan­gen und be­inhal­tet be­reits kon­kre­te Vor­schlä­ge zur Um­ge­stal­tung der Ta­ge­bau­fol­ge­land­schaf­ten, bei­spiels­wei­se ei­nen gro­ßen See für die Nah­er­ho­lung.

Der Zweck­ver­band soll 54 Mit­glie­der ha­ben, wo­bei auf Jü­chen zehn Plät­ze ent­fie­len. Mön­chen­glad­bach und Er­kelenz sol­len je­weils 18 Mit­glie­der, Titz vier Mit­glie­der in den Zweck­ver­band ent­sen­den. Ne­ben den Stadt- und Ge­mein­de-Ober­häup­tern sol­len die Rats­frak­tio­nen ver­tre­ten sein. Nach dem Vor­schlag der Ge­mein­de­ver­wal­tung soll die CDU Jü­chen vier, die SPD drei, die Grü­nen, FDP und FWG je­weils ein Mit­glied stel­len. RWE Po­wer soll au­ßer­dem ein be­ra­ten­des Mit­glied in den Zweck­ver­band ent­sen­den, wo­bei die­ser Na­me für das Gre­mi­um noch dis­ku­tiert wer­den soll. Er wird so nur als Ar­beits­ti­tel ge­führt.

FO­TO: MA­RI­US BE­CKER/DPA

Noch wird Braun­koh­le im Ta­ge­bau ge­för­dert.

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