Im Re­pair-Ca­fé wird Ka­put­tes wie­der zum Le­ben er­weckt

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON DA­NIE­LA GEFGEN

KLEINENBROICH Was macht man heut­zu­ta­ge in Deutsch­land mit To­as­tern, Was­ser­ko­chern oder Kaf­fee­ma­schi­nen, wenn sie ka­putt sind? Die we­nigs­ten Men­schen wür­den die­se Din­ge zur Re­pa­ra­tur brin­gen, son­dern sie wohl eher mit dem nächs­ten Sperr­müll ent­sor­gen.

Die­se Vor­ge­hens­wei­se ist nichts für Ger­hard Klein, Ver­ant­wort­li­cher für das Re­pair-Ca­fe, das am Wo­che­n­en­de im Klei­nen­broi­cher Ge­mein­de­haus statt­fand. „Schon als Kind und Ju­gend­li­cher ha­be ich al­les aus­ein­an­der­ge­nom­men, nichts war vor mir si­cher.“

Denn hin­ter dem Re­pair-Ca­fe steckt nicht nur die Idee, ka­put­te Din­ge zu re­pa­rie­ren. Da­hin­ter steckt ei­ne Le­bens­an­schau­ung, der sich im­mer mehr Men­schen an­schlie­ßen. „Es geht dar­um, acht­sam und nach­hal­tig mit sei­nen Sa­chen um­zu­ge­hen“, er­klärt Klein. So gibt es auch das so­ge­nann­te Up­cy­cling, bei dem aus Ab­fäl­len neue Pro­duk­te ent­wi­ckelt wer­den. Oder das Ur­ban Gar­de­ning, bei dem trost­lo­se Ecken in Städ­ten zu grü­nen Oa­sen um­ge­wan­delt wer­den.

Auch im Klei­nen­broi­cher Re­pairCa­fe sind es aus­schließ­lich eh­ren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter, die ih­re Hil­fe an­bie­ten, um Com­pu­ter, Heiz­lüf­ter, Uh­ren, Näh­ma­schi­nen oder Dampf­rei­ni­ger wie­der in Gang zu brin­gen. In­ge­borg Ra­de­ma­cher aus Kleinenbroich ist sehr dank­bar für so viel En­ga­ge­ment. Sie möch­te ihr Bü­gelei­sen re­pa­rie­ren las­sen. „Ich traue mich an Vie­les ran, aber von elek­tri­schen Sa­chen las­se ich die Fin­ger“, er­zählt sie. „Ich fin­de es rich­tig su­per, dass die Men­schen sich hier be­reit­er­klä­ren, zu hel­fen.“

Ma­ria Berg­manns ist so­gar aus Gre­ven­broich ge­kom­men, um ei­nen Dru­cker re­pa­rie­ren zu las­sen. „Mein Mann hat im In­ter­net über das Re­pair-Ca­fe ge­le­sen, seit­dem woll­ten wir das un­be­dingt aus­pro­bie­ren.“Händ­ler sind Ma­ria Berg­manns zu teu­er und es dau­ert ihr zu lan­ge, bis man sein Ge­rät wie­der mit nach Hau­se neh­men kann.

Ger­hard Klein hat ei­nen Wunsch für die Zu­kunft des Re­pair-Ca­fes. „Es wä­re schön, wenn wir ei­nen fes­ten Raum hät­ten. Dann könn­ten wir un­ser teil­wei­se auch wert­vol­les Werk­zeug dort un­ter­stel­len und müss­ten es nicht im­mer her­um­fah­ren. Und wir hät­ten di­rekt all un­ser Werk­zeug vor Ort.“

FO­TO: ILG

Bru­no Brau und Wolf Dietrich Hirsch bei Re­pa­ra­tur­ar­bei­ten.

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