Wie auf ei­ner ita­lie­ni­schen Piaz­za

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON CHRIS­TI­AN LINGEN

Das Turmfest ge­nießt Kult­cha­rak­ter und hat­te am Wo­che­n­en­de für je­den et­was zu bie­ten. Sams­tag­abend tra­fen sich die Rhe­ydter zu Mu­sik, Bier und gu­tem Es­sen. Ges­tern ka­men jun­ge Fa­mi­li­en. Sie er­leb­ten das Fest als Sport­ver­an­stal­tung.

Der rie­si­ge Bier­gar­ten auf dem Rhe­ydter Markt­platz und auch der vom Rats­kel­ler sind voll be­setzt. Wer kei­nen Platz mehr ge­fun­den hat, sitzt am Rand des Brun­nens, ent­lang der Wie­se vor der Haupt­kir­che, oder steht ein­fach vor der Büh­ne. Die Tem­pe­ra­tu­ren la­den da­zu ein, bis in die spä­ten Abend­stun­den drau­ßen zu fei­ern, ein Bier zu trin­ken und et­was Le­cke­res zu es­sen. Da­zu gibt es Mu­sik, die je­der kennt, aber die nicht auf­dring­lich da­her­kommt. Das Rhe­ydter Turmfest ist die be­lieb­tes­te und am bes­ten be­such­te Ver­an­stal­tung, die der Stadt­teil zu bie­ten hat. Kei­ne an­de­re ge­nießt die­sen Kult­sta­tus. „Die At­mo­sphä­re hier ist so, als sit­ze man ir­gend­wo in Ita­li­en mit­ten auf ei­ner Piaz­za“, sagt Be­su­cher Hol­ger Vits, der am Sams­tag­abend wäh­rend des Kon­zer­tes der Band „Die barm­her­zi­gen Pla­teau­soh­len“mit Freun­den im Bier­gar­ten des Rats­kel­lers sitzt.

Der laue Som­mer­abend war der Ab­schluss des ers­ten Fest­ta­ges, der zwar we­ni­ger Be­su­cher an­lock­te als er­war­tet, aber den­noch ei­ni­ges zu bie­ten hat­te. Da­zu ge­hör­te zum Bei­spiel auch das „Mi­nia­tour­fie­ber“. Da­bei tra­ten die Be­su­cher auf ei­nem Fahr­rad, das auf ei­nem Rol­len­trai­ner stand, in die Pe­da­le, er­zeug­ten da­mit Strom und trie­ben da­mit ein Mo­dell­fahr­rad auf ei­ner Car­rera­bahn an. In den ver­gan­ge­nen Wo­chen tour­te Ak­ti­ons­künst­ler Nor­bert Krau­se da­mit durch Schu­len und such­te die bes­te Klas­se im Sprint der et­was an­de­ren Art. Das Fi­na­le des Wett­be­werbs fand am Sams­tag­nach­mit­tag beim Turmfest statt. Ge­won­nen hat die neun­te Jahr­gangs­stu­fe des Gym­na­si­ums an der Gar­ten­stra­ße. „Die Ak­ti­on hat den Kin­dern to­tal gut ge­fal­len. Des­halb bie­te ich sie heute auch den an­de­ren Be­su­chern an“, sag­te Krau­se, der mit sei­nem Stand nur am ers­ten Fest­tag ver­tre­ten war.

Ges­tern stand die 40. Auf­la­ge des Turm­fes­tes, mit dem die Rhe­ydter die Fer­tig­stel­lung der Rat­haus­spit­ze fei­ern, im Zei­chen des drit­ten Spar­kas­sen­tri­ath­lons, zu dem auch die Lä­den in der In­nen­stadt öff­ne­ten.

Der gro­ße An­zie­hungs­punkt ist an die­sem hei­ßen Tag vor al­lem das Was­ser­be­cken, das auf dem Markt­platz am Ran­de der Haupt­stra­ße auf­ge­baut ist. Dort steht auch ei­ne gro­ße Tri­bü­ne, von der aus sich die Schwimm­wett­be­wer­be, Tei­le der Fahr­rad­stre­cke und der Ziel­ein­lauf vor dem Rat­haus be­ob­ach­ten las­sen. Dort ei­nen Platz zu er­gat­tern, ist al­les an­de­re als ein­fach. Axel Tillmanns vom Stadt­sport­bund führ­te als Mo­de­ra­tor durch den sport­li­chen Wett­be­werb. „Das Pu­bli­kum ist jün­ger und sport­li­cher als in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Ge­nau das woll­ten wir er­rei­chen. Der Tri­ath­lon hat dem Turmfest ei­ne ganz neue Qua­li­tät ver­lie­hen“, sagt Pe­ter Schlip­kö­ter, Ge­schäfts­füh­rer der städ­ti­schen Mar­ke­ting­ge­sell­schaft, zu­frie­den.

Die Ver­bes­se­run­gen vor Kar­stadt ge­hen voll auf. Es gibt zwei Über­gän­ge, ei­nen als Ein­gang und ei­nen Aus­gang zum Markt­platz, und das Cha­os der ver­gan­ge­nen bei­den Jah­re bleibt aus. Die Tri­ath­le­ten, de­ren Lauf­stre­cke über Tei­le des Markt­plat­zes führt, ha­ben so­mit kei­ne Pro­ble­me, ih­ren Sport aus­zu­üben. So­wohl die Rad­stre­cke als auch die Lauf­stre­cke sind kom­plett mit Git­tern ver­se­hen. Auf der St­re­se­mann­stra­ße bleibt da­mit ge­nü­gend Platz für die Be­su­cher des ver­kaufs­of­fe- nen Sonn­tags. Sie kön­nen so­gar Tei­le der Fahr­bahn als Fuß­gän­ger­zo­ne nut­zen. Da­von macht je­doch kaum je­mand Ge­brauch. Ob­wohl die Hit­ze am Nach­mit­tag vor al­lem auf dem Markt­platz schweiß­trei­bend ist, läuft der Tri­ath­lon glatt. Die Sport­ler ha­ben kei­ne Pro­ble­me. Ei­ni­ge Teil­neh­mer dis­ku­tie­ren nur dar­über, dass Rhe­ydt kei­ne schö­ne Ku­lis­se für ei­nen Tri­ath­lon sei. Da­mit kön­nen sie aber höchs­tens Tei­le der Ar­chi­tek­tur der Rhe­ydter In­nen­stadt ge­meint ha­ben.

Vie­le Be­su­cher se­hen den zwei­ten Tag des Turm­fes­tes als Sport­ver­an­stal­tung. Auf der Tri­bü­ne am Schwimm­be­cken star­ten Lao­laWel­len und ent­lang der Rad- und Lauf­stre­cke feu­ern ei­ni­ge Be­su­cher die Sport­ler laut­stark mit Ru­fen und Ap­plaus an, ob­wohl sie die Tri­ath­le­ten gar nicht per­sön­lich ken­nen. Wäh­rend die gro­ße Büh­ne, auf der am Sams­tag­abend noch das Kon­zert statt­fand, dem Ziel­be­reich wei­chen muss­te, nut­zen die Ver­an­stal­ter die klei­ne Büh­ne ne­ben der Ter­ras­sen­an­la­ge als Ort der Sie­ger­eh­rung. Sport­ler und Be­su­cher ver­mi­schen sich dort und sind nur durch ih­re Klei­dung von­ein­an­der zu un­ter­schei­den. Zeit­wei­se ist es auf dem Markt­platz da­her so voll, dass es fast schon eng wird.

Die Kin­der zieht es an bei­den Ta­gen ne­ben die Haupt­kir­che. Dort kön­nen sie sich an zahl­rei­chen Stän­den von Ho­ckey über Tisch­ten­nis bis hin zu Kick­bo­xen sport­lich be­tä­ti­gen. Be­son­ders be­liebt ist aber die Half-Pi­pe der Roll­brett Uni­on. Sie ist auf der Bou­le­bahn auf­ge­baut und von Ska­tern gut fre­quen­tiert. Fo­tos vom Turmfest un­ter www.rpon­line.de/mo­en­chen­glad­bach

RP-FO­TOS (4): DET­LEF ILGNER

Die Band „Die barm­her­zi­gen Pla­teau­soh­len“spiel­te als Hö­he­punkt des ers­ten Fest­ta­ges ein Kon­zert mit Mu­sik aus den 1960ern und 1970ern. Der Markt­platz war da­bei rap­pel­voll.

Auf dem Har­mo­nie­platz war die Wech­sel­zo­ne des Tri­ath­lons. Dort stie­gen die Ath­le­ten auf die Rä­der.

Auf der voll be­setz­ten Tri­bü­ne am Rand des Schwimm­be­ckens schwapp­ten Lao­la-Wel­len durch das Pu­bli­kum.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.