Ka­len­der­blatt 19. Ju­ni 1936

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: TEUTOPRESS

Joe Lou­is’ Bi­lanz war be­ein­dru­ckend: 27 Mal hat­te er bei ei­nem Pro­fi-Box­kampf im Ring ge­stan­den, 27 Mal hat­te er ge­siegt. Be­ob­ach­ter hiel­ten den Sport­ler für un­schlag­bar. Am 19. Ju­ni 1936 soll­te er sei­nen wich­tigs­ten Kampf be­strei­ten. Um den Welt­meis­ter-Ti­tel ging es da­bei noch nicht, den er­ober­te Lou­is erst spä­ter. Nein, der schwar­ze Bo­xer aus den Süd­staa­ten soll­te ge­gen ei­nen Deut­schen an­tre­ten: Max Schme­ling. Der wur­de von den Ame­ri­ka­nern als Re­prä­sen­tant von Na­zi-Deutsch­land an­ge­se­hen, das ge­ra­de durch sei­ne Ras­sen­po­li­tik von sich re­den mach­te. Schme­ling selbst be­rei­te­te sich akri­bisch auf den Kampf vor, um das zu schaf­fen, was nie­mand ihm zu­trau­te. Das ideo­lo­gisch auf­ge­la­de­ne Du­ell wur­de zur Sen­sa­ti­on. Schme­ling schick­te sei­nen Kon­tra­hen­ten in der 12. Run­de auf den Bo­den. Es war ei­ne von ins­ge­samt drei Nie­der­la­gen in der 17-jäh­ri­gen Pro­fi-Kar­rie­re von Joe Lou­is, die ein­zi­ge durch K.o. Zwei Jah­re spä­ter be­kam Lou­is sei­ne Re­van­che, den Rück­kampf ge­wann er 1938. Ei­nen drit­ten Kampf soll­te es nie ge­ben. Die je­doch größ­te Über­ra­schung er­fuhr die Öf­fent­lich­keit erst Jah­re spä­ter. Aus den Bo­xern, die zwei un­ter­schied­li­che Sys­te­me hat­ten re­prä­sen­tie­ren müs­sen, wa­ren Freun­de ge­wor­den. Schme­ling be­such­te Lou­is mehr­fach in den USA. Als Lou­is 1981 ver­armt starb, zahl­te Schme­ling sei­ne Be­er­di­gung auf dem Na­tio­nal­fried­hof Ar­ling­ton.

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