Fa­mi­li­en­tag zum Ge­burts­tag der Queen

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - UNTERHALTUNG -

Zwei Ter­ror­an­schlä­ge und der Hoch­haus­brand in der ver­gan­ge­nen Wo­che über­schat­te­ten die Fei­er­lich­kei­ten.

LON­DON (dpa) Der Him­mel über dem Bucking­ham-Pa­last ist an die­sem Sams­tag strah­lend blau. Doch die Stim­mung bei der of­fi­zi­el­len Ge­burts­tags­fei­er von Queen Eliz­a­beth II. ist ge­trübt. Die Er­eig­nis­se der ver­gan­ge­nen Wo­chen – zwei Ter­ror­an­schlä­ge und ei­ne Brand­ka­ta­stro­phe – ma­chen auch der Mon­ar­chin im zart­blau­en Kleid noch zu schaf­fen. Es sei schwie­rig, der „sehr trü­ben Stim­mung im Land zu ent­kom­men“, sagt die 91-Jäh­ri­ge in ei­ner Mit­tei­lung vom Mor­gen. Auch wäh­rend der Mi­li­tär­pa­ra­de „Tro­o­ping the Co­lour“ist die Kö­ni­gin – wie vie­le Bri­ten – noch mit ih­rer Trau­er be­schäf­tigt. In die­sen schwe­ren Zei­ten ist sie für vie­le ih­rer Un­ter­ta­nen ein Fels in der Bran­dung.

Die an­de­re wich­ti­ge Frau im Staat, Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May, hat die­ses Jahr kei­ne Zeit, zu den Fei­ern zu kom­men. Sie trifft sich ge­ra­de um die Ecke in der Dow­ning Street Num­mer 10 mit Mit­glie­dern ih­rer Re­gie­rung. Es geht um Hil­fen für die Op­fer der Brand­ka­ta­stro­phe am Gren­fell To­wer. Da­nach woll­te sie sich mit Op­fern und frei­wil­li­gen Hel­fern tref­fen. Die Po­li­zei gab der­weil be­kannt, dass man von in­zwi­schen 58 To­ten aus­ge­he.

May war in die Kri­tik ge­ra­ten, weil ih­re Re­gie­rung nach der Ka­ta­stro­phe nicht schnell ge­nug re­agiert ha­be. Wü­ten­de De­mons­tran­ten hat­ten noch am Abend vor­her ih­ren Rück­tritt ge­for­dert. Auch hat­te sie zu­nächst nur we­nig In­ter­es­se für die Be­trof­fe­nen ge­zeigt. Bei ei­nem Be­such am Brand­ort blieb kei­ne Zeit für Ge­sprä­che mit den Op­fern.

Die Queen und En­kel Prinz Wil­li­am (34) wa­ren da. Sie be­such­ten ei­ne Turn­hal­le, die den ob­dach­los ge­wor­de­nen Ein­woh­nern des So­zi­al­baus als Not­un­ter­kunft dien­te. Auf die Mon­ar­chin ist Ver­lass. Des­we­gen lie­ben sie die Bri­ten.

Jo Brown (51) ist am Mor­gen ganz früh mit ih­ren Freun­din­nen aus dem Nor­den Lon­dons ge­kom­men, um ei­nen gu­ten Platz am Zug­weg der Pracht­stra­ße vor dem Bucking­ham-Pa­last zu be­kom­men. „Wir ma­chen das schon im zwei­ten Jahr, weil wir die Royals und vor al­lem die Queen toll fin­den.“Das Kö­nigs­haus sei Tra­di­ti­on. „Ich glau­be, es sind aber we­ni­ger Men­schen hier­her ge­kom­men, als ver­gan­ge­nes Jahr. Ich kann mir vor­stel­len, dass das mit den Ter­ror­an­schlä­gen zu­sam­men­hängt“, sagt Brown. Da­für sind mehr Po­li­zis­ten da. Die bri­ti­schen Bob­bys ste­hen mit den Zu­schau­ern in der pral­len Son­ne, als die Pa­ra­de vor­über­zieht.

Noch hei­ßer ist es für die Gar­dis­ten mit ih­ren Bä­ren­fell-Müt­zen und ro­ten Uni­for­men. Min­des­tens fünf von ih­nen fal­len wäh­rend der Ze­re­mo­nie um. Das pas­siert re­gel­mä­ßig. Des­halb ste­hen die Tra­gen schon be­reit. Auch Zu­schau­er müs­sen bei der Hit­ze be­han­delt wer­den.

Das High­light – wie je­des Jahr– ist der Auf­tritt der Queen und ih­rer En­kel auf dem Bal­kon des Bucking­ham-Pa­las­tes am En­de der Ze­re­mo­nie. Prinz Ge­or­ge (3) und Prin­zes­sin Char­lot­te (2) win­ken schon wie die Gro­ßen von der Ba­lus­tra­de. Sie sind die Zu­kunft der bri­ti­schen Mon­ar­chie und jetzt schon die heim­li­chen Stars.

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