THE­MA

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - STIMME DES WESTENS -

Der Bei­trags­ser­vice von ARD, ZDF und Deutsch­land­ra­dio nimmt je­des Jahr rund acht Mil­li­ar­den Eu­ro ein. Die Sen­der dür­fen aber nicht al­les aus­ge­ben, da­mit der Rund­funk­bei­trag sta­bil blei­ben kann.

an­stal­ten. Wer nicht zah­len will, muss am En­de ge­gen­über der Voll­stre­ckungs­be­hör­de ei­ne Ver­mö­gens­aus­kunft ab­ge­ben. Wei­gert man sich, kann die Ab­ga­be der Ver­mö­gens­aus­kunft mit Haft bis zu sechs Mo­na­ten er­zwun­gen wer­den.

Je­der 20. Mit­ar­bei­ter des Bei­trags­ser­vices be­schäf­tigt sich mit Mahn­ver­fah­ren. „Das ist na­tür­lich ein Auf­wand, den wir uns ger­ne spa­ren wür­den“, be­tont Wolf. Aber er zahlt sich aus: „Für je­den Eu­ro, den wir da­für aus­ge­ben, be­kom­men wir im Schnitt vier Eu­ro an of­fe­nen Rund­funk­bei­trä­gen zu­rück. Durch das Mahn­ver­fah­ren wur­den im Jahr 2016 600 Mil­lio­nen Eu­ro er­löst.“

Der SWR wird vor­aus­sicht­lich ei­nen Test mit 1000 Haus­hal­ten durch­füh­ren, die im Zah­lungs­rück­stand sind und ei­gent­lich in die Voll­stre­ckung lau­fen wür­den. „Wir möch­ten prü­fen, ob durch den vor­ge­schal­te­ten Ein­satz ei­nes In­kas­so­un­ter­neh­mens, die Zahl der Voll­stre­ckun­gen ent­spre­chend re­du­ziert wer­den kann“, sagt Ei­cher. Auch weil die Kom­mu­nen sich zu­neh­mend über den Auf­wand be­schwe­ren. Ei­cher muss noch das Okay sei­nes Rund­funk­rats ein­ho­len. „Ich je­den­falls fän­de es we­sent­lich we­ni­ger be­las­tend, wenn mich ein In­kas­so­un­ter­neh­men an­schreibt, als wenn der Ge­richts­voll­zie­her an der Tür steht, und je­der be­kommt es mit.“ Wie kommt der Bei­trags­ser­vice an die Da­ten? Der Bei­trags­ser­vice ar­bei­tet mit dem Sys­tem der Di­rekt­an­mel­dung: Mel­de­äm­ter über­mit­teln zum Bei­spiel Da­ten von Um­zü­gen – wer auf Schrei­ben nicht re­agiert, wird di­rekt ge­mel­det, und Bei­trä­ge wer­den er­ho­ben, auch wenn der­je­ni­ge in ei­nem Haus­halt lebt, der schon die Ge­bühr ent­rich­tet. Das schafft ei­ni­ge Kar­tei­lei­chen.

Zur Um­stel­lung der GEZ-Ge­bühr auf den Rund­funk­bei­trag 2013 wur­de zu­dem ein Be­stands­da­ten­ab­gleich ge­macht – das heißt, die Kom­mu­nen über­mit­teln Da­ten. Das nächs­te Mal soll es 2018 so weit sein, der Bei­trags­ser­vice wird dann 71 Mil­lio­nen Da­ten­sät­ze er­hal­ten. Da­ten­schüt­zer se­hen das kri­tisch. Aber die Ex­per­ten glau­ben, dass ih­nen oh­ne den Ab­gleich 2013 bis zu zwei Mil­li­ar­den Eu­ro ge­fehlt hät­ten.

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