Rhein­dah­len: Är­ger we­gen Sperr­mülls

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON MAXIMILIAN KRO­NE

Weil die GEM ei­ne Tür und ein Wasch­be­cken ei­nes ver­stor­be­nen Nach­barn nicht mit­ge­nom­men hat­te, muss­te ein äl­te­res Ehe­paar die Ge­gen­stän­de selbst zer­klei­nern. Bei­de är­gern sich über das Ver­hal­ten der Stadt­toch­ter.

RHEIN­DAH­LEN Das hat­ten sich Cäci­lia Schlaf­fen und Er­win Po­e­tsch an­ders vor­ge­stellt. Als sie die Ab­ho­lung von Sperr­müll be­an­trag­ten, ahn­ten sie noch nicht, dass sie auf ei­ner Tür und ei­nem Wasch­be­cken sit­zen­blei­ben wür­den. Da­bei han­del­te es sich aber nicht um ih­ren Müll, son­dern um den des ge­stor­be­nen Nach­barns, des­sen Woh­nung uns Kel­ler die bei­den net­ter­wei­se aus­ge­räumt hät­ten.

„Wir dach­ten, dass sich das The­ma mit der Ab­ho­lung des Sperr­mülls er­le­digt hät­te“, sagt Cäci­lia Schlaf­fen. Dem war al­ler­dings nicht so. „Mein Mann hat dann fest­ge­stellt, dass die Ab­fuhr zwar kam, die­se je­doch die Tü­re und das Wasch­be­cken ste­hen­ge­las­sen hat“, sagt sie. Das Ehe­paar hät­te sich dann bei der zu­stän­di­gen Stadt­toch­ter GEM über den Grund er­kun­digt. „Die Mit­ar­bei­te­rin war äu­ßerst un­freund­lich und er­klär­te uns knapp, dass wir bei­des zer­klei­nern und in der Haus­müll­ton­ne oder beim Wert­stoff­hof ent­sor­gen soll­ten“, sagt Schlaf­fen.

Das Pro­blem: Die bei­den sind nicht mehr die Jüngs­ten, zu­dem hät­ten sie kein Au­to, er­klärt die 64Jäh­ri­ge. „Wir ha­ben der Da­me das gesagt, Ver­ständ­nis hat­te sie aber of­fen­bar nicht. Das hat mich so wü­tend ge­macht, dass ich ihr dann gesagt ha­be, dass wir die Ge­gen­stän­de ste­hen­las­sen wür­den“, sag­te Schlaf­fen. Es ha­be dann nicht lan­ge ge­dau­ert, bis das Ord­nungs­amt vor der Tür ge­stan­den ha­be. „Of­fen­bar hat die GEM die Stadt um­ge­hend in­for­miert, die dann mit Maß­nah­men droh­te“, sagt Cäci­lia Schlaf­fen.

Ihr 68-jäh­ri­ger Mann ha­be „des Frie­dens Wil­len“dann die Tür müh­sam zer­sägt, das Wasch­be­cken zer­trüm­mert und im Haus­müll ent­sorgt. Der Um­gang von GEM und Stadt em­pö­re das Ehe­paar aus Rhein­dah­len.

Bei der GEM kann man das nur be­dingt nach­voll­zie­hen. „Bei der Ver­ein­ba­rung des Ter­mins er­folgt ei­ne de­tail­lier­te Ab­fra­ge der Din­ge, die ent­sorgt wer­den sol­len“, sagt An­ne Pe­ters-Dre­sen, Spre­che­rin der Stadt­toch­ter. Im Ge­spräch wer­de dann auch er­klärt, was als Sperr­müll gel­te und was nicht. Tü­ren und Wasch­be­cken zäh­len laut GEM nicht da­zu. Das Ord­nungs­amt ha­be die GEM in­des nicht in­for­miert. „Ent­spre­chen­de In­for­ma­tio­nen lie­gen bei uns nicht vor“, sagt Pe­ter­sD­re­sen. Auch die Stadt ha­be kei­nen Ein­satz in ih­ren Pro­to­kol­len ver­merkt.

Was aber ma­chen, wenn nicht die Mög­lich­keit be­steht, den Müll mit dem Au­to zu ent­sor­gen? „Viel­leicht gibt es in sol­chen Fäl­len die Mög­lich­keit, sich mit Ver­wand­ten oder Nach­barn zu­sam­men­zu­tun und sich so ge­gen­sei­tig zu un­ter­stüt­zen“, sagt An­ne Pe­ters-Dre­sen. Sie gibt zu­dem den Tipp, sich vor der Ter­min­ver­ein­ba­rung zu in­for­mie­ren, was über­haupt als Sperr­müll gilt. In­for­ma­tio­nen da­zu ge­be es auf der In­ter­net­sei­te der GEM Für das Ehe­paar ist der Fall je­den­falls ab­ge­schlos­sen, är­gern tun sie sich aber den­noch.

RP-FOTO: DETLEF IL­G­NER

Nach­dem Er­win Po­e­tsch die Ab­ho­lung von Sperr­müll be­an­tragt hat­te, stell­te er ihn wie im­mer auf die Stra­ße. Dass Tei­le da­von nicht ab­ge­holt wür­den, da­mit hät­te der Rhein­dah­le­ner nicht ge­rech­net.

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