In der Re­al­schu­le Jüchen sind die letz­ten Ta­ge an­ge­bro­chen

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON GUNDHILD TILLMANNS

JÜCHEN Nur noch we­ni­ge Ta­ge wird das Schild „Re­al­schu­le Jüchen“am Schul­ge­bäu­de an der Sta­di­on­stra­ße hän­gen. Am 30. Ju­ni wird der letz­te Jahr­gang mit 116 Schü­lern ver­ab­schie­det. Dann ist die Re­al­schu­le in Jüchen Ver­gan­gen­heit. Seit sechs Jah­ren hat Lei­te­rin Cor­ne­lia Kla­sen den letz­ten Jahr­gang mit ei­nem der­zeit noch zehn Fach­leh­rer star­ken Team be­glei­tet. Wäh­rend er­war­tungs­ge­mäß mehr als die Hälf­te der dann ehe­ma­li­gen Re­al­schü­ler in ei­ne gym­na­sia­le Ober­stu­fe und der Rest in Aus­bil­dungs­be­ru­fe wech­seln wer­den, ha­ben al­le Leh­rer laut Klas- sen ad­äqua­te An­stel­lun­gen an Schu­len im Raum Köln ge­fun­den. Dort woh­nen die­se Leh­rer auch. Sie selbst wird für die letz­ten bei­den Jah­re bis zu ih­rer Pen­sio­nie­rung noch Kon­rek­to­rin an der eben­falls aus­lau­fen­den Re­al­schu­le Kem­pen: „Für mich schließt sich da­mit ein Kreis. Das ist die Schu­le, an der ich auch mei­ne Re­fe­ren­dar­zeit ver­bracht ha­be“, sagt sie.

Der Ab­schied von der Re­al­schu­le Jüchen, für den die en­ga­gier­te El­tern­schaft ei­gens ein Feu­er­werk spen­det, wird nach Ein­schät­zung von Kla­sen si­cher­lich auch sehr emo­tio­nal. Die Schü­ler hät­ten zwar auf dem Pau­sen­hof nie das Ge­fühl ei­ner End­zeit­stim­mung ge­habt, weil sie dort mit den Se­kun­dar- und neu­er­dings Ge­samt­schü­lern aus dem­sel­ben Ge­bäu­de zu­sam­men­ka­men. „Die Re­al­schu­le war aber auch ein Stück Hei­mat für die Schü­ler. Des­halb be­dau­ern sie jetzt schon, dass sie künf­tig als Ehe­ma­li­ge ih­re al­te Schu­le und die Leh­rer nicht mehr be­su­chen kön­nen, so wie es die Jahr­gän­ge vor ih­nen im­mer ger­ne ge­tan ha­ben“, be­dau­ert Kla­sen.

Ei­ne End­zeit­stim­mung sei aber auch im päd­ago­gi­schen Sin­ne in der aus­lau­fen­den Re­al­schu­le nie auf­ge­kom­men, be­tont die Lei­te­rin. Im Ge­gen­teil: Durch die gu­te Un­ter­stüt­zung der Be­zirks­re­gie­rung sei auch die Aus­stat­tung mit Fach­leh­rern bis zum Schluss ge­währ­leis­tet wor­den: „Wir sind ei­ne voll funk­ti­ons­fä­hi­ge Re­al­schu­le ge­blie­ben und ha­ben in den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren auch noch neue päd­ago­gi­sche Pro­jek­te an­ge­sto­ßen“, sagt Kla­sen und nennt als Bei­spiel die „gong­freie Schu­le“. So er­tön­te im Ta­ges­lauf der Re­al­schu­le der Gong nur zum En­de der Pau­se. Kei­ne Un­ter­richts­stun­de, kein Schü­ler- oder Leh­rer­vor­trag, kein El­tern­ge­spräch wur­de durch den Gong be­en­det, schil­dert Kla­sen das Prin­zip.

Neu ein­ge­führt wur­den die Si­len­ti­en, al­so stil­le Lern­zei­ten, die zu­meist in der Mit­te der Vor­mit­ta­ge zum selbst­stän­di­gen Ver­tie­fen des Lern­stof­fes an­ge­setzt wur­den. Sie soll­ten laut Kla­sen die Re­al­schü­ler schon auf das spä­te­re Ler­nen in der gym­na­sia­len Ober­stu­fe oder auch im Stu­di­um vor­be­rei­ten. Auch „Te­am­teaching“wur­de noch neu ein­ge­führt in der aus­lau­fen­den Re­al­schu­le, für die erst 2002 der Grund­stein für den Neu­bau an der Sta­di­on­stra­ße ge­legt wur­de. Dort gab die Nach­fol­ge­rin der Re­al­schu­le, die Se­kun­dar­schu­le, ein kur­zes „Gast­spiel“, bis sie von der Ge­samt­schu­le in die­sem Ge­bäu­de so­wie in der ehe­ma­li­gen Haupt­schu­le in Hoch­neu­kirch im ver­gan­ge­nen Som­mer ab­ge­löst wur­de.

FO­TO: GUNDHILD TILLMANNS

Mit be­son­de­ren Schil­dern auch am Orts­aus­gang setzt das Dorf Wall­rath Si­gna­le für sei­ne Be­su­cher.

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