Kei­ne Ver­fas­sung

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LESERBRIEFE -

In Ih­rem Es­say „Das Leit­ge­setz“(RP vom 23. Mai) ver­mer­ken Sie, „die­ses Leit­ge­setz ist die Ver­fas­sung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Man hat es Grund­ge­setz ge­nannt“. Als po­li­tisch und ge­schicht­lich in­ter­es­sier­ter Bür­ger ist mir doch be­wusst, dass die Bun­des­re­pu­blik zwar ein Grund­ge­setz, aber kei­nes­falls ei­ne Ver­fas­sung hat. Ar­ti­kel 146 des Grund­ge­set­zes ver­deut­licht dies schlüs­sig: „Die­ses Grund­ge­setz, das nach Voll­en­dung der Ein­heit und Frei­heit Deutsch­lands für das gan­ze deut­sche Volk gilt, ver­liert sei­ne Gül­tig­keit an dem Tag, an dem ei­ne Ver­fas­sung in Kraft tritt, die von dem deut­schen Volk in frei­er Ent­schei­dung be­schlos­sen wor­den ist.“Das Grund­ge­setz ist dem­nach kei­ne Ver­fas­sung, son­dern soll erst durch ei­ne sol­che er­setzt wer­den, was bis da­to nicht ge­sche­hen ist. Ei­ne Ver­fas­sung hin­ge­gen ist die Gr­und­form ei­nes sou­ve­rä­nen Staa­tes in der Ge­samt­heit ei­nes frei­en Vol­kes über For­men und In­hal­te sei­ner po­li­ti­schen Exis­tenz und kein Or­ga­ni­sa­ti­ons­sta­tut wie das Grund­ge­setz. Jür­gen Sin­zig 47802 Kre­feld Zu „Ei­ne Lei­tent­schei­dung, die gar kei­ne ist“(RP vom 8. Ju­ni): Als be­am­te­ter Gym­na­si­al­leh­rer bin ich zu Loya­li­tät ge­gen­über mei­nem Di­enst­herrn (bzw. noch: Di­enst­her­rin) ver­pflich­tet und ent­hal­te mich auch nor­ma­ler­wei­se jeg­li­chen öf­fent­li­chen Kom­men­tars bzgl. der Schul­po­li­tik in un­se­rem Land. Nun, egal ob es um In­klu­si­on, In­te­gra­ti­on, in die­sem Fall „Tur­bo-Abi“oder was auch im­mer geht: Tho­mas Rei­se­ner schreibt al­len Erns­tes (und ich zi­tie­re wört­lich): „Die Ex­per­ten für sol­che Ent­schei­dun­gen sit­zen aber in den Mi­nis­te­ri­en und nicht in den Schu­len.“Wie soll man solch ekla­tan­tem Un­sinn be­geg­nen? Mit Ma­jus­kel­ge­schrei (z. B. WAS? WIE BIT­TE? GEHT’S NOCH?)? – Nein, na­tür­lich nicht. Son­dern al­lein auf sach­li­cher Ebe­ne. Al­so: Wenn Tho­mas Rei­se­ner Recht be­hiel­te, wä­re das wirk­lich mal was Neu­es! Gün­ter Lentzsch per Mail

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