Mord­pro­zess: Ver­tei­di­ger for­dern neu­es me­di­zi­ni­sches Gut­ach­ten

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

Auch ges­tern war das In­ter­es­se der Öf­fent­lich­keit an dem Mord­pro­zess vor der 7. Gro­ßen Straf­kam­mer des Land­ge­richts sehr groß. Zu den Plä­doy­ers kam es aber er­neut nicht. Die Ver­tei­di­gung be­an­trag­te ein neu­es Gut­ach­ten ei­nes Sach­ver­stän­di­gen. Sie zwei­felt das bis­he­ri­ge Gut­ach­te­r­er­geb­nis, „Tod der 55-jäh­ri­gen Freun­din des An­ge­klag­ten durch mas­si­ven Blut­ver­lust“, an. Nach schwe­rem Blut­ver­lust sei sie dar­an ver­stor­ben, hat­ten zwei Sach­ver­stän­di­ge fest­ge­stellt. Da­ge­gen mein­te ges­tern die Ver­tei­di­gung, die Sach­ver­stän­di­gen sei­en nicht kom- pe­tent. Mög­li­cher­wei­se sei die 44Jäh­ri­ge auch an ei­ner Wir­bel­ver­let­zung nach dem Sturz vom Bar­ho­cker in ei­ner Gast­stät­te ge­stor­ben. Über die­sen Be­weis­an­trag will das Ge­richt am 12. Ju­li ent­schei­den.

Ne­ben­klä­ge­rin Hil­trud Hö­ren, die die Toch­ter der To­ten ver­tritt, hält ein wei­te­res Gut­ach­ten für un­nö­tig. Schließ­lich sei­en bei der Un­ter­su­chung des Op­fers kei­ne neu­ro­lo­gi­schen Ver­let­zun­gen fest­ge­stellt wor­den. Dass die To­des­ur­sa­che mas­si­ver Blut­ver­lust ge­we­sen sei, hät­ten die Sach­ver­stän­di­gen auch an den Blut­spu­ren am Tat­ort er­kannt.

Auf der An­kla­ge­bank sitzt ein 68jäh­ri­ger Rent­ner, dem der Staats­an- walt „Mord in Tatein­heit mit se­xu­el­lem Miss­brauch ei­ner wi­der­stands­un­fä­hi­gen Person mit To­des­fol­ge“vor­wirft. Den Abend des 6. No­vem­ber 2016 hat­te der An­ge­klag­te mit dem Op­fer und Freun­den in ei­ner Gast­stät­te ver­bracht. Die 44-jäh­ri­ge Frau soll an dem Abend der­art viel Te­qui­la ge­trun­ken ha­ben, dass sie an dem Abend in der Gast­stät­te vom Bar­ho­cker ge­fal­len sei. Ei­ne Blut­pro­be er­gab da­mals ei­nen Al­ko­hol­pe­gel von 3,79 Pro­mil­le. Der An­ge­klag­te und die Freun­de brach­ten die Frau in das ge­mein­sam be­wohn­te Haus. Hier soll der An­ge­klag­te sei­ne Part­ne­rin mit Ge­gen­stän­den se­xu­ell miss­braucht ha­ben.

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