Asyl­be­trug? Rich­ter ho­len Sprach­gut­ach­ten ein

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

MÜNS­TER (dpa) Ei­ne je­si­di­sche Fa­mi­lie kur­di­scher Ab­stam­mung wehrt sich seit ges­tern vor Ge­richt ge­gen den Vor­wurf des Asyl­be­trugs.

Das Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge hat­te der vier­köp­fi­gen Fa­mi­lie den Flücht­lings­sta­tus wie­der ent­zo­gen, weil sich El­tern und Kin­der bei der Ein­rei­se 2014 fälsch­li­cher­wei­se als Sy­rer aus­ge­ge­ben hät­ten. Tat­säch­lich stamm­ten sie aus der Ukrai­ne. Sie sprä­chen auch nicht ara­bisch.

Vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter wies der 34-jäh­ri­ge Fa­mi­li­en­va­ter den Be­trugs­vor­wurf je­doch zu­rück. Er ha­be in ei­nem Dorf in Sy­ri­en ge­lebt, in dem nur kur­disch ge­spro­chen wor­den sei, be­ton­te er. „Er­heb­li­che Zwei­fel dar­an, dass der Klä­ger tat­säch­lich aus Sy­ri­en stammt, konn­ten noch nicht aus­ge­räumt wer­den“, hieß es von­sei­ten des Rich­ters. Das Ge­richt will da­her nun ein Sprach­gut­ach­ten ein­ho­len, um die Her­kunft der Fa­mi­lie zu er­mit­teln.

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