Hel­mut-Kohl-Stra­ße vor­erst vom Tisch

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - MEDIEN - VON DE­NI­SA RICH­TERS

Die GroKo-Run­de aus CDU und SPD hält den Zeit­punkt für ei­ne Eh­rung für zu früh.

Noch im­mer sind nicht al­le De­tails für die Trau­er­fei­er des am 16. Ju­ni ver­stor­be­nen Alt­kanz­lers Hel­mut Kohl ge­klärt. Aber in vie­len Städ­ten läuft be­reits die De­bat­te, wie der CDU-Po­li­ti­ker, der als „Kanz­ler der Ein­heit“gilt, ge­ehrt wer­den könn­te. Auch in Mön­chen­glad­bach wird das The­ma dis­ku­tiert – doch jetzt ist es vor­erst vom Tisch. Denn ei­ne po­li­ti­sche Mehr­heit im Stadt­rat wä­re der­zeit da­für nicht in Sicht. Bei der Sit­zung der Spit­zen der re­gie­ren­den GroKo aus CDU und SPD wur­de es ver­tagt.

„Wir ma­chen nichts, se­hen kei­nen drin­gen­den Hand­lungs­be­darf“, sagt SPD-Frak­ti­ons­chef Fe­lix Hein­richs auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on. Er schließt nicht aus, dass ei­ne Hel­mut-Kohl-Stra­ße oder ein Hel­mut-Kohl-Platz ir­gend­wann in die po­li­ti­schen Gre­mi­en kom­men kön­ne. „Aber erst mal müs­sen wir die Ge­le­gen­heit, al­so ei­ne ge­eig­ne­te Stra­ße, ha­ben.“

Die Le­ser der Rhei­ni­schen Post hat­ten sich nach ei­nem Auf­ruf durch­ge­hend eher ab­leh­nend ge­äu­ßert. „Kohl war kein Po­li­ti­ker, den man so eh­ren muss. In ei­ni­gen Jah­ren wird die Ge­schich­te be­stimmt ei­ne an­de­re Per­son zei­gen. Sie­he Strauß. Durch Gor­bat­schow ha­ben wir die Wie­der­ver­ei­ni­gung“, schreibt Le­se­rin Hel­gard Wiss­feld. In­ge Ger­res­heim be­tont, „auf kei­nen Fall“für ei­ne Be­nen­nung nach Kohl zu sein. „Sein Be­zug zu Mön­chen­glad­bach war viel zu ge­ring. Soll­ten Stra­ßen um­be­nannt wer­den, so soll­ten sie die Na­men von Glad­ba­chern er­hal­ten, die sich um die Stadt ver­dient ge­macht ha­ben“, schreibt Ma­ri­an­ne Krumm-Ja­giel­ski. „Da ist der Alt­kanz­ler Hel­mut Kohl noch nicht ein­mal be­er­digt, da be­fas­sen sich CDU und SPD mit der Be­nen­nung in der Stadt“, so Rolf Göt­tel. „Man könn­te schon fast da­von spre­chen, dass dies in der jet­zi­gen Si­tua­ti­on we­nig stil­voll ist. Al­so bit­te auf Wie­der­vor­la­ge.“Er er­in­nert auch dar­an, dass auch der lang­jäh­ri­ge Bo­rus­sia-Prä­si­dent Hel­mut Bey­er noch nicht mit ei­nem Stra­ßen­na­men ge­ehrt wur­de.

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