Ge­sund­heits­amt ruft HIV-Test­wo­che aus

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON KAT­HA­RI­NA KUGELMEIER

Be­hör­de bie­tet kom­men­de Wo­che oh­ne Vor­an­mel­dung kos­ten­los und an­onym HIV-An­ti­kör­per­test an.

In der Wo­che vom 3. Bis 7. Ju­li bie­ten die Be­ra­tungs­stel­len in den Ge­sund­heits­äm­tern der Re­gi­on wie­der ei­ne gro­ße HIV-Test­wo­che an. Men­schen mit ei­nem Ri­si­ko sol­len so zu dem an­ony­men und kos­ten­lo­sen Test er­mu­tigt wer­den.

Be­reits zum zwei­ten Mal bie­tet das Ge­sund­heits­amt in den HIV-Be­ra­tungs­stel­len ei­ne groß an­ge­leg­te Test­wo­che an. Nach­dem im ver­gan­ge­nen Jahr mehr als 120 Men­schen so er­mu­tigt wer­den konn­ten, sich an ei­ne der Be­ra­tungs­stel­len zu wen­den, um ei­nen Test zu ma­chen, hof­fen die Be­tei­lig­ten in Mön­chen­glad­bach, Kre­feld und Viersen auch dies­mal wie­der, dass vie­le die­ses An­ge­bot wahr­neh­men.

Sta­tis­tisch gibt es al­lein in NRW 2700 Men­schen, die nichts von ih­rer HIV-In­fek­ti­on wis­sen – das ent­spricht ei­nem Sieb­tel al­ler Be­trof­fe- nen. Wäh­rend Aids als End­sta­di­um der In­fek­ti­on nach wie vor le­bens­be­droh­lich ist, stellt ei­ne er­kann­te und be­han­del­te HIV-In­fek­ti­on kei­ne Ver­rin­ge­rung der Le­bens­er­war­tung mehr dar. Das welt­wei­te Cre­do, ei­ne HIV-Er­kran­kung so früh wie mög­lich zu be­han­deln, kann nur um­ge­setzt wer­den, wenn die Be­trof­fe­nen um ih­re Er­kran­kung wis­sen. Un­ter dem Mot­to „Tes­ten – Wis­sen – Han­deln“sol­len Ri­si­ko­per­so­nen er­mu­tigt wer­den, sich ei­nem HIV-Test zu un­ter­zie­hen.

Im Aus­land gibt es mitt­ler­wei­le so­gar Heim­tests, von wel­chen die Stadt­ärz­tin und Aids-Fach­kraft Ur­su­la Ba­ckes al­ler­dings ab­rät. „Ein sol­cher Test ist lei­der sehr feh­ler­an­fäl­lig und führt häu­fig zu fal­schen Er­geb­nis­sen“, er­klärt sie. „Ein von uns durch­ge­führ­ter Test bie­tet Si­cher­heit. Aber auch wer schon um sei­ne In­fek­ti­on weiß, darf gern je­der­zeit un­se­re an­ony­me Be­ra­tung in An­spruch nehmen.“

Früh­zei­tig rich­tig be­han­delt, ist ei­ne HIV-In­fek­ti­on in der heu­ti­gen Zeit auch nicht mehr le­ben­sein- schrän­kend. So­gar ein Kin­der­wunsch muss dann nicht aus­ge­schlos­sen sein. Ei­ne früh­zei­ti­ge Be­hand­lung sei da­für al­ler­dings aus­schlag­ge­bend, er­zählt Ur­su­la Ba­ckes.

Trotz al­ler me­di­zi­ni­schen Mög­lich­kei­ten und des Wis­sens über HIV und Aids wer­den den­noch je­des Jahr rund 3000 Neu­in­fek­tio­nen ge­zählt. Au­ßer der Über­tra­gung über un­ge­schütz­ten Ge­schlechts­ver­kehr stellt auch ei­ne Blut-zu-Blut-Über­tra­gung, bei­spiels­wei­se bei un­sau­be­rem Spritz­be­steck dro­gen­ab­hän­gi­ger Men­schen, ein ho­hes Ri­si­ko dar.

Auch wenn man ver­meint­lich kei­ne Ri­si­ko­per­son ist, bringt nur ein Test ei­ne ein­deu­ti­ge Si­cher­heit. Da­her soll­te man beim ge­rings­ten Zwei­fel al­le Ängs­te über Bord wer­fen und sich an ei­ne der kos­ten­lo­sen und an­ony­men Be­ra­tungs­stel­len wen­den.

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