We­gen Brand­stif­tung vor Schöf­fen­ge­richt

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

Ein 21-Jäh­ri­ger ist in Glad­bach an­ge­klagt, weil er im März am Rat­haus­markt in Viersen drei ge­park­te Fahr­zeu­ge mit ei­nem Feu­er­zeug an­ge­zün­det hat. Die Au­tos brann­ten völ­lig aus.

Die Staats­an­wäl­tin warf dem An­ge­klag­ten (21) Brand­stif­tung in drei Fäl­len vor. Der Vier­sener, der als Zwölf­jäh­ri­ger von ei­ner Fa­mi­lie ad­op­tiert wor­den war, zeig­te sich vor dem Schöf­fen­ge­richt so­fort ge­stän­dig: „Was ich da ge­macht ha­be, war ein dum­mer Feh­ler. Ich bin froh, dass ich nie­man­den ge­fähr­det ha­be. Ich wer­de so et­was nie wie­der tun“. Aber rich­tig er­klä­ren konn­te der jun­ge Mann, der sei­ne Ma­ler­und La­ckie­rer-Leh­re ab­ge­bro­chen hat­te, sei­ne nächt­li­che Brand­stif­tung nicht. Um drei Uhr mor­gens hat­te der Brand­stif­ter am 26. März ein Feu­er­zeug an ei­nen Wa­gen ge- hal­ten. Ei­ne hal­be St­un­de spä­ter ging das zwei­te Fahr­zeug in Flam­men auf. In­zwi­schen war be­reits die Po­li­zei auf­merk­sam ge­wor­den. Da hat­te der Tä­ter of­fen­bar ei­ne Pau­se ein­ge­legt. We­nig spä­ter zün­de­te der Vier­sener den drit­ten Wa­gen an.

Der Po­li­zei hat­te der An­ge­klag­te er­klärt, er ha­be da­mals den Ad­re­na­lin­kick ge­sucht. Im Ge­richts­saal mein­te der An­ge­klag­te: „Ich hat­te Stress mit an­de­ren und wur­de oft von Jün­ge­ren blöd an­ge­macht“. Auch in der Be­rufs­schu­le sei er mit dum­men Kom­men­ta­ren an­ge­rem­pelt wor­den. Ich sol­le mir Mar­ken­kla­mot­ten kau­fen, ha­be man ihm ge­sagt, ver­such­te der Vier­sener, die Ta­ten zu er­klä­ren. Zu­gleich lob­te er sei­ne Pfle­ge­el­tern. Er ha­be ih­nen viel zu ver­dan­ken. Die Haupt­schu­le ha­be er ab­ge­schlos­sen. Aber mit der Leh­re ha­be es nicht ge­klappt. „Ich wuss­te nicht so rich­tig, was ich ei­gent­lich woll­te“, ge­stand der An­ge­klag­te ein. So ha­be er die Be­rufs­schu­le auch oft ge­schwänzt.

Ein Brand­sach­ver­stän­di­ger schloss tech­ni­sche Ur­sa­chen bei den Au­to­brän­den aus. „Es ist oh­ne Wei­te­res mög­lich, mit ei­nem Feu­er­zeug ein Fahr­zeug an­zu­zün­den. Das kriegt man in fünf bis fünf­zehn Mi­nu­ten hin“, hieß es in dem Gut­ach­ten. Dass es sich bei ei­nem der Wa­gen um ein Gas­fahr­zeug han­del­te, ha­be er nicht ge­wusst, so der An­ge­klag­te.

Die Staats­an­wäl­tin for­der­te für den Vier­sener, der be­reits mit klei­ne­ren Vor­stra­fen auf­ge­fal­len war, ei­ne Haft­stra­fe von zwei Jah­ren und zehn Mo­na­ten – oh­ne Be­wäh­rung. Da­ge­gen bat der Ver­tei­di­ger für sei­nen Man­dan­ten um ei­ne Frei­heits­stra­fe mit Be­wäh­rung. Der Brand­stif­ter müs­se schließ­lich Scha­dens­wie­der­gut­ma­chung leis­ten und auch für den Feu­er­wehr-Ein­satz die Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Am En­de ver­ur­teil­te das Schöf­fen­ge­richt den An­ge­klag­ten we­gen Brand­stif­tung in drei Fäl­len zu ei­ner Frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren – mit Be­wäh­rung.

Au­ßer­dem muss er 200 St­un­den ge­mein­nüt­zi­ge Ar­beit leis­ten.

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