Gro­ße Aus­stel­lung der Schüt­zen

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - REISE&ERHOLUNG - VON CHRISTIAN LIN­GEN

Zum ers­ten Mal ar­bei­ten al­le neun Bru­der­schaf­ten und Ver­ei­ne zu­sam­men.

KOR­SCHEN­BROICH Ein Leit­spruch der Bru­der­schaf­ten im Be­zirks­ver­band Mön­chen­glad­bach, Rhe­ydt, Kor­schen­broich lau­tet „Bru­der sein ist mehr“. Was da­mit ge­meint ist, zeigt vom 16. Ju­li bis zum 17. Sep­tem­ber ei­ne Aus­stel­lung im Kul­tur­bahn­hof. „Kul­tur­er­be Schüt­zen­we­sen in Kor­schen­broich“heißt die Schau, die mit vie­len his­to­ri­schen Ex­po­na­ten vor Au­gen führt, dass Schüt­zen eben mehr kön­nen, als fei­ern und Bier trin­ken. Die Aus­stel­lung ver­deut­licht die Be­deu­tung des Schüt­zen­we­sens für die Stadt Kor­schen­broich. Sie ist aber auch noch in ei­ner ganz an­de­ren Hin­sicht et­was wirk­lich Be­son­de­res: Zum ers­ten Mal ver­ei­nen sich al­le neun Schüt­zen­ge­mein­schaf­ten, in de­nen sich rund 4000 Men­schen en­ga­gie­ren, zu ei­ner ge­mein­sa­men Ver­an­stal­tung.

„An­fang des Jah­res stand man in ge­müt­li­cher Run­de zu­sam­men. Da ent­stand die Idee. Pe­jo Ste­fes gab dann den An­stoß, sie auch um­zu­set­zen“, er­zählt Pe­ter Schlös­ser, der Prä­si­dent der St. Se­bas­tia­nus Bru­der­schaft. Al­le neun Ge­mein­schaf­ten ha­ben ih­re Tra­di­ti­on und ei­ne lan­ge Ge­schich­te. Die ist vor al­lem ge­prägt durch Re­li­gi­on und Sinn für die Ge­mein­schaft. „Wir möch­ten den Bür­gern zei­gen, was die Wur­zeln des Schüt­zen­we­sens sind“, sagt Schlös­ser. Wäh­rend der Aus­stel­lung wird es drei Son­der­ver­an­stal­tun­gen ge­ben.

Die ers­te ist na­tür­lich die Er­öff­nung am Sonn­tag, 16. Ju­li, um 11 Uhr. Be­zirks­bun­des­meis­ter Horst Tho­ren wird ein Po­di­ums­ge­spräch mo­de­rie­ren zum The­ma „So­zia­les En­ga­ge­ment der Schüt­zen in un­se­rer Stadt“. Am Mitt­woch, 9. Au­gust, fin­det ab 19 Uhr ein Vor­trag mit an­schlie­ßen­der Dis­kus­si­on zur re­li­giö­sen und kul­tu­rel­len Be­deu­tung des Schüt­zen­we­sens statt. Ge­lei­tet wird der Abend von Pfar­rer Marc Zim­mer­mann und Bun­des­ge­schäfts- füh­rer Ralf Hein­richs. Am Sonn­tag, 17. Sep­tem­ber, be­trach­tet Pe­jo Ste­fes das Schüt­zen­we­sen ab 14 Uhr aus hu­mo­ris­ti­scher Sicht.

„Der Schwer­punkt soll nicht das Brauch­tum sein, das al­le ken­nen. Des­halb zei­gen wir zum Bei­spiel ei­ne Trau­er­fah­ne. Das See­len­heil der Men­schen lag den Schüt­zen schon im­mer am Her­zen“, sagt Bun­des­ge­schäfts­füh­rer Ralf Hein­richs. Bild­ta­feln wer­den zei­gen, wie sich die Schüt­zen lo­kal en­ga­gie­ren und wo­für sie sich über­re­gio­nal ein­set­zen. Zu se­hen sein wer­den auch vie­le Bru­der­meis­ter­stä­be. Sie kom­men seit je­her bei den Pro­zes­sio­nen zu Fron­leich­nam zum Ein­satz und zei­gen die Ge­be­te an. Aus­ge­stellt wird zu­dem ei­ne Re­li­quie des Hei­li­gen St. Se­bas­tia­nus. Die Or­ga­ni­sa­to­ren hof­fen, dass es den Be­su­chern so er­geht wie Mu­se­ums­lei­te­rin Hil­la Ba­ecker. „Ich hat­te mit den Schüt­zen bis­lang nie et­was zu tun und kann­te sie nur von den Schüt­zen­fes­ten und im Fest­zelt. Was sie un­ter dem Jahr ma­chen, ha­be ich erst jetzt er­fah­ren. Ich freue mich rich­tig auf die Aus­stel­lung“, er­zählt sie.

Die Aus­stel­lung und al­le Son­der­ver­an­stal­tun­gen rich­ten sich ge­zielt an al­le Bür­ger. Denn das Schüt­zen­we­sen ist eben mehr. „Es be­deu­tet Mit­ein­an­der, Ge­mein­sam­keit und Hilfs­be­reit­schaft“, sagt Se­bas­tia­ner­prä­si­dent Pe­ter Schlös­ser. In­fo Öff­nungs­zei­ten sams­tags und sonn­tags je­weils von 14 bis 17 Uhr, Füh­run­gen in­di­vi­du­ell ver­ein­bar un­ter 02161 640406.

FO­TO: JKN

Bun­des­ge­schäfts­füh­rer Ralf Hein­richs, Mu­se­ums­lei­te­rin Hil­la Ba­ecker und Se­bas­tia­ner­prä­si­dent Pe­ter Schlös­ser mit ei­nem der Aus­stel­lungs­stü­cke.

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