Bun­des­netz­agen­tur stoppt Vor­rats­da­ten­spei­che­rung

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - POLITIK -

BERLIN (qua/her) Die um­strit­te­ne Vor­rats­da­ten­spei­che­rung tritt nicht wie ge­plant zum 1. Ju­li in Kraft. Wie die zu­stän­di­ge Bun­des­netz­agen­tur ges­tern mit­teil­te, wird die Be­hör­de die Spei­cher­pflicht von In­ter­net­pro­vi­dern und Te­le­fon­an­bie­tern vor­erst nicht durch­set­zen. Das ist die Fol­ge ei­ner Ent­schei­dung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Müns­ter von ver­gan­ge­ner Wo­che. Die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ver­sto­ße ge­gen eu­ro­päi­sches Recht, hat­ten die Rich­ter in ei­nem Eil­ver­fah­ren ei­nes Münch­ner Pro­vi­ders ge­ur­teilt. Die Bun­des­netz­agen­tur will nun ab­war­ten, bis die Rechts­la­ge ge­klärt ist. So lan­ge wird sie auch kei­ne Buß­geld­ver­fah­ren ge­gen Un­ter­neh­men ein­lei­ten, die ih­rer Spei­cher­pflicht nicht nach­kom­men, teil­te sie mit.

Ste­phan Har­b­arth, stell­ver­tre­ten­der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der Uni­on im Bun­des­tag, kri­ti­sier­te die Ent­schei­dung der Bun­des­netz­agen­tur als vor­ei­lig. „Si­cher­heits­po­li­tisch be­steht die Not­wen­dig­keit zur Spei­che­rung der Da­ten nach wie vor fort. Die Ge­fah­ren­la­ge ist un­ver­min­dert hoch“, sag­te Har­b­arth un­se­rer Re­dak­ti­on. Er hät­te sich ge­wünscht, dass die Bun­des­netz­agen­tur zu­min­dest die ge­mein­sa­me Po­si­tio­nie­rung der Bun­des­re­gie­rung ab­ge­war­tet hät­te.

Das Ge­richt in Müns­ter hat­te sich auf ein Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs vom De­zem­ber 2016 be­ru­fen. Die­ser hat­te ent­schie­den, dass die an­lass­lo­se Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ge­gen eu­ro­päi­sche Da­ten­schutz­richt­li­ni­en ver­stößt. Die Un­ter­neh­men sol­len Da­ten von Nut­zern über zehn Wo­chen spei­chern – al­so wer wann mit wem wie lan­ge te­le­fo­niert oder sich im In­ter­net be­wegt. Stand­ort­da­ten sol­len vier Wo­chen ge­spei­chert wer­den.

Die Te­le­kom und der Bran­chen­ver­band Eco be­grüß­ten die Ent­schei­dung der Bun­des­netz­agen­tur. Sie ver­lan­gen Rechts­si­cher­heit.

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