Wick­ra­th­hahn wird 110 Jah­re alt

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - SPORT LOKAL - VON HORST HÖCKENDORF

HIS­TO­RIE Als zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts im­mer mehr Ver­ei­ne ge­grün­det wur­den, war 1907 Wick­ra­th­hahn da­bei. Zu je­ner Zeit lag der Ur­sprung meist in ei­ner Tur­nero­der Leicht­ath­le­ti­krie­ge. Wick­ra­th­hahn bil­de­te da kei­ne Aus­nah­me.

Vor mehr als 100 Jah­ren wur­den die Turn­wett­kämp­fe noch in ei­nem Saal ei­ner Gast­stät­te ab­ge­hal­ten – heu­te un­denk­bar. Lauf­bah­nen und Weit­sprung­gru­ben muss­ten sel­ber an­ge­legt wer­den. Und Fuß­ball­spie­le, so­fern es Mann­schaf­ten gab, fan­den eher auf ei­ner Wie­se oder ei­nem Acker statt. Bäl­le gab es nur ge­gen Na­tu­ra­li­en, Tri­kots wur­den aus ge­färb­ten Stof­fen ge­näht.

Im April 1919 schlos­sen sich der Ball­spiel­club und der Turn­ver­ein zum Turn- und Spiel­ver­ein zu­sam­men. Guts­be­sit­zer Her­mann No­ell stell­te ei­ne Wie­se am Wald ge­gen ei­ne ge­rin­ge Pacht zur Ver­fü­gung, die Spie­ler rich­te­ten die Wie­se sel­ber her. 1929 kam es bei den Hand- bal­lern im Spiel ge­gen Geis­ten­beck zu gro­ben Uns­port­lich­kei­ten und der größ­te Teil der Mann­schaft wur­de (teils le­bens­lang) ge­sperrt. Das war das En­de der Hand­ball­ab­tei­lung und die Ge­burts­stun­de der Fuß­ball­mann­schaft, die sich mit den Leicht­ath­le­ten zur DJK Wick­ra­th­hahn 1929 zu­sam­men­schloß. 1934 wur­de der Na­me un­ter den Na-

Ver­eins­chro­nik Wick­ra­th­hahn tio­nal­so­zia­lis­ten in F.C. Blau-Weiß Wick­ra­th­hahn um­be­nannt. Wäh­rend des Krie­ges gab es ei­ne „Kriegs­spiel­ge­mein­schaft“Wick­rath, die im DFB-Po­kal auf dem Aa­che­ner Ti­vo­li die Ale­ma­nia mit 4:3 be­sieg­te. Beim Rhe­ydter SV, der in der höchs­ten Klas­se in West­deutsch­land kick­te, gab es Spie­ler, die sich um den Trai­ner­pos­ten in Wick­ra­th­hahn ris­sen, da es nach den Spie­len im­mer ein Speck­brot und je­de Men­ge selbst­ge­brann­ten Schnaps gab – so steht es in der Ver­eins­chro­nik. Prak­tisch bis heu­te durch­schritt der Ver­ein Hö­hen und Tie­fen, kam da­bei aber nie über die Kreis­li­ga A hin­aus. An­zu­mer­ken sei noch, dass es in Wick­ra­th­hahn be­reits 1971 ei­ne Frau­en­mann­schaft – wenn auch nur für zwei Spie­le ge­gen Klein­glad­bach und spä­ter dann in der Sai­son 1982/83 – ge­ge­ben hat, wo­mit der Klub ei­ne ge­wis­se Vor­rei­ter­rol­le hat­te.

Die elf De­ka­den wer­den von Frei­tag bis Sonn­tag ent­spre­chend ge­büh­rend ge­fei­ert. Tho­mas Kas­ten­mai­er gas­tiert mit sei­ner Fuß­ball­schu­le im Ort. Hö­he­punkt wird auf dem neu an­ge­leg­ten Na­tur­ra­sen­platz das Ein­wei­hungs­spiel der „Hah­ner“ge­gen die U 23 von Bo­rus­sia sein (Sams­tag, 16 Uhr, Auf der Bült 60). Ne­ben dem Mas­kott­chen „Jün­ter“ha­ben auch ei­ni­ge Pro­fis ihr Kom­men an­ge­kün­digt.

Nach den Spie­len gab es ein Speck­brot und je­de Men­ge selbst­ge­brann

ten Schnaps“

Aus­zug

FO­TO: FSC

Er­folg­reich bei den Spe­cial Olym­pics, bald auch ak­tiv in der Kreis­li­ga? Die Mann­schaft der He­pha­ta-Stif­tung trai­niert un­ter Sa­rah Wey­ers neu­er­dings beim FSC.

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