Streit um Ikea-Bett: De­si­gner er­zielt Teil­sieg vor BGH

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - WIRTSCHAFT -

KARLS­RU­HE (dpa) Ho­hes Kopf­teil, ge­ra­de Li­ni­en, schnör­kel­lo­ses De­sign: Das Mo­dell „Malm“ist ein Klas­si­ker un­ter den Ikea-Bet­ten. Geht es nach dem Frank­fur­ter De­si­gner und Ar­chi­tek­ten Phil­ipp Main­zer, hät­te „Malm“al­ler­dings nie Ein­zug hal­ten dür­fen in die deut­schen Fi­lia­len des schwe­di­schen Mö­bel­kon­zerns. Denn „Malm“, das be­strei­tet auch Ikea nicht, gleicht Main­zers Bett „Mo“wie ein Ei dem an­de­ren. Und der 47-Jäh­ri­ge ist über­zeugt: „Mo“war zu­erst da. Ein Bet­ten-Krieg, der in­zwi­schen die Jus­tiz bis hin­auf zum Bun­des­ge­richts­hof (BGH) be­schäf­tigt. In den Vor­in­stan­zen hat­ten die Ge­rich­te Main­zers Kla­ge ab­ge­wie­sen. Aber in Karls­ru­he läuft es gut für den De­si­gner, das gest­ri­ge Ur­teil gibt ihm wie­der Hoff­nung: Der Pro­zess geht wei­ter, die Sa­che muss neu ver­han­delt wer­den (Az.: I ZR 9/ 16).

Die Ge­schich­te be­ginnt schon vor et­li­chen Jah­ren, 2002 spä­tes­tens. 1995 hat Main­zer die Mö­bel­mar­ke e15 mit­be­grün­det. Für die Kol­lek­ti­on ent­wirft er das Bett „Mo“. Mit­te Ju­li 2002 lässt er sein De­sign beim Deut­schen Pa­tent- und Mar­ken­amt schüt­zen. Spä­ter wird im Streit mit Ikea noch nach­träg­lich re­gis­triert, dass er sein Bett be­reits im Ja­nu­ar auf ei­ner Mö­bel­mes­se in Köln ge­zeigt hat.

Vor Ge­richt hat Ikea zu be­le­gen ver­sucht, dass „Malm“par­al­lel zu „Mo“und völ­lig un­ab­hän­gig da­von ent­stan­den ist. Zwar star­te­te der Ver­trieb von „Malm“in Deutsch­land erst 2003. Ikea ver­weist aber auf das sehr ähn­li­che Vor­gän­ger-Mo­dell „Ber­gen“– da­von sei­en die ers­ten Ex­em­pla­re schon im Früh­jahr 2002 an deut­sche Fi­lia­len ge­gan­gen. Im Au­gust 2002 wird „Ber­gen“im Ikea-Ka­ta­log 2003 be­wor­ben.

Die­se Stra­te­gie bringt jetzt aber der BGH zum Ein­sturz. Die Rich­ter las­sen al­lein Vor­be­rei­tun­gen in Deutsch­land gel­ten, kei­ne in Schwe­den. Und schon hat Main­zer wie­der die Na­se vorn. Nun hängt al­les da­von ab, wie das Düs­sel­dor­fer Ge­richt ent­schei­den wird.

FO­TO: DPA

Das Ikea-Bett „Malm“

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