Se­ri­en­dieb muss ins Ge­fäng­nis

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - POLITISCHES BUCH - VON IN­GRID KRÜ­GER

Der 53-Jäh­ri­ge ent­wen­de­te Haut­cremes und teu­re Par­füms, um sei­ne Sucht zu fi­nan­zie­ren.

Wacht­meis­ter brach­ten den An­ge­klag­ten (53) ges­tern aus der Haft in den Ge­richts­saal. Der aus Russ­land stam­men­de Mann ver­büßt be­reits ei­ne sechs­mo­na­ti­ge Frei­heits­stra­fe, die er sich 2016 we­gen Dieb­stahls ein­ge­han­delt hat­te. In­zwi­schen ist der dro­gen­ab­hän­gi­ge An­ge­klag­te be­reits mehr­fach in Mön­chen­glad­bach als La­den­dieb auf­ge­fal­len. Der 53-Jäh­ri­ge zeig­te sich so­fort ge­stän­dig. Der Rich­ter hielt ihm die ein­zel­nen Ta­ten vor. Der An­ge­klag­te gab al­les zu. Manch­mal konn­te er sich nicht mehr rich­tig er­in­nern. Die ne­ben ihm sit­zen­de Dol­met­sche­rin über­setz­te die Aus­sa­gen. Meis­tens griff der La­den­dieb in Dro­ge­rie­märk­ten und Be­klei­dungs­ge­schäf­ten in die Re­ga­le. In ei­nem Me­di­aMarkt stahl er Kopf­hö­rer. In Kos­me­tik­ge­schäf­ten ent­wen­de­te er Haut­cremes und teu­re Par­füms. Auch im Kauf­hof und bei C&A war der Dieb auf­ge­fal­len. Mit dem Die­bes­gut ha­be er sei­ne Dro­gen­sucht fi­nan­ziert, gab der Glad­ba­cher oh­ne wei­te­res zu. Er ha­be täg­lich He­ro­in und Ko­ka­in kon­su­miert – je­den Tag zwei bis drei Gramm, ließ der An­ge­klag­te über­set­zen. Bei zwei Dieb­stahls­fäl­len hat­te der An­ge­klag­te ein Ta­schen­mes­ser mit ei­ner 15 Zen­ti­me­ter lan­gen Klin­ge aus der Ta­sche ge­zo­gen. Ein De­tek­tiv hat­te das be­ob­ach­tet. Ge­droht ha­be er mit dem Mes­ser nicht, mein­te der An­ge­klag­te. Der Vor­wurf der Be­dro­hung wur­de schließ­lich in der Ver­hand­lung ein­ge­stellt.

Als das Vor­stra­fen­re­gis­ter des Man­nes ver­le­sen wur­de, war klar, dass er sich be­reits acht­mal vor Ge­richt – im­mer we­gen Dieb­stahls – ver­ant­wor­ten muss­te. Of­fen­bar hat­te er je­des Mal ein Ge­ständ­nis ab­ge­legt. Ein­mal hat­te der An­ge­klag­te gesagt: „Ich er­in­ne­re mich nicht an den Fall. Aber wenn es da so steht, dann stimmt es.“Al­ko­hol spiel­te bei ihm wohl eher ei­ne Ne­ben­rol­le. Ei­ne Kon­trol­le hat­te bei ihm ei­nen Al­ko­hol­pe­gel von 0,8 Pro­mil­le er­ge­ben. Am En­de for­der­te der Staats­an­walt für den „flei­ßi­gen“ Dieb ei­ne Ge­samt­frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren und sechs Mo­na­ten. Der Ver­tei­di­ger bat um ei­ne ge­rin­ge­re Stra­fe. Der Man­dant ha­be un­ter Sucht­druck ge­han­delt,

Das Ge­richt ver­ur­teil­te den rus­si­schen An­ge­klag­ten schließ­lich we­gen Dieb­stahls mit Waf­fen in zwei Fäl­len und we­gen ge­werbs­mä­ßi­gen Dieb­stahls in vier Fäl­len zu ei­ner Frei­heits­stra­fe von ei­nem Jahr und sechs Mo­na­ten. Ei­ne frü­he­re Haft­stra­fe wur­de in die neue Stra­fe mit ein­be­zo­gen. Von Be­wäh­rung war jetzt kei­ne Re­de mehr. Der An­ge­klag­te re­agier­te schwei­gend. Die zwei Ta­schen­mes­ser wer­den ver­nich­tet. Da­mit war der An­ge­klag­te ein­ver­stan­den.

FO­TO: RO­LAND FUN­KE

Vor al­lem abends fül­len sich die Par­krän­der am Rönneterring mit Lkw, die in die Fahr­bahn ra­gen. Al­so wur­den die Fahr­rad­strei­fen ent­fernt.

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