Ein Dorf putzt sich für die Tour her­aus

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON SA­BI­NE KRICKE

In Mön­chen­glad­bach wird am Sonn­tag ei­ne Men­ge los sein, wenn die Tour de Fran­ce durch die Stadt fährt. Ein klei­nes Dorf am Ran­de der gro­ßen Stadt will die Fah­rer mit ei­ner Par­ty beim Kar­tof­fel­bau­ern be­ein­dru­cken: Wickrathberg.

In Wickrathberg fei­ert am Sonn­tag fast ein gan­zes Dorf ge­mein­sam die Durch­fahrt der Tour de Fran­ce. Rund 1000 Ein­woh­ner der Ge­mein­de am Ran­de von Mön­chen­glad­bach wer­den bei ei­ner Tour-Par­ty beim Kar­tof­fel­bau­ern En­gels er­war­tet. Ein Fest, das dem gro­ßen in der In­nen­stadt in nichts nach­ste­hen soll. „So ei­ne Tour de Fran­ce ist ein­fach ein un­fass­ba­res Er­leb­nis. Und dann fährt sie aus­ge­rech­net durch un­ser Wickrathberg“, sagt Karl­Heinz-Rein­hard, der Vor­sit­zen­de des ört­li­chen Ver­eins für Hei­mat­und Denk­mal­pfle­ge. Wie der 63-Jäh­ri­ge ist das gan­ze Dorf im Tour­fie­ber.

Die Idee zu ei­ner gro­ßen Par­ty ent­stand bei ei­nem Tref­fen der Ver­ei­ne und der Kir­chen­ge­mein­de. „Je­der woll­te ir­gend­et­was ma­chen, und dann dach­ten wir: War­um nicht ein­fach ei­ne gro­ße Par­ty?“, sagt Rein­hard. Da­für muss­te nur ei­ne aus­rei­chend gro­ße Flä­che her. Kar­tof­fel­bau­er Jörg En­gels war so­fort zur Stel­le und bot den et­wa 1000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Be­reich vor sei­nem Bau­ern­hof an.

Und ge­nau dort wird die gro­ße Tour-Sau­se statt­fin­den – mit dem per­fek­ten Blick am Stra­ßen­rand auf das Fah­rer­feld. „Wenn man um die Ecke geht, kann man so­gar bis nach Wan­lo gu­cken“, sagt Rhein­hard. Das Mot­to lau­tet dort: „Die Tour ‚Li­ve‘ und im ‚Ori­gi­nal‘ oh­ne teu­re VIP-Tri­bü­nen“. Für die Kin­der wird es ei­ne gro­ße Hüpf­burg ge­ben und viel Un­ter­hal­tung. Ei­ne Li­ve-Band wird auf ei­ner Büh­ne spie­len.

Fi­nan­ziert wird die Dorf-Par­ty von den ört­li­chen Ver­ei­nen und der Kir­chen­ge­mein­de. „Soll­ten wir am En­de auf Kos­ten sit­zen blei­ben, ist das halt so. Dann hat es sich trotz­dem ge­lohnt“, fin­det Rhein­hard.

Aber das gan­ze Dorf will da­zu bei­tra­gen, dass es so weit nicht kommt. „Al­le Ku­chen wer­den zum Bei­spiel von den Bür­gern ge­spen­det“, sagt Rhein­hard. Für ihn ist die Tour ei­ne tol­le Mög­lich­keit, das klei­ne Wickrathberg der gan­zen Welt zu zei­gen und gleich­zei­tig den Zu­sam­men­halt zwi­schen den Bür­gern zu stär­ken. „Die Be­geis­te­rung hier ist ein­fach un­glaub­lich. Das mo­ti­viert un­ge­mein, so et­was auf die Büh­ne zu stel­len“, sagt der 63-Jäh­ri­ge.

Rund 80 Hel­fer ha­ben sich schon frei­wil­lig ge­mel­det, bei den Auf­bau­ar­bei­ten und bei der Rea­li­sie­rung die­ses gro­ßen Fes­tes zu un­ter­stüt­zen. „Ich bin ein­fach über­wäl­tigt da­von“, sagt Rein­hard. Ja, und nun? Da die Par­ty nicht nur für Wick­ra­th­ber­ger ist, son­dern für al­le Rad­sport-Be­geis­ter­ten, heißt es: Run­ter vom So­fa, rauf auf das Fahr­rad, rein in die Wan­der­schu­he und ab nach Wickrathberg zu Kar­tof­fel­bau­er En­gels.

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