Ei­gen­tü­me­rin von Hit­lers Ge­burts­haus zu Recht ent­eig­net

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - POLITIK -

WI­EN (dpa) Das Ge­burts­haus von Adolf Hit­ler kann als Kon­se­quenz ei­nes Ur­teils des ös­ter­rei­chi­schen Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs (VfGH) nun völ­lig um­ge­stal­tet wer­den. Das Ge­richt er­klär­te ges­tern die Ent­eig­nung der Ei­gen­tü­me­rin durch die Re­pu­blik Ös­ter­reich für rech­tens.

Da­mit hat der Staat nun freie Hand, das denk­mal­ge­schütz­te Haus und das an­gren­zen­de Ge­län­de tief­grei­fend zu ver­än­dern. Ziel ist es, die An­zie­hungs­kraft des Or­tes für Neo­na­zis und Rechts­ex­tre­mis­ten zu bre­chen. Ein Ar­chi­tek­ten­wett­be­werb soll nun klä­ren, was mit dem Ge­län­de ge­nau pas­siert.

Die Ent­eig­nung des drei­stö­cki­gen Ge­bäu­des so­wie von rund 1000 an- gren­zen­den Qua­drat­me­tern mit Ga­ra­gen und Park­plät­zen sei im öf­fent­li­chen In­ter­es­se ge­bo­ten ge­we­sen, sie sei ver­hält­nis­mä­ßig und nicht ent­schä­di­gungs­los. „Sie ist da­her nicht ver­fas­sungs­wid­rig“, ur­teil­te der VfGH. Nur als Ei­gen­tü­mer sei­en die bau­li­chen Ve­rän­de­run­gen mög­lich. Es sei un­strit­tig, dass die Lie­gen­schaft sich bis­her als „Pil­ger“-Stät­te für Neo­na­zis eig­ne. In die­ser Hin­sicht kom­me ihr in Ös­ter­reich so­gar ein „Al­lein­stel­lungs­merk­mal“zu, mein­ten die Rich­ter.

Die lang­jäh­ri­ge Ei­gen­tü­me­rin hat­te vor dem Ver­fas­sungs­ge­richts­hof (VfGH) ge­klagt, weil aus ih­rer Sicht ei­ne Um­ge­stal­tung auch oh­ne Ent­eig­nung mög­lich ge­we­sen wä­re.

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