Feu­er­wehr muss bei Un­fäl­len im­mer öf­ter Ein­ge­klemm­te ret­ten

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - HOCHSCHULE - VON GUNDHILD TILLMANNS

Die Zahl der Ein­sät­ze ist in Jü­chen im ers­ten Halb­jahr dra­ma­tisch an­ge­stie­gen. Es gibt im­mer mehr schwer ver­letz­te Un­fall­op­fer. Auch Gaf­fer fal­len auf.

JÜ­CHEN Feu­er­wehr­chef Heinz-Die­ter Abels stellt nicht nur ei­ne ekla­tan­te Häu­fung der Ein­sät­ze fest: Es ha­ben auch die schwe­ren Ver­kehrs­un­fäl­le mit ein­ge­klemm­ten Per­so­nen und vor al­lem die Ein­satz­be­hin­de­run­gen durch Gaf­fer merk­lich zu­ge­nom­men: Das bi­lan­ziert Abels für das ers­te Hab­jahr 2017, in dem es be­reits 167 Feu­er­wehr­ein­sät­ze gab. Im ers­ten Halb­jahr 2016 wa­ren es nur 113 Ein­sät­ze. Da­mit setzt sich der Trend fort, den Abels be­reits seit ge­rau­mer Zeit fest­stellt. Auch die „klei­ne­ren“Hil­fe­leis­tun­gen ha­ben wei­ter zu­ge­nom­men. Abels sagt: „In al­len Mo­na­ten seit Jah­res­be­ginn. mit Aus­nah­me von April und Ju­ni, ar­bei­te­ten die Ein­satz­kräf­te min­des­tens dop­pelt so vie­le Ein­sät­ze ab, wie im je­wei­li­gen Mo­nat des Vor­jah­res.“

Der dra­ma­tischs­te Ein­satz war für Abels und sei­ne Leu­te die Ret­tung ei­nes, in ei­nem völ­lig zer­stör­ten Füh­rer­haus ein­ge­klemm­ten Lk­wFah­rers bei ei­nem Un­fall auf der A 46. Zwei St­un­den lang dau­er­te die kräf­te­zeh­ren­de Ret­tung, die am 18. Mai nicht nur durch das hei­ße Wet­ter, son­dern vor al­lem durch Gaf­fer er­schwert und be­hin­dert wur­de. „Wir ha­ben bei die­sem Un­fall zum ers­ten Mal die Sicht­schutz­wän­de von Stra­ßen.NRW be­stellt, die sich auch be­währt ha­ben“, sagt Abels. Denn be­vor die Sicht­schutz­wän­de von der nächst­lie­gen­den Au­to­bahn­meis­te­rei ein­ge­trof­fen wa­ren, sei­en Ver­kehrs­teil­neh­mer auf der ge­gen­über­lie­gen­den Fahr­bahn nur Schritt­ge­schwin­dig­keit ge­fah­ren, um zu gaf­fen und den Un­fall so­gar mit dem Han­dy zu fil­men. Be­reits fünf Mal muss­te die Feu­er­wehr Jü­chen im ers­ten Halb­jahr ein­ge- klemm­te Ver­letz­te aus Un­fall­fahr­zeu­gen be­frei­en. Im ers­ten Halb­jahr 2016 war es nur ei­ne Per­son. Zu den Ein­sät­zen, die auch an den Feu­er­wehr­leu­ten nicht spur­los vor­über­ge­hen, ge­hör­te auch der schwe­re Ver­kehrs­un­fall ei­ner Fahr­schü­le­rin und ih­res -leh­rers am 10. Fe­bru­ar auf der L 116. Wei­te­re ein­ge­klemm­te Un­fall­op­fer muss­ten im Ja­nu­ar bei ei­nem Ver­kehrs­un­fall auf der B 59, im Fe­bru­ar auf der Ham­scher Stra­ße, wo die Feu­er­wehr gleich zwei Ein­ge­klemm­te be­frei­en muss­te, ge­ret­tet wer­den.

Der Feu­er­wehr­chef ap­pel­liert an die Kraft­fah­rer: „Run­ter vom Gas!“Und: „Hän­de ans Steu­er und weg vom Han­dy!“Zwar kön­ne er es nicht be­wei­sen, aber ge­ra­de die schwe­ren Auf­fahr­un­fäl­le auf das Stau­en­de, deu­te­ten auf ab­ge­lenk­te Kraft­fah­rer hin. Und Abels die Be­ob­ach­tung ge­macht: „Die Feu­er­weh­ren hin­ken mit ih­rer hy­drau­li­schen Aus­rüs­tung der tech­ni­schen Ent­wick­lung in der Fahr­zeug­in­dus­trie hin­ter­her.“Dies sei auf­ge­fal­len, als der ei­gent­lich noch re­la­tiv neue Pe­dal­schnei­der der Feu­er­wehr bei der Be­frei­ung des ein­ge­klemm­ten Lkw-Fah­rer aus der A 46 fast ver­sagt ha­be. „Wir ha­ben so­fort nach­ge­rüs­tet und ei­nen neu­en Pe­dal­schnei­der mit zehn Ton­nen mehr Leis­tung an­ge­schafft“, be­rich­tet Abels.

ARCHIVFOTO: DIE­TER STANIEK

Ei­ne 18 Jah­re al­te Fahr­schü­le­rin wur­de bei ei­nem Un­fall auf der L 116 in Neu­en­ho­ven im Fe­bru­ar im Fahr­zeug ein­ge­klemmt.

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