Jun­kie we­gen 40 Straf­ta­ten zu fast vier Jah­ren Haft ver­ur­teilt

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

Der an­ge­klag­te 27-Jäh­ri­ge, den die Wacht­meis­ter aus der Un­ter­su­chungs­haft in den Ge­richts­saal A 32 brach­ten, zeig­te sich vor dem Mön­chen­glad­ba­cher Schöf­fen­ge­richt so­fort ge­stän­dig. Be­reits im Er­mitt­lungs­ver­fah­ren bei der Po­li­zei hat­te der Hartz-IV-Emp­fän­ger al­le An­kla­ge­vor­wür­fe zu­ge­ge­ben und zu­gleich Mit­tä­ter be­las­tet.

Und die An­kla­ge­schrif­ten, die die Staats­an­wäl­tin ges­tern ver­le­sen muss­te, wa­ren be­acht­lich. Es dau­er­te 45 Mi­nu­ten, bis al­le 40 Tat­vor­wür­fe be­kannt ge­wor­den wa­ren. Der An­ge­klag­te aus Vier­sen, der die zahl­rei­chen Straf­ta­ten al­le un­ter schwe­rem Sucht­druck be­gan­gen hat, ver­folg­te die Ver­le­sung mit un­be­weg­ter Mie­ne. Aus dem psych­ia­tri­schen Gut­ach­ten wur­de be­kannt, dass der 27-Jäh­ri­ge jah­re­lang täg­lich Can­na­bis, Am­phet­ami­ne und am Wo­che­n­en­de Ko­ka­in kon­su­miert hat­te. Täg­lich ha­be er für Dro­gen 50 Eu­ro aus­ge­ge­ben, hat­te er zu­ge­ge­ben. Die Staats­an­wäl­tin hielt ihm die ein­zel­nen Ta­ten vor. So war er 2016 an meh­re­ren nächt­li­chen Ein­brü­chen in Vier­sener Gast­stät­ten und in den Räu­men dann am Auf­bruch der Geld- und Spiel­au­to­ma­ten be­tei­ligt. Die­se Ta­ten wer­tet der Ge­setz­ge­ber als be­son­ders schwe­ren Dieb­stahl. Aber der Dieb stahl auch aus ei­ner Kir­che wert­vol­le Kel­che und Lap­tops aus ei­ner Schu­le. Und der be­geis­ter­te Au­to­fah­rer, der kei­nen Füh­rer­schein be­saß, schraub­te auch in meh­re­ren Fäl­len die Kenn­zei­chen von frem­den Fahr­zeu­gen ab. Da­nach be­fes­tig­te er sie an sei­nem Wa­gen. An­schlie­ßend setz­te sich der Vier­sener hin­ters Steu­er und fuhr oh­ne Fahr­er­laub­nis und oh­ne Ver­si­che­rung durch die Stra­ßen von Vier­sen und Mön­chen­glad­bach. Oft wur­de er be­reits am fol­gen­den Tag von der Po­li­zei er­wischt. Prompt stahl der An­ge­klag­te die nächs­ten Kenn­zei­chen und schraub­te sie wie­der an sein Fahr­zeug. Et­wa acht­mal wur­de er oh­ne Fahr­er­laub­nis ge­schnappt. Laut An­kla­ge muss er auch die Ver­ant­wor­tung für ei­nen ge­fähr­li­chen Ein­griff in den Stra­ßen­ver­kehr über­neh­men. In ei­nem Fall war s zu ei­nem Zu­sam­men­stoß mit ei­ner Fuß­gän­ge­rin ge­kom­men, die auf dem Wa­gen des 27-Jäh­ri­gen lan­de­te. Doch der Fah­rer re­agier­te nicht, bis das Un­fall­op­fer vom Au­to­blech her­un­ter ge­fal­len war.

Au­ßer­dem be­saß und han­del­te der Vier­sener ge­werbs­mä­ßig mit Dro­gen und ver­stieß in ei­nem Fall ge­gen das Waf­fen­ge­setz. Der An­ge­klag­te zeig­te sich nicht nur ge­stän­dig. Er zeig­te sich the­ra­pie­wil­lig. Am En­de ver­ur­teil­te das Schöf­fen­ge­richt den An­ge­klag­ten zu ei­ner Haft­stra­fe von drei Jah­ren und zehn Mo­na­ten. Au­ßer­dem muss er vier Jah­re lang auf ei­ne Fahr­er­laub­nis ver­zich­ten. Das Ge­richt schloss sich ei­ner Gut­ach­te­rin an, die die Un­ter­brin­gung des Man­nes in ei­ner Dro­gen­the­ra­pie emp­foh­len hat­te.

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