Ka­len­der­blatt 1. Ju­li 2002

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - UNTERHALTUNG -

Die Rei­se nach Bar­ce­lo­na soll­te ei­ne Be­loh­nung für Kin­der sein, die be­son­ders gu­te Leis­tun­gen in der Schu­le ge­zeigt hat­ten. 45 Schü­ler aus Ufa, ei­ner Stadt in der rus­si­schen Teil­re­pu­blik Basch­kor­tos­tan, be­fan­den sich an Bord, als die Tu­po­lew 154 (Foto) in Mos­kau star­te­te. Um 23.20 Uhr er­reich­te das Flug­zeug den süd­deut­schen Luf­t­raum. Der wur­de von der Luft­si­che­rungs­ge­sell­schaft Sky­gui­de über­wacht. Der dienst­ha­ben­de Flug­lot­se Pe­ter Niel­sen hat­te ge­ra­de sei­nen ein­zi­gen Kol­le­gen in die Pau­se ge­schickt und war al­lein im Di­enst, als sich die Kol­li­si­on an­bahn­te. Ei­ne DHL-Ma­schi­ne aus Ber­ga­mo be­fand sich auf der­sel­ben Flug­hö­he wie die Tu­po­lew. Der Flug­lot­se und das au­to­ma­ti­sche Sys­tem zur Ver­hin­de­rung von Zu­sam­men­stö­ßen (TCAS) ga­ben un­ter­schied­li­che An­wei­sun­gen. Die Be­sat­zung der Tu­po­lew folg­te der Auf­for­de­rung des Lot­sen und lei­te­te den Sink­flug ein. Die DHLC­r­ew folg­te dem TCAS und sank eben­falls. Um 23.35 Uhr stie­ßen die Flug­zeu­ge zu­sam­men. Durch die Kol­li­si­on star­ben 71 Men­schen, dar­un­ter 49 Kin­der. Nach dem Un­glück wur­den Er­mitt­lun­gen ge­gen die Flug­lot­sen und das Un­ter­neh­men Sky­gui­de auf­ge­nom­men, die 2006 mit der Ver­ur­tei­lung von vier lei­ten­den An­ge­stell­ten en­de­ten. Pe­ter Niel­sen, der in der Nacht Di­enst ge­habt hat­te, war zwei Jah­re zu­vor er­mor­det wor­den. Ein Va­ter, der zwei Kin­der und sei­ne Frau bei dem Ab­sturz ver­lo­ren hat­te, hat­te ihn er­sto­chen.

TEXT: JENI / FOTO: ADVANTAGE

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.