Schul-Lied op Kölsch zum Ab­schied

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON GA­BI PE­TERS

Lu­dolf Kols­dorf war 37 Jah­re lang Leh­rer. Als er 2006 als stell­ver­tre­ten­der Schul­lei­ter ans Gym­na­si­um Oden­kir­chen kam, hat ihn die­se Schu­le, wie er selbst sagt, „so­fort ge­packt“. Be­vor er in den Ru­he­stand geht, schenkt er ihr ein Lied.

Die Be­zie­hung der Oden­kir­che­ner zu ih­rem Gym­na­si­um scheint ei­ne be­son­de­re zu sein. „Es gibt vie­le Ehe­ma­li­ge, die ih­re Schu­le re­gel­recht lie­ben“, sagt Lu­dolf Kols­dorf. Vi­el­leicht lie­ge es auch an die­sem alt­ehr­wür­di­gen Ge­bäu­de, das in dem Stadt­teil auf ei­nem Hü­gel thront. Als Lu­dolf Kols­dorf 2006 als stell­ver­tre­ten­der Schul­lei­ter an das Gym­na­si­um kam, hat er sich so­fort in die Ehe­ma­li­gen hin­ein­ver­set­zen kön­nen. Er spür­te die Er­in­ne­run­gen an den ers­ten Schul­tag, den Weg durchs Tor, die Auf­re­gung vor der ers­ten Schul­stun­de, das War­ten auf den Leh­rer, die Strei­che, die da­mals

Lu­dolf Kols­dorf noch ge­spielt wur­den...

All das kommt in sei­nem Lied vor. Lu­dolf Kols­dorf kennt sich nicht nur in sei­nen Fä­chern Eng­lisch und So­zi­al­wis­sen­schaf­ten aus, er macht auch Mu­sik. Schon als Te­enager hat er in ei­ner Band ge­spielt. Mu­sik ha­be im­mer ei­ne Rol­le in sei­nem Le­ben ge­spielt. „No­ten kann ich aber nicht le­sen“, sagt Kols­dorf. Er spie­le nach Ak­kor­den und baue al­les an­de­re drum­her­um.

Die Zei­len über das Oden­kir­che­ner Gym­na­si­um für den Lied­text sei­en ihm re­gel­recht zu­ge­flo­gen, er­zählt der Leh­rer. Und da er zu die­sem Zeit­punkt un­ter dem Ein­fluss kar­ne­va­lis­ti­scher Mu­sik ge­stan­den ha­be, ent­stand ein Song op Kölsch – „oder sa­gen wir lie­ber auf Rhei­nisch“, sagt Kols­dorf. „Ei­nem ech­ten Köl­ner wür­den sich wahr­schein­lich die Zehnä­gel kräu­seln, wenn er den Text hört.“

Im Lied „Do ming Schull“le­gen die Schü­ler ei­nem Leh­rer Reiß­zwe­cke auf den Stuhl. Da wird heim­lich hin­ter dem B-Bau ge­knutscht. Da geht es um schlech­te und um gu­te No­ten und um Freund­schaf­ten, die auch lan­ge nach dem Abitur noch im Her­zen ge­tra­gen wer­den.

Man kann schon sa­gen, das Lied ist ei­ne ech­te mu­si­ka­li­sche Lie­bes­er­klä­rung an das Oden­kir­che­ner Gym­na­si­um. Und die gibt es jetzt auch auf CD. Der stell­ver­tre­ten­de Schul­lei­ter, der bald in den Ru­he­stand geht, hat 1000 Ton­trä­ger pres­sen las­sen. Ei­ne Kol­le­gin hat da­zu ein an­spre­chen­des Co­ver ent­wor­fen. Vor sei­nem Ab­schied will Lu­dolf Kols­dorf die 1000 CDs dem För­der­ver­ein der Schu­le schen­ken. Bei den Schul­kon­zer­ten (Re­vue „Her­zens­sa­chen“am 3. Ju­li und ges­tern) und bei der Ent­las­sung der Abitu­ri­en­ten wur­de und wird das Lied vor­ge­stellt. „Der För­der­ver­ein kann die CDs

„Ich ha­be schon als Te­enager in ei­ner Band

ge­spielt“ „Ich ha­be mich am Gym­na­si­um Oden­kir­chen im

mer wohl­ge­fühlt“

Lu­dolf Kols­dorf zum Stück­preis von min­des­tens zwei Eu­ro ver­kau­fen und mit dem Er­lös et­was für die Schu­le tun“, sagt der stell­ver­tre­ten­de Schul­lei­ter. „Das ist mein Ab­schieds­ge­schenk. Ich ha­be mich am Gym­na­si­um Oden­kir­chen im­mer sehr wohl ge­fühlt.“ Ei­ne Hör­pro­be von „Do ming Schull“gibt es un­ter www.rp-on­li­ne.de/mo­en­chen­glad­bach

FO­TO: JÖRG KNAP­PE

Lu­dolf Kols­dorf, stell­ver­tre­ten­der Schul­lei­ter am Gym­na­si­um Oden­kir­chen, zeigt das Co­ver zu sei­ner CD mit dem Schul­lied op Kölsch.

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