Der Gip­fel der Frech­heit

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALE KULTUR -

Der G-20-Gip­fel er­lebt be­reits jetzt ein gi­gan­ti­sches Si­cher­heits­auf­kom­men. Das ist zwar im­mer so, wenn sich die 20 wich­tigs­ten Staats­chefs zum Kaf­fee­klatsch tref­fen, aber dies­mal ist die Ge­fähr­dungs­la­ge ex­trem hoch. Zum ei­nen wird in ei­ne Stadt ge­gip­felt und nicht, wie sonst im­mer, in ent­le­ge­ne Ge­birgs­ho­tels oder zwangseva­ku­ier­te Strand­bä­der. Und zum an­de­ren gab es noch nie so vie­le Staats­chefs mit Per­sön­lich­keits­stö­run­gen und All­machts­fan­ta­si­en wie dies­mal. Die Ham­bur­ger Mes­se­hal­len wer­den zum Al­pha­tierGe­he­ge. Kö­nig Sal­man von Sau­diA­ra­bi­en hat so­gar schon ab­ge­sagt, weil der trotz sein gol­de­ner Thron und die mit­ge­brach­ten Ka­me­le gar nicht mehr rich­tig auf­fällt als ver­rück­ter De­s­pot. Und we­gen Do­nald Trump be­nö­ti­gen so­gar erst­mals in der G-20-Ge­schich­te Jour­na­lis­ten Per­so­nen­schutz. Den­noch hat der größ­te Auf­re­ger im Vor­feld gar nix zu tun mit Er­do­gan, Pu­tin oder Trump, son­dern mit die Po­li­zei! Drei Hun­dert­schaf­ten aus Ber­lin, die man in ei­ne ver­gam­mel­te Ka­ser­ne zwi­schen­ge­la­gert hat­te, ha­ben letz­te Wo­che ei­ne Par­ty ge­fei­ert, für sich die Zeit zu ver­trei­ben, und plötz­lich wur­de da­draus ein po­li­ti­scher Skan­dal. Was da­bei vor­ge­fal­len sein soll, war im Ver­gleich zu ein ganz nor­ma­les Schüt­zen­fest al­ler­dings in et­wa so hef­tig wie ei­ne Kin­der­gar­ten-Py­ja­ma-Par­ty. Sich über so­was auf­zu­re­gen, fin­de ich schon re­la­tiv dreist, wo die Po­li­zis­ten doch eh die Wo­che­n­end-Arsch­kar­te ha­ben: 8000 ge­walt­be­rei­te Pa­zi­fis­ten sind auf der Weg nach Ham­burg. Wenn man dann noch weiß, dass un­se­re Po­li­zei­be­am­ten über 18 Mil­lio­nen Über­stun­den vor sich her­schie­ben, dann soll­te es doch wohl drin sein, dass die in ih­re Frei­zeit mal ein biss­chen fei­ern. In die Uni­for­men ste­cken schließ­lich ech­te Men­schen und kei­ne Ro­bo­cops. Des­halb gilt: Der, der das falsch fin­det, der wer­fe der ers­te Stein – aber bit­te nicht auf un­se­re Po­li­zis­ten.

Eu­er Has­ten­raths Will

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.