Ka­len­der­blatt 5. Ju­li 1946

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: WIKIPEDIA

Al­le Mo­dels hat­ten ab­ge­lehnt. Kein Man­ne­quin woll­te das Klei­dungs­stück, das Lou­is Réard ent­wor­fen hat­te, der Öf­fent­lich­keit prä­sen­tie­ren. Der Grund: Es war ih­nen zu knapp. Réard en­ga­gier­te dar­auf­hin ei­ne Nackt­tän­ze­rin. Mi­che­li­ne Ber­nar­di­ni (Fo­to), dem Pu­bli­kum be­kannt aus dem Va­rie­té Ca­si­no de Pa­ris, zeig­te sich am 5. Ju­li 1946 im Pa­ri­ser Schwimm­bad Mo­li­tor in Réards Ent­wurf: ei­nem Bi­ki­ni, be­nannt nach dem Atoll, das we­ni­ge Ta­ge zu­vor we­gen des ers­ten Atom­waf­fen­tests in den Schlag­zei­len ge­we­sen war. Der Bi­ki­ni wur­de zum Skan­dal. An den meis­ten Ba­de­strän­den in Frank­reich wur­de er so­fort ver­bo­ten. Da­bei hat­te Réard durch­aus Vor­bil­der ge­habt: Schon in der An­ti­ke tru­gen Frau­en Bi­ki­nis, ein Mo­sa­ik aus der rö­mi­schen Vil­la del Ca­sa­le auf Si­zi­li­en zeigt ver­mut­lich Sport­le­rin­nen im Zwei­tei­ler. Auch in den 1930er Jah­ren hat­te die Mo­de ers­te Ex­pe­ri­men­te mit zwei­tei­li­gen Ba­de­an­zü­gen ge­wagt, die sich je­doch nicht durch­set­zen konn­ten. Auch Réards Bi­ki­ni hat­te es zu­nächst schwer. Nur we­ni­ge Kun­din­nen trau­ten sich, das knap­pe Teil zu tra­gen. Dann kam die da­mals noch un­be­kann­te Bri­git­te Bar­dot. Als 18-jäh­ri­ge Jung-Schau­spie­le­rin rä­kel­te sie sich 1953 auf ei­ner Ho­tel­ter­ras­se im ro­sa-ka­rier­ten Bi­ki­ni. Die Pa­pa­raz­zi wa­ren be­geis­tert, die Fo­tos gin­gen um die Welt. Als sich auch noch Ma­ry­lin Mon­roe im Bi­ki­ni zeig­te, be­gann mit ei­ni­gen Jah­ren Ver­zö­ge­rung der Sie­ges­zug des klei­nen Zwei­tei­lers.

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