Bun­des­wehr stockt in Rhein­dah­len auf

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON HEL­MUT MICHELIS

Mön­chen­glad­bach wird als Streit­kräf­te-Stand­ort deut­lich auf­ge­wer­tet. Die bis­he­ri­ge Zen­tra­le Mi­li­tär­kraft­fahrt­stel­le in Rhein­dah­len wird zum „Zen­trum Kraft­fahrt­we­sen der Bun­des­wehr“. Die neue Di­enst­stel­le er­hält 50 wei­te­re Mit­ar­bei­ter.

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en hat den Plä­nen be­reits zu­ge­stimmt: Mön­chen­glad­bach wird Stand­ort des neu­en Zen­trums Kraft­fahrt­we­sen der Bun­des­wehr. Bis­lang ar­bei­ten in dem ro­ten Back­stein-Ge­bäu­de­kom­plex am Rhein­dah­le­ner Krei­sel 131 mi­li­tä­ri­sche und zi­vi­le Mit­ar­bei­ter. 50 Di­enst­pos­ten kom­men nun hin­zu. Of­fi­zi­ell auf­ge­stellt wird das neue Zen­trum im April 2018. Mit die­ser Neu­ig­keit über­rasch­te Oberst Holger Voß die Gäs­te des Som­mer­fes­tes, das tra­di­tio­nell durch ei­ne si­cher­heits­po­li­ti­sche In­for­ma­ti­on ein­ge­lei­tet wird. Der Oberst ist als Stand­ort­äl­tes­ter der rang­höchs­te Of­fi­zier und An­sprech­part­ner für das deut­sche Mi­li­tär in der Stadt. Er lei­tet zugleich das Kraft­fahr­we­sen der Bun­des­wehr und die Zen­tra­le Mi­li­tär­kraft­fahrt­stel­le (ZMK). Oh­ne Voß und sein Team wür­de sich kein Pan­zer, Ge­län­de­wa­gen oder Krad be­we­gen.

Ehe­ma­li­ge An­ge­hö­ri­ge des Kraft­fahr­we­sens aus ganz Deutsch­land wie Voß’ Vor­gän­ger Oberst a. D. Axel Hein­ze und zi­vi­le Gäs­te, dar­un­ter der frü­he­re bri­ti­sche Ver­bin­dungs­of­fi­zier Alis­ta­ir Clark, lie­ßen sich über die ak­tu­el­le Ent­wick­lung in der Bun­des­wehr und der ZMK in­for­mie­ren. „Die Bun­des­wehr ve­rän- dert sich“, sag­te Holger Voß. 1999 wa­ren es noch mehr als 140.000 Mi­li­tär­fahr­zeu­ge, Kampf­pan­zer gab es da­mals fast zehn­mal so viel wie heu­te: „Die­ser Ab­wärts­trend ist ge­stoppt.“Erst­mals er­hal­te die Bun­des­wehr jetzt wie­der mehr Per­so­nal, aber auch mehr Fahr­zeu­ge. Ak­tu­ell be­treut die Rhein­dah­le­ner ZMK fast 70.000 Di­enst­fahr­zeu­ge, wei­te­re 5000 sol­len noch in die­sem Jahr da­zu­kom­men. Die Fahr­schul­flot­te der Streit­kräf­te er­hält 411 neue Lkw.

Ein „Leo­pard“-Kampf­pan­zer muss nicht zum TÜV, das über­nimmt die Bun­des­wehr selbst. Die ZMK, die vor 16 Jah­ren von Düsseldorf nach Mön­chen­glad­bach um­zog, ist un­ter an­de­rem auch An­er­ken­nungs­be­hör­de für al­le mi­li­tä­ri­schen Kfz-Sach­ver­stän­di­gen, Fahr­leh­rer und Füh­rer­schein­in­ha­ber, wer­tet al­le Un­fäl­le mit deut­schen Mi­li­tärKfz aus (ih­re Zahl ist er­freu­li­cher­wei­se deut­lich rück­läu­fig), ver­wal­tet al­le Fahr­zeu­ge der Bun­des­wehr und be­rei­tet de­ren Zu­las­sung vor. Denn auch Pan­zer müs­sen für den Stra­ßen­ver­kehr taug­lich sein. Die YKenn­zei­chen sind eben­falls „ma­de in Mön­chen­glad­bach“: Im Rhein- dah­le­ner Ge­bäu­de be­fin­det sich die Prä­ge­werk­statt.

Das neue Zen­trum für das Kraft­fahrt­we­sen wird von Mön­chen­glad­bach aus künf­tig mehr als 3000 Men­schen füh­ren; ein gro­ßer Teil da­von in den 20 über das Bun­des­ge­biet ver­teil­ten Groß­fahr­schu­len mit zeit­gleich bis zu 2000 Fahr­schü­lern. Die Rhein­dah­le­ner Di­enst­stel­le geht be­reits jetzt neue We­ge: „Wir ha­ben so­eben die ers­te Fern­aus­bil­dung für staat­lich an­er­kann­te Sach­ver­stän­di­ge ge­star­tet. 24 Fahr­leh­rer sind als zi­vi­le Be­am­te ein­ge­stellt wor­den. Das be­währt sich“, be­rich­te­te Voß. „An­ders als frü­her in Zei­ten der Wehr­pflicht ha­ben wir in­zwi­schen auch den 46-Jäh­ri­gen, der sich bei uns be­wirbt.“Die Aus­bil­dung al­ler Bus­fah­rer der Bun­des­wehr sei nach gu­ten Er­fah­run­gen ei­ner mehr­jäh­ri­gen Ver­ga­be in Zwei­brü­cken so­eben an ein zi­vi­les Un­ter­neh­men in Un­na ver­ge­ben wor­den. Und zur Ver­kehrs­si­cher­heit von gro­ßen Pan­zer­fahr­zeu­gen wür­den Ka­me­ra-/Mo­ni­tor-Sys­te­me an­stel­le von Spie­geln ge­tes­tet und ein­ge­führt. Holger Voß: „Das ist im Zi­vi­len noch un­denk­bar.“

Erst­mals er­hält die Bun­des­wehr jetzt wie­der mehr Per­so­nal, aber auch mehr Fahr­zeu­ge

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