Was pas­siert, wenn der Alarm schrillt

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON CHRIS­TI­AN LIN­GEN

Bei Ein­sät­zen der Feu­er­wehr heu­len in Kor­schen­broich die Si­re­nen. Vie­le Bür­ger wis­sen aber nicht, was die Si­gna­le be­deu­ten und ru­fen des­halb in der Leit­stel­le an. Rund 40 An­la­gen ver­schie­de­ner Bau­art sind im Stadt­ge­biet ver­teilt.

KOR­SCHEN­BROICH Je­den Sams­tag­mit­tag heu­len in Kor­schen­broich die Si­re­nen. Dann übt die Feu­er­wehr den Ernst­fall und tes­tet, ob al­le An­la­gen rich­tig funk­tio­nie­ren. Für die Kor­schen­broi­cher Bür­ger kom­men sie Si­gna­le da­her nicht un­er­war­tet. Heu­len die Si­re­nen aber zu ei­nem an­de­ren Zeit­punkt, dann ist wirk­lich et­was pas­siert. „Wir ha­ben im­mer mal wie­der An­ru­fe von be­sorg­ten Bür­gern, die dann fra­gen, was pas­siert ist“, sagt Feu­er­wehr­chef Frank Baum. Er­klä­ren muss er den Grund vor al­lem des­halb, weil nicht je­der die Si­gnal­tö­ne der Feu­er­wehr­si­re­nen kennt. Da­bei sind sie im Grun­de ganz ein­fach. Ein ein­mi­nü­ti­ger Dau­er­ton mit zwei Un­ter­bre­chun­gen be­deu­tet Feu­er­alarm. Ist ein an- und ab­schwel­len­der Heul­ton über ei­ne Mi­nu­te zu hö­ren, be­deu­tet das Ge­fahr. Da­mit warnt die Feu­er­wehr die Be­völ­ke­rung. Ein ein­mi­nü­ti­ger Dau­er­ton gibt Ent­war­nung.

„Die Si­gna­le sind in al­len Städ­ten gleich, um die Be­völ­ke­rung op­ti­mal war­nen und schüt­zen zu kön­nen“, sagt Frank Baum. Da es in Kor­schen­broich kei­ne Be­rufs­feu­er­wehr gibt, ist es wich­tig, dass die Feu­er­wehr­leu­te schnell in­for­miert wer­den und zur Wa­che ei­len, um aus­zu­rü­cken. Ist das Si­gnal für Feu­er­alarm zu hö­ren, wis­sen die Brand­be­kämp­fer, dass et­was pas­siert ist. Das muss dann aber nicht un­be­dingt im­mer ein Feu­er sein. Das Si­gnal kommt je­des Mal zum Ein­satz, wenn die Feu­er­wehr aus­rü­cken muss. „Im Stadt­ge­biet ver­teilt ste-

Feu­er­alarm, zur Alar­mie­rung der Feu­er­wehr

Ra­dio ein­schal­ten, auf Durch­sa­gen ach­ten!

Ent­war­nung hen 40 Si­re­nen“, er­klärt Frank Baum. Die Tech­nik der An­la­gen ist da­bei aber nicht ein­heit­lich. Es gibt so­wohl al­te Si­re­nen, die aus­se­hen wie ein um­ge­dreh­ter Tel­ler, als auch neu­ar­ti­ge Si­re­nen, an de­nen gro­ße Laut­spre­cher hän­gen.

„Vie­le Städ­te schaf­fen ge­ra­de wie­der Si­re­nen an. In Kor­schen­broich ha­ben wir das Glück, dass wir die al­ten in der 90er Jah­ren nicht ab­ge­schafft ha­ben, wie an­de­re Kom­mu­nen es ta­ten. Des­halb brau­chen wir jetzt kei­ne neu­en an­zu­schaf­fen. Nach und nach tau­schen wir aber die al­ten ge­gen die neu­en aus“, sagt Baum. Das hat vor al­lem ei­nen Grund. „Über die Laut­spre­cher an den Si­re­nen­an­la­gen kön­nen wir von der Leit­stel­le aus Durch­sa­gen an die Be­völ­ke­rung ma­chen“, er­klärt der Feu­er­wehr­chef. In Kor­schen­broich und Lied­berg ge­be es be­reits sol­che mo­der­nen An­la­gen. Wer­den al­te ge­gen neue aus­ge­tauscht, gibt es da­für För­der­mit­tel vom Land. Wich­tig sind An­la­gen mit Laut­spre­chern vor al­lem bei so­ge­nann­ten Groß­scha- dens­la­gen oder Un­wet­tern. „Auch in Zei­ten di­gi­ta­ler Me­di­en hat sich die Si­ren­en­tech­nik be­währt“, sagt Frank Baum. Die Si­gna­le sind schließ­lich über­all im Stadt­ge­biet zu hö­ren.

Den­noch rät der Feu­er­wehr­chef, sich die Not­fall-In­for­ma­ti­ons- und Nach­rich­ten-App NI­NA auf das Smart­pho­ne zu la­den. Sie ist kos­ten­los und für die Be­triebs­sys­te­me iOS (ab Ver­si­on 8.0) und An­dro­id (ab Ver­si­on 4) über iTu­nes, den Ap­pS­to­re und den Goog­le Play Sto­re zu ha­ben. „Wir kön­nen die App von der Kreis­leit­stel­le aus mit War­nun­gen für die Be­völ­ke­rung be­die­nen“, sagt Frank Baum. Über die App sind zu­dem amt­li­che War­nun­gen des Deut­schen Wet­ter­diens­tes und Hoch­was­ser­in­for­ma­tio­nen des Lan­des zu emp­fan­gen. Wer kein Smart­pho­ne hat oder die App nicht nut­zen möch­te, ist da­her auf die Si­re­nen an­ge­wie­sen.

Bei ei­ner War­nung im Fal­le ei­nes gro­ßen Er­eig­nis­ses wie ei­nem Che­mie­un­fall, ei­nem Groß­brand oder ei­ner an­de­ren flä­chen­de­cken­den Be­dro­hungs­la­ge, al­so ge­nau dann wenn ein ein­mi­nü­ti­ger an- und ab­schwel­len­der Ton zu hö­ren ist, soll­ten Bür­ger ein Ge­bäu­de auf­su­chen, Tü­ren und Fens­ter schlie­ßen, das Ra­dio oder den Fern­se­her ein­schal­ten, Nach­barn in­for­mie­ren und sich im Zwei­fel bei der Feu­er­wehr er­kun­di­gen.

1 Mi­nu­te Dau­er­ton

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