Tipps für den Fe­ri­en­job im Som­mer

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - WIRTSCHAFT - VON MER­LIN BARTEL

In den Som­mer­fe­ri­en ar­bei­ten vie­le Schü­ler und Stu­den­ten , um sich et­was da­zu­zu­ver­die­nen. Da­mit der Fe­ri­en­job kei­ne steu­er­li­chen Schwie­rig­kei­ten mit sich bringt, sind un­ter an­de­rem die­se sechs Din­ge zu be­rück­sich­ti­gen.

DÜS­SEL­DORF Die Som­mer­fe­ri­en ste­hen kurz be­vor: Das be­deu­tet nicht nur Ur­laub oder Frei­bad, zahl­rei­che Schü­ler und Stu­den­ten wol­len die frei­en Wo­chen nut­zen, um Geld an­zu­spa­ren. Im März 2017 gab es in NRW 1.573.933 Mi­ni­job­ber auf 450Eu­ro-Ba­sis im ge­werb­li­chen Be­reich, in Pri­vat­haus­hal­ten gin­gen 79.751 Men­schen ei­nem Ne­ben­job nach. Kurz­fris­tig Be­schäf­tig­te sind in dem Be­richt der Mi­ni­job-Zen­tra­le zwar nicht ab­ge­bil­det, doch vie­le Ar­beit­ge­ber bie­ten spe­zi­el­le Fe­ri­en­und Aus­hilfs­jobs in die­sem Zei­t­raum an. Da­bei gibt es je­doch für die jun­gen Mit­ar­bei­ter ei­ni­ges Recht­li­ches zu be­ach­ten. Ge­setz Laut dem Ju­gend­ar­beits­schutz­ge­setz dür­fen Kin­der über 13 Jah­ren mit Ein­wil­li­gung ih­rer El­tern leich­te und für Kin­der ge­eig­ne­te Tä­tig­kei­ten aus­üben (et­wa Zei­tun­gen aus­tra­gen oder Nach­hil­fe ge­ben). Ei­ne wei­te­re Aus­nah­me gilt bei Be­schäf­ti­gung im el­ter­li­chen Be­trieb oder in der Land­wirt­schaft. Voll­zeit­schul­pflich­ti­ge Ju­gend­li­che ab dem 15. Le­bens­jahr dür­fen wäh­rend der Schul­fe­ri­en ma­xi­mal vier Wo­chen pro Jahr und höchs­tens 40 St­un­den in der Wo­che ar­bei­ten. Nach En­de der Voll­zeit­schul­pflicht dür­fen min­der­jäh­ri­ge Ju­gend­li­che höchs­tens 40 St­un­den wö­chent­lich ar­bei­ten. Ge­fäl­lig­kei­ten (wie Gar­ten­pfle­ge oder Ein­kau­fen für Se­nio­ren) dür­fen auch über­nom­men wer­den. Kin­der­geld Die Ein­nah­men aus sol­chen Tä­tig­kei­ten kön­nen für Stu­den­ten Aus­wir­kun­gen auf das BAföG ha­ben. Für den Kin­der­geld­an­spruch hat die Hö­he der Ein­künf­te al­ler­dings kei­ne Aus­wir­kung. Bei min­der­jäh­ri­gen Kin­dern be­steht grund­sätz­lich An­spruch auf Kin­der­geld oder die steu­er­li­chen Frei­be­trä­ge für Kin­der – auch, wenn das Kind er­werbs­tä­tig ist. Auch Voll­jäh­ri­ge un­ter 25 Jah­ren be­kom­men Kin­der­geld, so­fern sie sich in der ers­ten Be­rufs­aus­bil­dung, dem Erst­stu­di­um oder ei­nem frei­wil­li­gen so­zia­len Jahr be­fin­den. Voll­jäh­ri­ge mit ab­ge­schlos­se­nem Stu­di­um oder ers­ter Be­rufs­aus­bil­dung er­hal­ten nur Kin­der­geld, wenn ih­re wö­chent­li­che Ar­beits­zeit nicht mehr als 20 St­un­den be­trägt oder es sich um ei­nen Mi­ni-Job han­delt. Steu­er Prin­zi­pi­ell müs­sen Schü­ler und Stu­den­ten dem Ar­beit­ge­ber ihr Ge­burts­da­tum und die Steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer mit­tei­len. In­for­ma­tio­nen da­zu gibt es on­line un­ter www.bzst.de. Au­ßer­dem be­nö­tigt der Ar­beit­ge­ber ei­ne An­ga­be dar­über, ob es das ers­te Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis ist. Die­se In­for­ma­tio­nen er­mög­li­chen ihm den elek­tro­ni­schen Ab­ruf der Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le (ELStAM), wie et­wa Steu­er­klas­se und Re­li­gi­on. Frei­be­trag Der Ar­beit­ge­ber be­hält bei ei­nem Aus­hilfs­job teil­wei­se zwar bei der mo­nat­li­chen Abrech­nung Lohn­steu­er ein, al­ler­dings er­stat­tet das Fi­nanz­amt die Steu­er häu­fig wie­der. Sie kann nach Ablauf des Ka­len­der­jah­res mit ei­ner Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung beim für den Wohn­ort zu­stän­di­gen Fi­nanz­amt zu­rück­ge­for­dert wer­den: Ar­beit­neh­mer er­hal­ten in der Re­gel die ein­be­hal­te­ne Lohn­steu­er kom­plett zu­rück, wenn sie den steu­er­frei­en Gr­und­frei­be­trag von 8820 Eu­ro plus den Ar­beit­neh­mer-Pausch­be­trag von 1000 Eu­ro nicht über­schrei­ten. Für die Steu­er­er­klä­rung ist ei­ne Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung er­for­der­lich, die nach Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses oder spä­tes­tens am Jah­res­en­de vom Ar­beit­ge­ber aus­ge­stellt wird – auch in pri­va­ten Ar­beit­ge­ber­haus­hal­ten. Eh­ren­amt Ju­gend­li­che sind häu­fig in ge­mein­nüt­zi­gen oder kirch­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen als Übungs­lei­ter oder Be­treu­er tä­tig. Die­ses En­ga­ge­ment wird durch ei­nen wei­te­ren Frei­be­trag steu­er­lich ho­no­riert: Bei Übungs­lei­tern liegt die­ser bei bis zu 2400 Eu­ro im Jahr, bei Eh­ren­amt­lern bei ma­xi­mal 720 Eu­ro jähr­lich. Bis zu die­ser Lohn­hö­he müs­sen kei­ne Steu­ern ge­zahlt wer­den. Fe­ri­en­job Al­le kurz­fris­ti­gen Be­schäf­ti­gun­gen, de­ren Dau­er auf höchs­tens 70 Ar­beits­ta­ge im Ka­len­der­jahr be­grenzt ist, sind so­zi­al­ver­si­che­rungs­frei – un­ab­hän­gig vom Ge­halt. Für ei­nen Fe­ri­en­job fal­len al­so kei­ne So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge an. Meh­re­re Jobs müs­sen aber zu­sam­men­ge­rech­net wer­den.

FO­TO: THINKSTOCK

Zei­tun­gen aus­tra­gen – ei­ner der be­lieb­tes­ten Fe­ri­en­jobs für Schü­ler in Deutsch­land.

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