Sie ma­chen Kin­der und Ju­gend­li­che stark

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON NI­NA JEDRYCHOWSKI

Die AOK zeich­ne­te drei Pro­jek­te mit dem „Star­ke Kids“-Preis aus, die sich in be­son­de­rer Wei­se für Kin­der ein­set­zen.

„Ge­sun­de Kin­der von heu­te sind ge­sun­de Er­wach­se­ne von mor­gen“, sag­te Ma­ri­on Schrö­der, stell­ver­tre­ten­de Re­gio­nal­di­rek­to­rin der AOK Mön­chen­glad­bach und der Krei­se Heins­berg und Vier­sen, bei der Ver­lei­hung des „Star­ke Kids“-Prei­ses im Bo­rus­sia-Park. Seit 2006 ver­gibt die AOK im Namen des Star­ke-Kid­sNetz­werks den Preis an Pro­jek­te, die sich mit Prä­ven­ti­on aus­ein­an­der­set­zen. Da­bei han­delt es sich um be­währ­te Pro­jek­te, die sich mit Stress-

Kerstin Adolf-Wright be­wäl­ti­gung, Er­näh­rung und Be­we­gung bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen be­schäf­ti­gen. Für die Be­kannt­ga­be der Trepp­chen-Plät­ze tra­fen sich jetzt ei­ni­ge der Ju­ry­mit­glie­der, die Ver­ant­wort­li­chen der drei Pro­jek­te und rund zwei Dut­zend Kin­der im Bo­rus­sia-Park.

Den drit­ten Platz und ei­nen Scheck über ei­nen Be­trag von 1000 Eu­ro ge­wann das Pro­jekt „Sport Ak­tiv“der Le­bens­hil­fe Mön­chen­glad­bach. Vor ei­nem Jahr rief Li­sa Rein­hardt das Pro­jekt ins Le­ben, das Kin­der mit Be­hin­de­run­gen an Sport­ver­ei­ne ver­mit­telt. Die Idee da­zu kam Rein­hardt wäh­rend ih­res Frei­wil­li­gen So­zia­len Jahrs in ei­ner För­der­schu­le, als sie mit­be­kam, dass Kin­der aus Sport­ver­ei­nen auf­grund ih­rer Be­hin­de­rung aus­ge­schlos­sen wur­den.

Bei „Sport Ak­tiv“ge­hen Fach­kräf­te mit Kin­dern mit Be­hin­de­rung in die Sport­ver­ei­ne und be­treu­en die­se ne­ben dem Trai­ner wäh­rend der Sport­stun­de. Der­zeit wer­den fünf Kin­der bei „Sport Ak­tiv“be­treut, die al­lei­ne durch das Ab­gu­cken bei An­de­ren Tech­ni­ken ler­nen. „Dies ver­mit­telt ih­nen ein Zu­ge­hö­rig­keits­ge­fühl“, sagt Li­sa Rein­hardt.

Doch nicht nur die Ver­ei­ne, die zu­vor kei­ne Be­rüh­rungs­punk­te zu Kin­dern mit Be­hin­de­run­gen hat­ten, pro­fi­tie­ren von Rein­hardts Idee, auch die El­tern der Kin­der. „Für die El­tern ist es ei­ne Aus­zeit. Sie se­hen, sie kön­nen ihr Kind für ein paar St­un­den ab­ge­ben und wis­sen, dass es in gu­ten Hän­den ist“, sagt Kerstin Adolf-Wright, Ge­schäfts­füh­re­rin der Le­bens­hil­fe Mön­chen­glad­bach.

Der zwei­te Preis ging an das Pro­jekt „KIMM – Kin­der im Mit­tel­punkt in Mön­chen­glad­bach“des Re­haVer­eins und der evan­ge­li­schen Ju­gend- und Fa­mi­li­en­hil­fe. Das Pro­jekt ent­stand vor sechs Jah­ren und be­schäf­tigt sich mit Kin­dern, de­ren El­tern psy­chisch er­krankt sind. „Bei uns ste­hen die Kin­der im Vor­der- grund“, sagt Mo­ni­que Ver­cou­len, Lei­te­rin ei­ner KIMM-Kin­der­grup­pe.

Mit un­ter­schied­li­chen Ak­tio­nen ler­nen die Kin­der zwi­schen acht und 14 Jah­ren je­den Frei­tag, spie­le­risch mit der Er­kran­kung ih­rer El­tern um­zu­ge­hen. „So kön­nen die Kin­der ent­spannt ins Wo­che­n­en­de star­ten“, sagt Ver­cou­len. Denn oft­mals tra­gen die Kin­der Ver­ant­wor­tung für ih­re Fa­mi­lie. „Von klein an sor­gen sich die Kin­der um den Haus­halt und wer­den so schon früh in die Er­wach­se­nen­rol­le ge­drängt. Da­her wir­ken sie au- ßer­halb kon­trol­liert und hilfs­be­reit“, sagt Ver­cou­len.

Ob dick, dünn, arm oder reich – das spielt beim Pro­jekt „Ca­poei­ra“des Ver­eins „Im­pulsao“aus Mön­chen­glad­bach kei­ne Rol­le. Das Pro­jekt von To­ni Sa­bljah hat die Ju­ry in die­sem Jahr über­zeugt und ge­wann den ers­ten Preis und so­mit ein Preis­geld in Hö­he von 3000 Eu­ro. Vor drei Jah­ren hat­te Sa­bljah die Idee zu dem Pro­jekt, bei dem sich seit­her ins­ge­samt 100 Kin­der drei­mal wö­chent­lich tref­fen und ge­mein­sam ei­nen Mix aus bra­si­lia­ni­scher Kampf­kunst, Mu­sik, Gym­nas­tik und Tanz aus­üben.

Vor acht Jah­ren mach­te sich To­ni Sa­bljah selbst­stän­dig und lehr­te haupt­be­ruf­lich die­se be­son­de­re Art des Kampf­sports. „Wir ge­hö­ren nun zu ei­ner der größ­ten Ca­poei­raSchu­len in der Um­ge­bung“, sagt Sa­bljah. Er selbst übt seit 15 Jah­ren die­se be­son­de­re Kampf­kunst aus.

Bei ei­ner kur­zen Vor­füh­rung zeig­ten die zwei Dut­zend Kin­der und Ju­gend­li­chen des Ca­poei­ra-Pro­jekts ihr Kön­nen. Wäh­rend die Kin­der Rad­schlä­ge, Hand­stän­de und Be­we­gun­gen, die an Break­dance er­in­nern, vor­führ­ten, spiel­ten die Ca­poei­ra-Leh­rer im Hin­ter­grund mit tra­di­tio­nel­len In­stru­men­ten, die in je­de St­un­de in­te­griert wer­den.

Be­en­det wur­de die Vor­füh­rung mit ei­ner klei­nen Kampf­sze­ne – oh­ne Ver­let­zen des Geg­ners. Denn beim Ca­poei­ra täu­schen die Kämp­fer ih­re An­griffs­be­we­gun­gen nur an und deu­ten so ih­re Ge­winn­chan­cen an. „Dass wir nicht er­wischt wer­den, liegt an der Re­ak­ti­on und dem Ein­schät­zen des Ge­gen­übers“, sagt Sa­bljah. Da­bei sind die sport­li­che Leis­tung und das Ta­lent zweit­ran­gig. „Das kann je­der“, sagt Ma­ri­on Schrö­der, „und es ist ein­fach.“

„Für die El­tern ist es ei­ne Aus­zeit. Sie se­hen, sie kön­nen ihr Kind für ein paar St­un­den ab­ge­ben“

Le­bens­hil­fe Mön­chen­glad­bach

FO­TO: JÖRG KNAP­PE

Die Sie­ger des „Star­ke-Kids“-Prei­ses wur­den nun von der AOK und dem Star­ke-Kids-Netz­werk im Bo­rus­sia-Park mit Prei­sen aus­ge­zeich­net.

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