Got­tes­haus wird auf Vor­der­mann ge­bracht

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON RU­DOLF BARNHOLT

Der Kir­chen­bau­ver­ein ar­bei­te­te an der Glo­cken­stu­be der Kir­che. Ne­ben dem Sa­kral­bau ent­fern­ten die Mit­glie­der den Wild­wuchs.

KLEINENBROICH Hand­werker­fahr­zeu­ge mit Fir­men­auf­schrif­ten, die be­reits am frü­hen Mor­gen vor der Klei­nen­broi­cher Pfarr­kir­che vor­fuh­ren, konn­ten über ei­ne Tat­sa­che nicht hin­weg­täu­schen: Der „Hand­wer­ker­tag“, or­ga­ni­siert vom Kir­chen­bau­ver­ein un­ter der Lei­tung von Tho­mas Gold­mann, war ei­ne rein eh­ren­amt­li­che Ak­ti­on. Es ging vor al­lem um Rei­ni­gungs – und Ro­dungs­ar­bei­ten. Ar­no Küh­nen hat­te ei­nen Bag­ger samt Fah­rer zur Ver­fü­gung ge­stellt.

Was­ser- und Co­la-Käs­ten im Kir­chen­por­tal wa­ren da­zu da, Flüs­sig­keits­ver­lus­te bei den Eh­ren­amt­lern aus­zu­glei­chen. Das war auch gut so, denn es muss­te mit­un­ter ganz schön fes­te an­ge­packt wer­den. Be­reits um acht Uhr ver­sam­mel­ten sich die ers­ten Hel­fer vor dem Got­tes­haus. Un­ter an­de­rem mit da­bei: Der zwei­te stell­ver­tre­ten­de Kir­chen­vor­stands­vor­sit­zen­de Nor­bert Buk, Schüt­zen­kö­nig Det­lef Fran­ken und ei­ner sei­ner Mi­nis­ter, Ralf Lör­gen. Der ers­te stell­ver­tre­ten­de Kir­chen­vor­stands­vor­sit­zen­de Bern­hard Schlü­ter trug Ca­se-Werks­klei­dung – er hat­te 45 Jah­re bei der frü­he­ren Neus­ser Fir­ma ge­ar­bei­tet. Schüt­ze Tho­mas Bom­mes hat kei­ne Stau­ball­er­gie und das war auch gut so: Er ge­hör­te zu den Putz­teu­feln, die den Trep­pen­auf­gang und vor al­lem die Glo­cken­stu­be rei­nig­ten. Ein Alb­traum für je­de tüch­ti­ge Haus­frau: In den obe­ren Re­gio­nen war seit fünf Jah­ren nicht mehr ge­putzt und ge­saugt wor­den. „Die Ver­schmut­zun­gen hal­ten sich in Gren­zen“, wuss­te Bom­mes bei der ers­ten Pause zu be­rich­ten. Er konn­te sich spe­zi­el­ler In­dus­trie­staub­sau­ger be­die­nen und gleich­zei­tig et­was für sei­ne Fit­ness tun: Die 107 Trep­pen­stu­fen soll­te er im Lau­fe des Ta­ges so man­ches Mal rauf- und run­ter­ge­hen. Wo­mit er sich trös­te­te: „Der Köl­ner Dom ist drei­mal so hoch.“Im Glo­cken­turm mach­te sich auch Max Ne­u­mann nütz­lich – der 73-Jäh­ri­ge fühl­te sich für die­sen Job noch fit ge­nug.

Drau­ßen staub­te es nicht, da hat­te sich auch, an­ders als im Glo­cken­turm, kei­ne un­an­ge­nehm schwü­le Luft an­ge­sam­melt. Und rechts ne­ben dem Got­tes­haus gab es je­de Men­ge zu tun. Tho­mas Gold­mann, Vor­sit­zen­der des Kir­chen­bau­ver­eins Kleinenbroich, ist es wich­tig, dass der „Wild­wuchs“end­lich ent­fernt wur­de. Der Bag­ger leis­te­te mit sei­ner Schau­fel und den ei­ser­nen Zäh­ne wert­vol­le Hil­fe, drei Con­tai­ner stan­den für die Grün­ab­fäl­le be­reit. Ex-Kö­nig Vol­ker Schä­fer, zugleich Vor­stands­mit­glied im Kirch­bau­ver­ein, hat­te Soh­ne­mann Paul mit­ge­bracht. Er war der Jüngs­te, ge­folgt von Ni­k­las Hei­mes und Ben Zim­mer, bei­de acht Jah­re alt. Sie wuch­te­ten Äs­te in die Con­tai­ner und hat­ten ih­ren Spaß. Die künf­ti­ge Au­ßen­an­la­ge soll vor al­lem pfle­ge­leicht sein, wie sie genau ge­stal­tet wird, steht nicht fest. Das Mot­to lau­te­te jetzt „Al­les muss raus“. Drei Bäu­me wa­ren be­reits im Vor­feld ent­fernt wor­den. Gold­mann kann sich dort künf­tig ei­ne Ruhe­oa­se vor­stel­len mit über­schau­ba­rer Be­pflan­zung. Beim Früh­stück wur­de auch über den fäl­li­gen In­nen­an­strich ge­spro­chen. Das wird we­gen der er­for­der­li­chen Ge­rüs­te teu­er, wo­bei die ge­nau­en Kos­ten der­zeit nicht be­zif­fert wer­den kön­nen.

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