Zwi­schen As­sis­tenz und Fremd­be­stim­mung

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - STIMME DES WESTENS -

Hil­fe Der Bun­des­wahl­lei­ter teilt auf sei­ner Home­page mit: „Bei Wah­len in Deutsch­land ha­ben Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler mit Be­hin­de­rung die Mög­lich­keit, selbst­be­stimmt von ih­rem Wahl­recht Ge­brauch zu ma­chen.“Seh­be­hin­der­ten Men­schen ste­hen da­zu et­wa Scha­blo­nen zur Ver­fü­gung, mit de­nen sie ihr Kreuz auf dem Wahl­zet­tel ma­chen kön­nen. Wer auf­grund an­de­rer kör­per­li­cher Be­ein­träch­ti­gun­gen den Wahl­zet­tel nicht selbst aus­fül­len kann, darf ei­ne per­sön­li­che Hilfs­per­son aus­wäh­len. Die­se ist ver­pflich­tet, aus­schließ­lich auf Ge­heiß des Wäh­lers zu han­deln und die Stimm­ab­ga­be ge­heim­zu­hal­ten. Miss­brauch Man muss zwi­schen zu­läs­si­ger As­sis­tenz und un­zu­läs­si­ger Fremd­be­stim­mung bei der Hil­fe zur Stimm­ab­ga­be un­ter­schei­den. Der As­sis­tent leis­tet bloß Hil­fe­stel­lung. Bei der Fremd­be­stim­mung wür­de ein an­de­rer für den ei­gent­lich Wahl­be­rech­tig­ten wäh­len oder sei­ne Ent­schei­dungs­un­fä­hig­keit zu sei­nen Guns­ten aus­nut­zen. So je­den­falls lau­tet ein Ar­gu­ment der Geg­ner des in­klu­si­ven Wahl­rechts. Da­ge­gen gibt es al­ler­dings ei­nen fun­da­men­tal­kri­ti­schen Ein­wand: Schon die Dis­kus­si­on von Miss­brauchs­ge­fah­ren durch Drit­te stel­le be­reits ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung von Men­schen mit Be­hin­de­rung dar.

FO­TO: DPA

Mit der Wahl­scha­blo­ne ori­en­tie­ren sich Blin­de und Seh­be­hin­der­te auf dem Stimm­zet­tel.

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