Ha­ri­bo-Er­pres­ser muss mehr als drei Jah­re ins Ge­fäng­nis

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

BONN (dpa) Er droh­te, Gum­mi­bär­chen oder Tief­kühl­piz­zen zu ver­gif­ten – und muss nun we­gen drei­fa­cher ver­such­ter räu­be­ri­scher Er­pres­sung ins Ge­fäng­nis. Zu ei­ner Frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und neun Mo­na­ten hat das Bon­ner Land­ge­richt ges­tern den so­ge­nann­ten Ha­ri­bo-Er­pres­ser ver­ur­teilt.

Ob­wohl der ge­stän­di­ge Rent­ner Al­ters­ar­mut als Mo­tiv nennt, nicht vor­be­straft und mit 74 Jah­ren recht be­tagt ist, sei es kein min­der­schwe­rer Fall, stellt der Vor­sit­zen­de Rich­ter in der Ur­teils­be­grün­dung klar. Im Ge­gen­teil: Die Tat des Dort­mun­ders fal­le in den „Be­reich der Schwer­kri­mi­na­li­tät“. Sei­ne Er­pres­sungs­ver­su­che rich­te­ten sich ge­gen die Su­per­markt­ket­ten Lidl und Kauf­land so­wie ge­gen den Süß­wa­ren­her­stel­ler Ha­ri­bo.

Der Se­ni­or sei „sehr raf­fi­niert“vor­ge­gan­gen, be­tont der Rich­ter. Zu­nächst schick­te er dem Dis­coun­ter Lidl im Som­mer 2016 Er­pres­serMails. Um Druck zu ma­chen, ver­teil­te er in ei­ni­gen Lidl-Fi­lia­len But­ter­säu­re in Kühl­the­ken. Das Un­ter­neh­men re­agier­te nicht. Hät­te er es da­bei be­las­sen, wä­re laut Ge­richt noch ei­ne Be­wäh­rungs­stra­fe denk­bar ge­we­sen. Aber: „Sie ha­ben nicht auf­ge­hört“, sagt de Vries in Rich­tung des An­ge­klag­ten. Statt­des­sen nahm er Ha­ri­bo und Kauf­land ins Vi­sier – droh­te so­gar mit Zy­an­ka­li.

Der Rent­ner wirkt bei Ur­teils­ver­kün­dung erst ge­fasst, am En­de aber doch ent­setzt, als er sein Straf­maß ge­nau hört. Sein An­walt Tho­mas Ohm sagt, man wer­de nun beim Bun­des­ge­richts­hof Re­vi­si­on ein­le­gen.

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