Ta­rif­ein­heit: Re­gie­rung hofft nach Ur­teil auf we­ni­ger Streiks

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - VORDERSEITE -

KARLS­RU­HE (qua/her) Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat das Ta­rif­ein­heits­ge­setz in wei­ten Tei­len für ver­fas­sungs­ge­mäß er­klärt. In Be­trie­ben soll für ei­nen Be­ruf nur noch ein Ta­rif­ver­trag gel­ten. Kon­kur­rie­ren­de Ge­werk­schaf­ten soll­ten sich vor Ta­rif­ver­hand­lun­gen auf ge­mein­sa­me Po­si­tio­nen ei­ni­gen. Aus dem Grund­recht, sich ge­werk­schaft­lich zu or­ga­ni­sie­ren, fol­ge kei­ne „Blo­cka­de­macht zum ei­ge­nen Nut­zen“, sag­ten die Rich­ter. In der Pra­xis be­trifft das et­wa Kran­ken­häu­ser, die Bahn und den Luft­ver­kehr.

Al­ler­dings muss der Ge­setz­ge­ber die Rech­te der klei­ne­ren Ge­werk­schaf­ten bis En­de 2018 stär­ken. Es müs­se ge­währ­leis­tet wer­den, dass in ei­nem Ta­rif­ver­trag auch de­ren In­ter­es­sen be­rück­sich­tigt wer­den.

Ar­beits­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les (SPD) be­grüß­te das Ur­teil. Ih­re Staats­se­kre­tä­rin Yas­min Fa­hi­mi äu­ßer­te die Hoff­nung, dass das Ge­setz zu we­ni­ger Streiks führt. Es ist seit Ju­li 2015 in Kraft. Zu­vor hat­te es Streiks kon­kur­rie­ren­der Ge­werk­schaf­ten ge­ge­ben. Das Ge­setz wird we­gen der Kla­ge klei­ne­rer Ge­werk­schaf­ten noch nicht an­ge­wen­det.

Wäh­rend Ar­beit­ge­ber er­leich­tert auf das Ur­teil re­agier­ten, kri­ti­sier­te der Chef der Lok­füh­rer­ge­werk­schaft Claus We­sels­ky den Rich­ter­spruch: „Das ei­gent­li­che Ziel des Ge­set­zes, Ar­beits­kämp­fe zu ver­mei­den, ist nicht er­reicht wor­den.“Das Ge­richt ha­be be­tont, dass das Streik­recht nicht be­schränkt wer­de.

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