Nach Mi­nis­ter-Be­lei­di­gung bei Pe­gi­da-De­mo Frei­spruch

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - REISE&ERHOLUNG - VON BO­DO MALSCH

Mit ei­nem Frei­spruch en­de­te in zwei­ter In­stanz das Ver­fah­ren ge­gen Do­mi­nik Roe­seler vor dem Land­ge­richt Duis­burg. Der Rats­herr aus Mön­chen­glad­bach und ehe­ma­li­ge Vi­ze-Vor­sit­zen­de von Pro NRW hat­te am 1. Fe­bru­ar 2016 als Gast­red­ner bei ei­ner Pe­gi­da-De­mo am Duis­bur­ger Haupt­bahn­hof den da­ma­li­gen In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger als „Dreck“be­zeich­net. In der 20-mi­nü­ti­gen Re­de war es vor al­lem um die Po­li­zei ge­gan­gen. Der ein­fa­che Po­li­zist be­fol­ge nur sei­ne Be­feh­le, hat­te Roe­seler ge­sagt. „Der Dreck sitzt oben. Und hier in NRW hat der Dreck auch ei­nen Na­men: Und das ist der In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger.“Per Straf­be­fehl war Roe­seler we­gen Be­lei­di­gung zur Zah­lung von 1600 Eu­ro Geld­stra­fe ver­ur­teilt wor­den. Der hat­te Wi­der­spruch ein­ge­legt und kas­sier­te vor dem Amts­ge­richt Duis­burg im De­zem­ber 2016 so­gar ei­ne Stra­fe von 4000 Eu­ro. In der Be­ru­fung gab es nun den Frei­spruch. Ei­ne For­mal­be­lei­di­gung ver­moch­te das Land­ge­richt nicht zu er­ken­nen. Die Wor­te Roe­selers sei­en zwar ei­ne har­sche Kri­tik, aber eben kei­ne blo­ße Schmä­hung oh­ne jeg­li­chen Sach­zu­sam­men­hang. In der Ab­wä­gung zwi­schen dem Per­sön­lich­keits­recht und der Mei­nungs­frei­heit, ga­ben die Rich­ter in die­sem Fall dem Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung den Vor­rang.

FO­TO: SPD

Ex-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger (SPD).

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