Der ah­nungs­lo­se Traum im Buch

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALE KULTUR - VON IN­GE SCHNETTLER

Von 2012 bis 2016 füll­ten Künst­ler die Parks rund um das Mu­se­um Ab­tei­berg mit ih­ren Wer­ken. Und dann hol­ten sie die Stadt ins Mu­se­um. Jetzt liegt ei­ne reich be­bil­der­te Do­ku­men­ta­ti­on des Pro­jekts vor.

Das Mu­se­um Ab­tei­berg steht zwar im Zen­trum der Stadt. Den­noch wird es we­gen sei­ner ver­bau­ten La­ge nicht im­mer wahr­ge­nom­men. Das wird sich än­dern, wenn im Zu­ge der bau­li­chen Ve­rän­de­run­gen der Ober­stadt ei­ne Ver­bin­dung zwi­schen der Hin­den­burg­stra­ße und dem Mu­se­um ge­schaf­fen wird. Weil das Mu­se­um aber dar­auf nicht war­ten woll­te, hat es sich schon vor Jah­ren auf den Weg in die Stadt und zu den Bür­gern ge­macht. Und die Stadt und die Bür­ger ha­ben ge­merkt, dass es das Mu­se­um auf dem Ab­tei­berg gibt – und dass es le­ben­dig ist.

Be­gon­nen hat es mit dem Mu­se­um X, als wäh­rend der Sa­nie­rung des Mu­se­ums 2006 das da­mals noch exis­tie­ren­de Stadt­thea­ter an der Hin­den­burg­stra­ße tem­po­rär in ein Mu­se­um um­ge­wan­delt wur­de. Da merk­ten die Gladbacher, dass et­was passierte. Es be­gann ei­ne neue Dis­kus­si­on über das Mu­se­um Ab­tei­berg und sei­ne feh­len­de An­bin­dung an die In­nen­stadt. Und dann kam „Ein ah­nungs­lo­ser Traum vom Park“. Das war 2012. Vier Jah­re lang bis 2016 wur­de das Ge­mein­schafts­pro­jekt von Mu­se­um und Mar­kus Am­bach Pro­jek­te (MAP) in vier Pha­sen durch­ge­führt. Die ein­ge­la­de­nen Künst­ler brach­ten ih­re Ob­jek­te in den Ger­opark, den Müns­ter­gar­ten, in den Skulp­tu­ren­gar­ten, den Han­sJo­nas-Park, und den Berg­gar­ten. Die Stadt staun­te.

Die jun­gen Künst­ler, die im ver­gan­ge­nen Jahr von Susanne Titz und Mar­kus Am­bach ein­ge­la­den wur­den, dreh­ten den Spieß um. Un­ter dem Ti­tel „Von den Strö­men der Stadt“setz­ten sie das The­ma Kunst im öf­fent­li­chen Raum völ­lig an­ders um als al­le Künst­ler­ge­ne­ra­tio­nen vor ih­nen, an­ders auch, als es von den Ku­ra­to­ren er­war­tet wor­den war. Sie stell­ten ih­re Wer­ke nicht auf Plät­ze oder in Parks, sie hol­ten das Öf­fent­li­che ins Mu­se­um Ab­tei­berg. Die Künst­ler nut­zen „ih­re“Me­di­en, um dem The­ma auf die Spur zu kom­men – Film, Ani­ma­ti­on, Vi­deo und Fo­tos.

Nun sind die­se groß­ar­ti­gen Pro­jek­te, die durch die Ar­beit „Don­key’s Way“von Ri­ta McB­ri­de auf dem Son­nen­haus­platz ein deut­li­ches Aus­ru­fe­zei­chen er­hiel­ten, do­ku­men­tiert – in ei­nem wun­der­vol­len Band, vor­ge­legt vom Ver­lag der Buch­hand­lung Walt­her Kö­nig aus Köln. Die Pro­jekt­ide­en wer­den er­läu­tert, und je­de be­tei­lig­te Künst­le­rin und je­der be­tei­lig­te Künst­ler wird mit Text und Fo­to(s) vor­ge­stellt. Groß­ar­tig – für Kunst­freun­de und vor al­lem für die Künst­ler!

Mu­sik­som­mer star­tet Sonn­tag

AR­CHIV­FO­TO: KAT­JA ILLNER

Pa­li­na Vet­ter zeig­te nicht nur am Er­öff­nungs­tag der Aus­stel­lung „Von den Strö­men der Stadt“ih­re Übun­gen an der Stan­ge. Das tat sie je­den Tag bis zum En­de der Prä­sen­ta­ti­on.

AR­CHIV­FO­TO: ILGNER

Die „Traum­stra­ße“(2013) von Alex Mor­ri­son wur­de im ver­gan­ge­nen Jahr vom Mu­se­ums­ver­ein an­ge­kauft.

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