Ver­beek schießt sich in Bochum selbst ins Aus

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - SPORT - VON TOM TRILGES

Sei­ne ei­gen­wil­li­ge Art wird dem Nie­der­län­der zum Ver­häng­nis. Auf ihn folgt der bis­he­ri­ge Lot­te-Coach Atalan.

BOCHUM 17 Ta­ge vor dem Li­ga­start ent­lässt ein Fuß­ball­klub eher sel­ten den Trai­ner. Zweit­li­gist VfL Bochum tat es trotz­dem. Gert­jan Ver­beek (54) hat­te durch um­strit­te­ne Ak­tio­nen den Un­mut ver­schie­de­ner La­ger auf sich ge­zo­gen. Lan­ge hielt der Ver­ein we­gen der po­si­ti­ven sport­li­chen Ent­wick­lung zu Ver­beek. Der Klub prä­sen­tier­te nur we­ni­ge St­un­den nach der Tren­nung auch gleich den Nach­fol­ger. Is­mail Atalan (37), bis­lang bei Dritt­li­gist Sport­freun­de Lot­te, un­ter­schrieb für zwei Jah­re.

Sport­vor­stand Chris­ti­an Hoch­städ­ter er­klär­te: „Die fach­li­chen Qua­li­tä­ten von Gert­jan Ver­beek sind un­be­strit­ten. Den­noch sind wir nach in­ten­si­ven Ge­sprä­chen im Auf­sichts­rat und Vor­stand zum Ent­schluss ge­kom­men, dass wir fort­an mit ei­nem an­de­ren Trai­ner ver­su­chen wer­den, un­se­re Zie­le zu er­rei­chen. In der jet­zi­gen Kon­stel­la­ti­on gab es zu gro­ße Dif­fe­ren­zen bei un­se­ren Vor­stel­lun­gen.“

Ver­beeks Kon­trakt lief noch ein Jahr. An­fang 2015 hat­te der Nie­der­län­der den Job von Pe­ter Neur­u­rer über­nom­men und Bochum vor dem Ab­stieg ge­ret­tet. Da­nach er­reich­te er die Rän­ge fünf und neun.

Kri­tik lös­te Ver­beek zu­letzt im Ju­ni aus, als er den Trai­nings­auf­takt kurz­fris­tig um ei­ne St­un­de vor­zog. Hun­der­te An­hän­ger ver­pass­ten die Ein­heit. Hin­zu kam sein an­ge­spann­tes Ver­hält­nis zur Pres­se. 2015 be­ti­tel­te Ver­beek ei­nen Jour­na­lis­ten als „Ar­sch­loch“, ver­gan­ge­ne Wo­che folg­te ein Streit mit ei­nem an­de­ren Me­di­en­ver­tre­ter. Der raue Um­gangs­ton in der Ka­bi­ne und auf der Ge­schäfts­stel­le wur­de zu­letzt noch in­ten­si­ver. Mann­schafts­ka­pi­tän Patrick Fa­bi­an soll sich beim Auf- sichts­rats­vor­sit­zen­den Hans-Pe­ter Vil­lis be­schwert ha­ben.

Is­mail Atalan, der ge­ra­de im et­wa ei­ne Au­to­stun­de von Bochum ent­fern­ten Sen­den ein Haus ge­baut hat, führ­te Lot­te ver­gan­ge­ne Spiel­zeit ins Vier­tel­fi­na­le des DFB-Po­kals, schaff­te zu­dem sou­ve­rän den Klas­sen­er­halt. Statt wie ab­ge­spro­chen zur ge­plan­ten Ho­s­pi­tanz bei Man­ches­ter Ci­tys Trai­ner Pep Guar­dio­la zu flie­gen, pack­te Atalan die Auf­ga­be an, sich mit dem VfL Bochum min­des­tens im Zweit­li­ga-Mit­tel­feld zu plat­zie­ren – und we­ni­ger Men­schen zu ver­är­gern.

FO­TO: DPA

Gert­jan Ver­beek muss sei­nen Platz auf der Trai­ner­bank räu­men.

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