LVR-Kli­nik nun für die gan­ze Stadt zu­stän­dig

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES / LOKALE GESUNDHEIT - VON AN­GE­LA WILMS-ADRIANS

Wer psych­ia­tri­sche Hil­fe brauch­te, kam je nach Wohn­ort ent­we­der in die Vier­sener oder die Rhe­ydter Kli­nik. Das ist seit Ju­li an­ders. Für ganz Mön­chen­glad­bach ist das Haus in Rhe­ydt zu­stän­dig. Das wur­de für 9,7 Mil­lio­nen Eu­ro mo­der­ni­siert.

Zwei Jah­re dau­er­te die jüngs­te Um­bau­pha­se der LVR-Kli­nik Mön­chen­glad­bach. Der his­to­ri­sche Ge­bäu­de­trakt Haus B wur­de kern­sa­niert, voll­stän­dig mo­der­ni­siert und strahlt nun ei­ne wohl­tu­en­de Freund­lich­keit aus. Zur Neu­er­öff­nungs­fei­er ka­men ne­ben zahl­rei­chen Ver­tre­tern aus Politik, Ver­wal­tung, Kli­nik­vor­stand auch Gäs­te, die noch er­lebt hat­ten, was mit der Grün­dung der Kli­nik in den 1970er Jah­ren be­gon­nen hat­te: ei­ne Kli­nik als ge­mein­de­psych­ia­trisch aus­ge­rich­te­tes Be­hand­lungs­zen­trum für die Stadt. Da mit der Sa­nie­rung 40 Bet­ten und 20 Ta­ges­kli­nik­plät­ze über­nom­men wur­den, die zu­vor in der LVR-Kli­nik Vier­sen an­ge­sie­delt wa­ren, ist die­ser Ver­sor­gungs­auf­trag voll­stän­dig er­füllt. Mit ins­ge­samt 170 Bet­ten und 56 Ta­ges­kli­nik­plät­zen ist die LVR-Kli­nik Mön­chen­glad­bach für al­le psy­chisch er­krank­ten Bür­ger der Stadt zu­stän­dig.

Freu­de und Dank­bar­keit wa­ren groß und präg­ten bei der Neu­er­öff­nung Re­den so­wie Gruß­wor­te, auf­ge­lo­ckert durch das mu­si­ka­li­sche Rah­men­pro­gramm von Mar­kus Rie­ger und Oliver Spiel­ber­ger. Die ers­ten Pa­ti­en­ten sind mitt­ler­wei­le ein­ge­zo­gen. Ar­chi­tek­tin Kers­tin Gier­se hat den Um­bau ge­plant, er ist un­ter ih­rer Re­gie voll­zo­gen wor­den. Da­für gab es Lob. Mar­ti­na Wen­zelJan­kow­ski, LVR-De­zer­nen­tin Kli­nik­ver­bund und Ver­bund Heil­päd­ago­gi­scher Hil­fen, stell­te her­aus, dass der mo­der­ne, funk­tio­na­le Bau den ur­sprüng­li­chen Charme des his­to­ri­schen Ge­bäu­de­trakts be­wahrt hat. Sie stell­te fest: „Der LVR stellt sich sei­ner Ver­ant­wor­tung als Kran­ken­haus­trä­ger, und wir sind ei­nem sorg­sa­men Um­gang mit den kom­mu­na­len Fi­nan­zen ver­pflich­tet. Die hier in­ves­tier­ten 9,7 Mil­lio­nen Eu­ro sind gut in­ves­tier­tes Geld, denn gu­te räum­li­che Ver­hält­nis­se bie­ten die Mög­lich­keit, auch see­lisch zu ge­sun­den. Wir freu­en uns, dass nun­mehr die Pflicht­ver­sor­gung für die gan­ze Stadt durch ei­ne Kli­nik ga­ran­tiert ist.“

Mo­ni­ka Ber­ten, Vor­sit­zen­de des zu­stän­di­gen LVR-Kran­ken­haus­aus­schus­ses, er­in­ner­te sich an ih­re ers­te Be­geg­nung mit dem Haus vor 20 Jah­ren. Die Ärz­te hät­ten ei­nen guten Ruf ge­habt, doch „die bau­li­che Sub­stanz trieb ei­nem die Trä­nen in die Au­gen“, so Ber­ten. Sie nann­te die Fer­tig­stel­lung ei­nen Mei­len­stein in der Ent­wick­lung der Kli­nik. Der Ärzt­li­che Di­rek­tor, Ste­phan Rinckens, be­rich­te­te, dass die Aus­wei­tung An­lass gab, Be­hand­lungs­struk­tu­ren zu über­den­ken. An­stel­le von dia­gno­se­be­zo­ge­nen Sta­tio­nen soll nun ein le­bens­pha­sen­be­zo­ge­nes Kon­zept bes­ser auf die Be­dürf­nis­se der Pa­ti­en­ten in ih­ren je­wei­li­gen Le­bens­pha­sen ein­ge­hen. Er erkennt im Bau das be­son­de­re Po­ten­ti­al für ei­nen „Ort der psy­cho­so­zia­len Be­geg­nung“. Ei­ne sol­che Form der Be­geg­nung hel­fe Er­krank­ten und ih­ren An­ge­hö­ri­gen, in Le­bens­kri­sen Er­mu­ti­gung und An­re­gung zu fin­den. Dank­bar sag­te Rinckens: „Ich bin froh, in ei­nem sol­chen Um­feld in der Stadt ar­bei­ten zu kön­nen.“

FO­TO: LVR/TOPOROWSKI

Für fast zehn Mil­lio­nen Eu­ro hat der Land­schafts­ver­band Rhein­land die psych­ia­tri­sche Kli­nik in Rhe­ydt sa­niert. Sie ist jetzt zu­stän­dig für al­le Pa­ti­en­ten aus der Stadt.

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