Not­fall­do­se – Hel­fer aus dem Kühl­schrank

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES / LOKALE GESUNDHEIT - VON AN­GE­LA WILMS-ADRIANS

Das Kran­ken­haus Neu­werk gibt Not­fall­do­sen aus, da­mit Pa­ti­en­ten in ih­nen In­for­ma­tio­nen über ih­ren Ge­sund­heits­zu­stand de­po­nie­ren kön­nen. Die Do­se soll in den Kühl­schrank: Da fin­det man sie im­mer.

Für No­t­ärz­te und Ret­tungs­sa­ni­tä­ter ist es der blan­ke Hor­ror: Je­de Mi­nu­te zählt, doch not­fall­re­le­van­te In­for­ma­tio­nen sind auf die Schnel­le un­auf­find­bar. Das Kran­ken­haus Neu­werk bie­tet nun ei­nen neu­en Ser­vice, der Le­ben ret­ten kann und in sei­ner sch­lich­ten Funk­tio­na­li­tät über­zeugt. Ab so­fort wer­den mit den Ent­lass­pa­pie­ren Not­fall­do­sen aus­ge­ge­ben. Die­se ber­gen je­weils ein Notfall-In­fo­blatt, das in­di­vi­du­ell mit An­ga­ben zu Ge­sund­heits­zu­stand, Me­di­ka­men­ten, All­er­gi­en, Kon­takt­da­ten und Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung aus­ge­füllt wer­den soll­te. Au­ßer­dem lie­gen zwei Auf­kle­ber bei mit dem Hin­weis „Not­fall­do­se in der Kühl­schrank­tür“. „War­um soll die Do­se in den Kühl­schrank?“, fragt beim Pres­se­ter­min Ste­fan Kn­öfel, Pro­ku­rist am Kran­ken­haus Neu­werk, um die Ant­wort zu ge­ben: „Vie­le ver­ste­cken re­le­van­te Da­ten, wo sie nicht leicht auf­find­bar sind. Ei­nen Kühl­schrank aber hat je­der“.

Die Idee zur Do­se wird in ei­ni­gen Tei­len von Nord­rhein-West­fa­len be­reits län­ger prak­ti­ziert, doch im hie­si­gen Um­feld sind die Neu­wer­ker Vor­rei­ter. An der Um­set­zung be­tei­li­gen sich die Nie­der­rhein­kli­nik Kor­schen­broich und das Jo­han­na Kran­ken­haus Neuss. Die Not­fall­do­se ist als Über­gangs­lö­sung zur an­ge­kün­dig­ten di­gi­ta­len Ge­sund­heits­kar­te ge­dacht. No­t­ärz­tin Dr. Ni­na Meiß­ner und Re­né Hart­mann, Kreis­be­reichs­lei­ter der DRK Mön­chen­glad­bach, ken­nen den Stress, wenn je­de Se­kun­de zählt, um Le­ben zu ret­ten. Bei­de sind be­geis­tert vom Hilfs­mit­tel, das aus dem Kühl­schrank kommt. „Es ist gang und gä­be, dass wir zu al­lein­ste­hen­den und äl­te­ren Pa­ti­en­ten ge­ru­fen wer­den. Oft ha­ben wir dann schon Pro­ble­me, in die Woh­nung zu kom­men. Die Pa­ti­en­ten sind nicht an­sprech­bar. Wenn An­ge­hö­ri­ge da sind, kön­nen die in der Auf­re­gung oft nichts fin­den“, sag­te Anäs­the­sis­tin und No­t­ärz­tin Dr. Ni­na Meiß­ner. Re­né Hart­mann er­gänz­te: „Das ist ein ge- nia­ler An­satz. So kann man viel Zeit spa­ren, die an an­de­rer Stel­le wich­ti­ger ist“. Kn­öfel be­tont, dass je­der ein­ge­la­den ist, an der Ver­brei­tung der Not­fall­do­se mit­zu­wir­ken. Am Pa­ti­en­ten oder des­sen Be­treu­ern liegt es, auf ak­tu­el­le An­ga­ben zu ach­ten. Schließ­lich kön­nen sich Krank­heits­ver­lauf und Me­di­ka­men­te än­dern.

FO­TO: WILMS-ADRIANS

Sie stell­ten die Not­fall­do­se vor: Re­ne Hart­mann vom DRK, No­t­ärz­tin Ni­na Meiß­ner und Ste­fan Kn­öfel (r.), Pro­ku­rist des Kran­ken­hau­ses Neu­werk.

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